DGB lehnt Vorschlag zu Rente mit 70 ab

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Der Deutsche Gewerkschaftsbund lehnt eine Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre entschieden ab. «Ein klares Nein zur Rente mit 70 - sie ist nichts anderes als eine Rentenkürzung mit Ansage», erklärte DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel am Montag. Viele Beschäftigte würden es schon heute nicht mehr schaffen, «gesund bis zur Rente durchzuhalten», sagte sie.

Piel reagierte damit auf Äußerungen des Präsidenten des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Stefan Wolf, der sich im Gespräch mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag) für eine längere Lebensarbeitszeit ausgesprochen hatte. «Schaut man sich die demografische Entwicklung und die Belastungen der Sozial- und Rentenkassen an, dann sind die Reserven aufgebraucht. Wir werden länger und mehr arbeiten müssen», sagte Wolf. «Stufenweise werden wir auf das Renteneintrittsalter von 70 Jahren hochgehen müssen - auch weil das Lebensalter immer weiter steigt.» Ansonsten werde das System mittelfristig nicht mehr finanzierbar sein, erklärte der Gesamtmetallchef.

DGB-Vorstandsmitglied Piel warnte dagegen davor, das Eintrittsalter weiter hochzusetzen. «Für diejenigen, die in der Pflege, auf dem Bau oder in Fabriken arbeiten, ist längeres Arbeiten keine Option.»

Wer hart arbeite, habe ohnehin eine «deutlich geringere Lebenserwartung» und beziehe somit auch kürzer Rente, erklärte Piel. Die Finanzierung der Rente sei eine Verteilungsfrage. Auch bei einer älter werdenden Gesellschaft sei die Bundesregierung in der Verantwortung, «eine gute und ausreichende Rente als Sicherheitsversprechen zu setzen» - ohne höhere Altersgrenzen oder kürzere Renten, argumentierte Piel.

Nach aktueller Rechtslage wird die Altersgrenze für die Rente ohne Abschläge bis 2029 schrittweise von 65 auf 67 Jahre angehoben. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) lehnt eine weitere Anhebung ab. Bereits im Mai hatte er nach einem Vorstoß von Ökonomen zur Rente mit 70 erklärt: «Wir haben in der Koalition vereinbart, dass wir das gesetzliche Renteneintrittsalter nicht erhöhen. Und daran wird sich nichts ändern.» (dpa)


 

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