Existenznot bei zwei Drittel der Hotels und Restaurants in Sachsen

| Politik Politik

Gut 65 Prozent der Unternehmen im sächsischen Gastgewerbe sehen sich nach eigenen Angaben wegen der Pandemie in ihrer Existenz bedroht. Die Ergebnisse der entsprechenden Umfrage unterstrichen die «katastrophale Lage», teilte der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband am Montag mit. In der ersten Januarhälfte hätten die Betriebe Umsatzverluste von 64 Prozent bezogen auf den gleichen Zeitraum 2019 gemeldet (bundesweit: 55,1 Prozent).

Während im Januar deutschlandweit 54 Prozent der befragten Unternehmen Kurzarbeitergeld angezeigt hätten, liege die Quote in Sachsen bei 84 Prozent. Eine längere Bezugsdauer von Kurzarbeitergeld sei dringend notwendig. Andernfalls werde der mittel- und langfristige Schaden für Unternehmen und den Arbeitsmarkt im Gastgewerbe irreparabel sein, betonte der Präsident des Bundesverbands Guido Zöllick.

Der Verband machte für die Umsatzverluste die seit Wochen geltenden 2G-plus-Regelungen sowie Absagen von Veranstaltungen und Messen verantwortlich. «Die Stimmung ist auf dem Tiefpunkt, Frust und Resignation machen sich breit», sagte Zöllick. Besondere Verärgerung herrsche über die Einführung und ein «Regelchaos» bei 2G plus. Mehr als 87 Prozent der befragten Unternehmer hätten rückläufige Gästezahlen angegeben und über 35 Prozent einen höheren Personalaufwand zur Einhaltung der Regelungen geltend gemacht.

«Die Unternehmer fühlen sich im Stich gelassen und in ihren Nöten durch die Politik in einem unerträglichen Maße ignoriert», erklärte Dehoga-Hauptgeschäftsführer Axel Klein. «Wir fragen uns, welche katastrophalen Berichte aus der Branche noch kommen müssen, bis diesem Sterben auf Raten ein Ende bereitet wird.» Von der Bund- Länder-Konferenz erwarte man klare Signale für einen Abbau der Regelungen.

Bei 2G plus benötigen Geimpfte und Genesene zusätzlich einen tagesaktuellen negativen Test. Er entfällt, wenn man etwa eine Booster-Impfung nachweisen kann oder die zweite Impfung noch relativ frisch ist. Gleiches gilt für Menschen bis 18 und für Leute, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Wegen des hohen Krankenstands in Deutschland nimmt Bundeskanzler Friedrich Merz erneut die telefonische Krankschreibung ins Visier. Darüber müsse man mit dem Koalitionspartner SPD sprechen, sagte der CDU-Chef.

Die Einführung des verpflichtenden staatlichen Tierwohllogos verzögert sich deutlich. Wie Union und SPD im Bundestag beschlossen haben, wird der Start der Kennzeichnungspflicht auf den 1. Januar 2027 verschoben. Diese zusätzliche Zeit soll genutzt werden, um das System grundlegend nachzubessern und bereits ab Mitte 2027 auch auf Restaurants, Kantinen und die allgemeine Gastronomie auszuweiten.

Die Pläne der SPD zur Neugestaltung der Erbschaft- und Schenkungsteuer stoßen bei Wirtschaftsverbänden auf deutliche Ablehnung. Sowohl der DEHOGA Bundesverband als auch die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände warnen vor massiven Folgen für den deutschen Mittelstand und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts.

Die erste Tarifrunde im hessischen Gastgewerbe endet ohne Ergebnis. Während die Gewerkschaft NGG das Arbeitgeberangebot als respektlosen Reallohnverlust kritisiert, pocht der DEHOGA auf die notwendige Stabilisierung der Betriebe durch die Mehrwertsteuersenkung.

In Bad Kreuznach sind die Tarifverhandlungen für das rheinland-pfälzische Gastgewerbe vorerst ohne Einigung zu Ende gegangen. Der DEHOGA Rheinland-Pfalz reagierte auf das Scheitern der Gespräche mit deutlicher Kritik an der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).

Bundesernährungsminister Alois Rainer sieht angesichts der Teuerung bei Nahrungsmitteln keinen Raum für weitere Preisaufschläge etwa für mehr Tierwohl oder auf stark gezuckerte Getränke. «Das kann ich nicht verantworten», sagte Rainer.

Der DEHOGA und die Gewerkschaft NGG haben sich auf einen neuen Entgelt-Tarifvertrag für das baden-württembergische Gastgewerbe geeinigt. Die Übereinkunft umfasst eine Laufzeit bis zum 31. März 2028. Kern der Einigung ist eine schrittweise Erhöhung der Löhne und Gehälter in insgesamt drei Phasen.

Das neue Gesetz zur Modernisierung der Schwarzarbeitsbekämpfung ist in Kraft. Durch digitale Buchprüfungen und automatisierten Datenaustausch will der Zoll illegale Beschäftigung effizienter aufdecken. Während das Gastgewerbe auf weniger Bürokratie hofft, wachsen die Anforderungen an die Dokumentationspflichten der Betriebe.

Der Präsident der Österreichischen Hotelvereinigung übt deutliche Kritik an den Plänen des Finanzministers zur Preisprüfung in der heimischen Gastronomie. Er sieht die Verantwortung für die Inflation bei den hohen Energiekosten sowie staatlichen Abgaben.

Bessere Gesundheit für die Menschen in Deutschland, vielleicht sogar mehr Lebensjahre? Mit solchen Versprechen wirbt der Ärztepräsident für eine neue Abgabe auf bestimmte Produkte.