Gewerkschaft NGG warnt vor Aufweichung des Acht-Stunden-Tags

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Anlässlich des bevorstehenden Equal Pay Day am 27. Februar und des Internationalen Frauentags am 8. März positioniert sich die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) gegen aktuelle politische Bestrebungen zur Flexibilisierung der Arbeitszeit. Die stellvertretende Vorsitzende der NGG, Claudia Tiedge, kritisiert die Vorstöße zur Lockerung des Acht-Stunden-Tags und sieht darin eine Gefährdung der Gleichstellung auf dem Arbeitsmarkt.

Kritik an Arbeitszeitflexibilisierung und Rollenbildern

Nach Ansicht der Gewerkschaft zerstören die Angriffe von Politik und Arbeitgebern auf bestehende Standards das Vertrauen der Beschäftigten und gefährden Investitionen in soziale Sicherheit. Tiedge warnt davor, dass eine Entgrenzung der Arbeitszeiten alte Rollenbilder festigen könnte. Gerade Frauen seien auf verlässliche Arbeitszeitmodelle angewiesen, um Beruf und Privatleben zu vereinbaren. Eine grenzenlose Verfügbarkeit stehe dem Ziel der Gleichstellung entgegen. Die NGG-Vize betont in diesem Zusammenhang, dass wer den Acht-Stunden-Tag infrage stellt, einen zentralen Schutzmechanismus für Arbeitnehmer angreift. Für eine echte Gleichbehandlung seien vielmehr das Recht auf Teilzeit sowie die garantierte Rückkehr in Vollzeit erforderlich.

Lohnlücke und Entgelttransparenz

Ein weiterer Schwerpunkt der gewerkschaftlichen Kritik liegt auf der anhaltenden Entgeltdifferenz zwischen den Geschlechtern. In Deutschland verdienen Frauen laut NGG-Angaben durchschnittlich 16 Prozent weniger als Männer. Bei vergleichbarer Tätigkeit und Qualifikation liege die bereinigte Lohnlücke immer noch bei 6 Prozent. Tiedge bezeichnet diesen Zustand als Ergebnis struktureller Benachteiligung und fordert Konsequenzen.

Zur Bekämpfung dieser Differenzen fordert die Gewerkschaft eine zügige und wirksame Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie. Ziel sei es, Entgelt-Diskriminierung offenzulegen und sicherzustellen, dass Ungleichbehandlung nicht länger folgenlos bleibt. Faire Löhne und starke Tarifverträge seien dabei die wesentlichen Instrumente, um Gerechtigkeit auf dem Arbeitsmarkt herzustellen. Der Equal Pay Day und der Frauentag seien für die Gewerkschaft daher keine rein symbolischen Termine, sondern ein konkreter Handlungsauftrag für die Politik.


 

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