Gastronomen enttäuscht über Berliner Corona-Verordnung

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Die von der Corona-Krise schwer getroffenen Berliner Gastronomen haben sich enttäuscht über die Verordnung des Berliner Senats zu ersten Lockerungen geäußert. Der Senat habe der Branche keinerlei Perspektive gegeben, es gebe keinen Hinweis auf einen «Soft-Opening-Termin», kritisierte der Hauptgeschäftsführer des Berliner Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga, Thomas Lengfelder. «Die andauernden Corona-Beschränkungen werden zu einer noch nie da gewesenen Pleitewelle in unserer Branche führen.» Sollte es nicht schnell zu weiteren umfangreichen Soforthilfen kommen, die nicht zurückzuzahlen seien, «wird es zu einer Flut von Arbeitslosen kommen».

Am Dienstag hatte der Berliner Senat erste Lockerungen für die Wirtschaft und das öffentliche Leben in der Corona-Krise beschlossen. Restaurants und Kneipen bleiben ebenso wie Diskotheken aber weiterhin zu. «Wir werden die letzten sein, die aus dem derzeitigen Regiment von Kontaktsperren und Betriebsschließungen entlassen werden, so wie wir die ersten waren, die schon zu Beginn des Monats März am härtesten getroffen wurden», teilte Lengfelder weiter mit.

Im Einzelhandel hingegen dürfen ab diesem Mittwoch wieder viele Geschäfte jenseits des Lebensmittelhandels öffnen. Läden mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern stehen dann den Kunden wieder zur Verfügung. Das gilt auch für größere Kauf- und Warenhäuser, wenn sie ihre Flächen entsprechend verkleinern. Pro 20 Quadratmeter darf demnach eine Person ins Geschäft gelassen werden.

«Das ist weder der Startschuss noch die Einladung zum entspannten Bummeln und Flanieren», hatte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) am Dienstag betont. Die Maßnahmen dienten dazu, dass Verbraucher sich wieder mit dem Nötigsten versorgen können. «Wir befinden uns weiter in einer Krisensituation. Jede Lockerung muss angesichts der epidemiologischen Lage verantwortbar sein und nicht zu einer zweiten Welle der Infektionen führen.»

Berlin hatte sich mit der Verordnung länger Zeit gelassen als andere Bundesländer, wo entsprechende Regelungen bereits seit Montag gelten. Der Handelsverband Berlin-Brandenburg hatte am Dienstag kritisiert, dass der längere Beratungszeitraum nicht zu einer auf die besonderen Umstände der Hauptstadt zugeschnittenen Lösung geführt habe. «Beschlossen wurde letztendlich guter Bundesdurchschnitt», sagte Hauptgeschäftsführer Nils Busch-Petersen. (dpa)


 

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