Erst zögern, dann verschärfen: Die Schweiz geht in den Lockdown

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Nach wochenlangem Zögern verschärft die Schweiz ihre Corona-Maßnahmen deutlich: Von Montag an bleiben alle Geschäfte geschlossen, die keine Güter des täglichen Bedarfs verkaufen. Zudem müssen Arbeitgeber Homeoffice anordnen, wo immer dies möglich ist. An privaten Veranstaltungen dürfen nur noch maximal fünf Personen teilnehmen. Grund sei die Ausbreitung der neuen Virusvarianten, die deutlich ansteckender sind als die früheren Varianten, sagte Präsident Guy Parmelin am Mittwoch in Bern.

Nicht betroffen von den Schließungen sind Dienstleister wie Friseure oder Reparaturbetriebe, Blumenläden, Bau- und Gartengeschäfte. Zugleich verlängerte die Regierung die bestehenden Maßnahmen um fünf Wochen. Damit bleiben Restaurants, Kulturbetriebe, Sportanlagen und Freizeiteinrichtungen bis Ende Februar zu. Parmelin mahnte: «Dieses Leid führt manchmal auch zu Wut, das ist menschlich. Doch wir müssen jetzt einen kühlen Kopf bewahren.» Schulen und Skigebiete bleiben weitgehend geöffnet.

Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit meldete am Mittwoch 3001 neue Infektionen. Das waren 477,5 pro 100 000 Einwohner innerhalb von 14 Tagen. In Deutschland lag die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) bei 155,0. Gesundheitsminister Alain Berset sagte, die Fälle der neuen Virusmutation verdoppelten sich jede Woche. Die Schweizer Situation sei mit der Lage in Großbritannien Anfang Dezember zu vergleichen. Ohne neue Maßnahmen drohe im Februar eine schwere dritte Welle. (dpa)


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