Hamburg: Senat entscheidet über Ausweitung des 2G-Modells in Gastronomie

| Politik Politik

 

Die Menschen in Hamburg müssen sich angesichts rasant steigender Infektionszahlen auf eine Verschärfung der Corona-Regeln einstellen. Der rot-grüne Senat will am Dienstag das bislang freiwillige 2G-Optionsmodell, das nur Geimpften und Genesenen Zutritt zu Einrichtungen erlaubt, teilweise zur Pflicht machen. Betroffen seien vor allem jene Bereiche, in denen viele Menschen in Innenräumen zusammenkommen, hieß es. Dazu zählten etwa Restaurants, Clubs, Bars, aber auch der Indoor-Freizeitsport. Keine Verschärfungen werden vorerst im Einzelhandel oder öffentlichen Nahverkehr erwartet.

Bereits am Wochenende hatte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) getwittert, dass die Lage in den Kliniken der Hansestadt anders als im Süden der Republik noch stabil sei. Aber «damit es so bleibt, entscheidet der Senat am Dienstag über eine Ausweitung von 2G». In den Hamburger Kliniken wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörde mit Stand Freitag 178 Covid-19-Patienten behandelt. Laut dem Register der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) betrug die Zahl der Covid-Intensivpatienten am Montag (Stand: 11.15 Uhr) 49; von ihnen mussten 28 invasiv beatmet werden. Die Covid-19-Patienten belegten damit 9,7 Prozent aller Hamburger Intensivbetten.

 

Bislang konnten Restaurants, Theater oder körpernahe Dienstleister wie Friseure selbst entscheiden, ob sie die 2G-Regel anwenden oder ob sie auf 3G setzen. Dann dürfen sie ihre Einrichtungen zwar nicht voll auslasten und müssen auch eine Maskenpflicht beachten, dafür können sie aber auch Ungeimpfte einlassen - sofern diese einen negativen Corona-Test vorweisen können.

Die Corona-Inzidenz rückte am Montag in Hamburg immer näher an ihren bisherigen Höchststand heran. Wie die Gesundheitsbehörde mitteilte, kletterte die Zahl der binnen sieben Tagen erfassten Neuinfektionen je 100 000 Einwohner auf 177,9. Der bislang höchste Wert war in Hamburg an Heiligabend vor einem Jahr mit 179,6 gemeldet worden. Bundesweit gab das Robert Koch-Institut (RKI) die Inzidenz mit 303,0 an.

Insgesamt wurden am Montag in Hamburg 358 Neuinfektionen gemeldet, am Vortag waren es 362 und am Montag vor einer Woche 332. Damit haben sich seit Februar 2020 in Hamburg mindestens 105 283 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. 94 800 davon gelten als genesen. Laut RKI sind in Hamburg inzwischen 75 Prozent der Menschen mindestens einmal geimpft. 73 Prozent haben einen vollständigen Impfschutz. Im Bundesvergleich liegt Hamburg damit beim Impftempo auf Platz drei. Bei den Drittimpfungen liegt Hamburg mit 4,6 Prozent exakt im Bundesschnitt und im Ländervergleich im Mittelfeld. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der CDU-Wirtschaftsflügel will das Recht auf Teilzeit abschaffen. Mit dem Vorstoß sollen fehlende Arbeitskräfte kompensiert werden. Vielen Beschäftigten dürfte das nicht gefallen. Was bisher gilt im Überblick.

Die Pläne des Wirtschaftsflügels der Union, den Rechtsanspruch auf Teilzeit einzuschränken, stoßen auf eine massive Welle der Kritik. Während die Mittelstands- und Wirtschaftsunion gegen „Lifestyle-Teilzeit“ vorgehen will, warnen SPD, Gewerkschaften und sogar Teile der CDU vor einem Realitätsverlust.

Die beiden größten freien Interessenverbände der österreichischen Tourismuswirtschaft rücken räumlich und strategisch enger zusammen. Ab Februar verlegt der Österreichische ReiseVerband (ÖRV) seinen Sitz in die Räumlichkeiten der Österreichischen Hotelvereinigung (ÖHV) in Wien.

Berlin verschärft die Regeln gegen die Zweckentfremdung von Wohnraum. Mit der neuen Verordnung steigen die Ausgleichszahlungen bei Abriss oder Umwidmung auf 4.600 Euro pro Quadratmeter, um den Schutz des Mietmarktes zu verstärken.

Nach verlorenen Prozessen lenkt das Wirtschaftsministerium in Stuttgart ein: Betriebe, die Corona-Soforthilfen der ersten Phase erhalten oder bereits zurückgezahlt haben, sollen entschädigt werden. Die Neuregelung schafft Klarheit für Anträge bis zum 7. April 2020.

Wegen des hohen Krankenstands in Deutschland nimmt Bundeskanzler Friedrich Merz erneut die telefonische Krankschreibung ins Visier. Darüber müsse man mit dem Koalitionspartner SPD sprechen, so der CDU-Chef.

Unternehmen, die in Baden-Württemberg Corona-Hilfen zurückzahlen mussten, können jetzt auf eine Erstattung hoffen. Was das für 62.200 Betriebe und 437 Millionen Euro bedeutet – und warum das Finanzministerium jetzt am Zug ist.

Die Österreichische Hotelvereinigung weist die Forderungen des Bauernbundes nach einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung zurück. ÖHV-Präsident Walter Veit fordert stattdessen einen stärkeren Fokus auf Qualität und Tierwohl in der landwirtschaftlichen Produktion.

Andere Länder haben mit einer Zuckersteuer bereits gute Erfahrungen gemacht. Experten der Akademie der Wissenschaften ermuntern zur Einführung auch in Deutschland.

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger fordert die Bundesregierung zu umfassenden Reformen auf. Wenn die Koalition ihre Mehrheit im Bundestag nicht nutze, sei dies schon «hart an der Grenze zur Verantwortungslosigkeit».