«Katastrophe»: Stimmen aus dem Gastgewerbe zu den Corona-Beschlüssen

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Nach den Corona-Beschlüssen des Bundes und der Länder herrscht in Hotellerie und Gastronomie Ernüchterung. Perspektiven für Hotels und die Öffnung von Gastronomie in Innenräumen wurden auf das nächste Treffen vertagt. Gastgeber reagieren wütend und enttäuscht.

„Es ist für unsere von der Krise besonders hart getroffene Branche nicht nur unbefriedigend, sondern unverständlich und inakzeptabel, dass die von uns geforderte Öffnungsstrategie für die Gesamtbranche wieder nicht vorgelegt wurde“, erklärt Guido Zöllick, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA Bundesverband).

Es ist Aufgabe der Politik, alles dafür tun, dass unsere Betriebe keinen Tag länger als gesundheitspolitisch geboten geschlossen bleiben“, sagt Zöllick. Die Konzepte des DEHOGA für einen verantwortungsvollen Neustart des Gastgewerbes liegen auf dem Tisch. „Dabei geht es nicht nur um das Gastgewerbe mit seinen 222.000 Unternehmen und 2,4 Millionen Beschäftigten, sondern auch um die Partner der Branche, die aufgrund der Schließung unserer Betriebe erhebliche Umsatzeinbußen erleiden und ebenso um ihre Existenz kämpfen.“

«Das ist nichts, gemessen an dem, was an Erwartungen existierte und daran, dass alle am Ende sind», sagte der Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) in Niedersachsen, Rainer Balke, am Donnerstag mit Blick auf die Beschlüssse. «Das ist nichts, was das Gastgewerbe betriebswirtschaftlich stabilisieren könnte.»

Gerald Klink, Präsident des Branchenverbandes Dehoga, erklärte: «Die einzige greifbare Perspektive ist, dass unsere Betriebe am 28. März 2021 insgesamt sieben Monate lang geschlossen haben.» Der Ministerpräsidentenkonferenz warf der Verband «Konzeptlosigkeit» vor und forderte einen konkreten Öffnungsplan.

Alexander Huber, Präsident der Jeunes Restaurateurs (JRE):

„Und wieder kein Gesamtkonzept. Und wieder keine einheitliche Regelung. Und wieder keine Differenzierung. Die aktuellen Beschlüsse von Bundeskanzlerin und Ministerpräsident*innen dokumentieren lediglich den verzweifelten Versuch, im Superwahljahr die Wählerinnen und Wähler nicht zu verprellen. Es gibt keine klare No-Covid-Strategie mehr, der bisher bedeutende 35er Inzidenz-Wert wurde gekippt. Wir bewegen uns entweder in einem Bereich unter 50 mit besseren oder im Bereich zwischen 50 und 100 mit eingeschränkten Öffnungsmöglichkeiten. Wer soll da noch durchblicken, wer soll Perspektiven aufbauen und verlässlich planen?

Angesichts einer schleppenden Auszahlung von Wirtschaftshilfen und dem «gravierenden Mangel, dass im Rahmen dieser Hilfen in keinem Fall ein Unternehmerlohn kompensiert wird», seien nicht nur die Durchhaltemoral, sondern vor allem die finanziellen Mittel weitestgehend aufgebraucht, so Klink. Es sei nicht verständlich, «dass die Regierung einerseits mehr private Kontakte ermöglicht, während gleichzeitig unsere Betriebe mit strengen Hygienekonzepten weiterhin geschlossen bleiben», so Klink.

Das Gastgewerbe im Südwesten bezeichnete die Beschlüsse gar als «enttäuschend und nicht akzeptabel». Mit der Vorgabe einer möglichen Öffnung der Außengastronomie «frühestens am 22. März» könnten die Betriebe unmöglich planen, teilte der Branchenverband Dehoga Baden-Württemberg mit. Es sei nicht nachvollziehbar, warum viele Betriebe von Montag an öffnen dürften, Hotels und Restaurants aber vorerst weiter geschlossen bleiben müssten.

Deutschland-Tourismus enttäuscht von Corona-Gipfel

Der Deutsche Tourismusverband (DTV) hat die Ergebnisse des Coronagipfels als «enttäuschend und nicht akzeptabel» kritisiert. Öffnungsstrategien für den Tourismus seien entgegen allen Ankündigungen erneut verschoben worden, beklagte DTV-Präsident Reinhard Meyer am Donnerstag. Der Branche sei bewusst, dass eine Öffnung verantwortbar sein müsse. Der Tourismus benötige aber Planbarkeit und eine Perspektive. «Wir brauchen unverzüglich konkrete Vorschläge, unter welchen Bedingungen eine Öffnung für touristische Betriebe erfolgen kann», sagte Meyer. «Einem ganzen Wirtschaftszweig droht die Luft auszugehen. Der Tourismus braucht die Strategie jetzt.»

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