EU mahnt zu gründlicher Vorbereitung der Rückkehr an den Arbeitsplatz

| Politik Politik

Angesichts verstärkter Forderungen nach einem Wiederanfahren weiter Teile der Wirtschaft, hat die EU eine kluge Planung angemahnt. Die EU-Agentur für Sicherheit am Arbeitsplatz empfahl Arbeitgebern eine gründliche Vorbereitung, wenn Angestellte trotz der weiter grassierenden Corona-Pandemie an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. An erster Stelle müsse eine Gefährdungseinschätzung für den jeweiligen Betrieb stehen, betonte die EU-Agentur mit Sitz im spanischen Bilbao in einem am Freitag veröffentlichten Leitfaden.

Nach der längeren Schließung eines Betriebes müssten die Räumlichkeiten zunächst soweit wie möglich angepasst werden, um eine Ansteckung der Mitarbeiter mit dem Sars-CoV-2-Virus zu verhindern. Dabei gehe es etwa um ausreichenden Abstand zwischen den Arbeitsplätzen, Schutzkleidung und eventuelle Trennwände.

Die Wiederaufnahme der Arbeit solle möglichst stufenweise vor sich gehen und nicht alle Angestellten auf einmal an ihre Arbeitsplätze zurückkehren, hieß es weiter. Wichtig sei auch, die Mitarbeiter über Änderungen am Arbeitsplatz und bei Arbeitsabläufen rechtzeitig und umfassend zu informieren sowie die Arbeitnehmervertretungen in jeder Phase einzubinden.

Für Angestellte, die zu Hochrisikogruppen gehören, müssten besondere Schutzvorkehrungen getroffen werden. Auch sei es wichtig, auf mögliche seelische Nöte und psychischen Stress von Arbeitnehmern durch die lange Isolierung während der Corona-Krise frühzeitig und unter Hinzuziehung von Beratungsstellen zu reagieren. Dies gelte auch für die Angst von Mitarbeitern, sie könnten sich am Arbeitsplatz infizieren. Hier müssten Arbeitgeber mit viel Verständnis und besonders rücksichtsvoll reagieren.

(dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Zwischendurch hatte das Kanzleramt sie gestoppt, das Finanzministerium musste nacharbeiten - jetzt ist die Zuckersteuer in der Bundesregierung beschlossen. Der Bundestag ist am Zug.

Union und SPD wollen eine Steuer auf stark gezuckerte Getränke einführen. Um die Details wurde lange gerungen. Jetzt gibt es eine Einigung. CDU-Ministerpräsident Boris Rhein aus Hessen spricht von einem falschen Signal.

Sieben Prozent mehr Lohn fordert die NGG im bayerischen Gastgewerbe. Der Dehoga Bayern bietet zwei Erhöhungen bei 30 Monaten Laufzeit an – die Gewerkschaft hat das Angebot nach Angaben des Verbandes abgelehnt.

Kommt die Zuckersteuer noch? Die neun Länder-Agrarminister von CDU und CSU sind dagegen - und schreiben dem Kanzler einen Brief.

Bestimmte Geschäftsreisen sollen nach einer EU-Reform von der vorherigen A1-Meldung ausgenommen werden, berichtet der VDR. Bis die neuen Vorschriften anwendbar sind, müssen Unternehmen die bisherigen Vorgaben beachten.

Erst am Mittwoch hatte Vizekanzler Klingbeil seinen Entwurf an die Ministerien gegeben, nun tritt das Kanzleramt auf die Bremse. Die Zuckersteuer liegt erst einmal auf Eis. Klingbeil rechnet dennoch mit schneller Einigung.

Die geplante Steuer auf zuckerhaltige Getränke soll dem Staat im Jahr rund eine Milliarde Euro einbringen. Das geht aus einem Entwurf des Finanzministeriums hervor, über den zuerst das «Handelsblatt» berichtete. Im Bundestag sind die Pläne der Regierung umstritten.

Ab 1. Oktober dürfte der Kaffee im Wegwerfbecher in Potsdam teurer werden. Die Landeshauptstadt führt im Alleingang eine Verpackungssteuer ein. Massive Kritik kommt aus der Wirtschaft.

Der Deutsche Hotellerie- und Gastronomieverband hat die Plattform minijobs-erhalten.de gestartet, um auf drohende Kostensteigerungen und Belastungen für Minijobs aufmerksam zu machen.

Die deutsche Wirtschaft fordert eine umfassende Reform des Datenschutzes. 90 Prozent der Unternehmen halten laut Bitkom-Umfrage eine gezielte Reform der Datenschutz-Grundverordnung für notwendig.