Medien zur Klage gegen Präsidentenwahl: DEHOGA prüft Mitgliederausschluss

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Die Klage gegen die Wahl des DEHOGA-Präsidenten in Rheinland-Pfalz schlägt in den Medien hohe Wellen. Sogar das Fernsehen berichtet über den Fall. Demnach prüfe der Verband jetzt den Ausschluss der Rädelsführer.

20 Hoteliers und Gastronomen aus Rheinland-Pfalz wollen, laut Medienberichten, die diesjährige Wahl von Gereon Haumann zum Präsidenten des Verbandes bis 2029 für nichtig erklären zu lassen.

So interviewt der SWR den Hotelier Matthias Ganter vom Romantik Jugendstilhotel Bellevue in Traben-Trarbach, der anführt, dass die Wahl eines zukünftigen Präsidenten während der laufenden Amtszeit des amtierenden Präsidenten die DEHOGA-Satzung gar nicht vorsehe. Ganter gehört zu den Hoteliers, die hinter der Klage gegen die Wahl von Gereon Haumann im Sommer dieses Jahres stecken.

Dabei wird im Trierischen Volksfreund und in der Allgemeinen Zeitung nicht nur die Wahl des Präsidenten für elf Jahre kritisiert, sondern auch die Vergütung, die, laut Volksfreund, bei über einer viertel Million Euro pro Jahr liege und die Beteiligung des Berufs-Lobbyisten „an einer Beratungsgesellschaft, die für den DEHOGA tätig ist“. 

„Ich weiß nicht, wie man das einem Mitgliedsbetrieb erklären soll. Die DEHOGA-Beiträge sind ja erst vor zwei Jahren erhöht worden“, wird der Hotelier Markus Schröder aus Trier vom SWR zitiert.

Die Verbandsspitze soll sich derweil geschlossenen hinter ihren hauptamtlichen Präsidenten gestellt haben und prüft demnach derzeit den Ausschluss der aufmüpfigen Mitglieder aus dem Verband. Der SWR zitiert aus einer Pressemitteilung des Verbandes: „Das Präsidium ist verpflichtet, die sich aus der Satzung ergebenden Ordnungsmaßnahmen bis hin zum Ausschluss aus dem Verband zu prüfen. Keineswegs wird das Präsidium zulassen, dass über einzelne Mitglieder des DEHOGA Rheinland-Pflalz e.V. die erfolgreiche Interessenvertretung für die 4.500 Mitgliedsbetriebe öffentlich problematisiert und damit den Zielen und Aufgaben des Verbandes schwerer Schaden zugefügt wird“.

Steht der letzte Satz tatsächlich so in der Pressemitteilung, wie der SWR zitiert, liest sich dies, als verbitte es sich der Verband, dass seine Mitglieder öffentlich über die Arbeit der Interessenvertretung diskutieren.

Beim DEHOGA in Rheinland-Pfalz sieht man der Klage derweil scheinbar gelassen entgegen. Die Wahl sei „satzungsrechtlich einwandfrei und vom Verfahrensablauf ordnungsgemäß zustandegekommen“, wird Geschäftsführerin Anna Roeren-Bergs unter Verweis auf Anwälte, die den Sachverhalt geprüft hätten, zitiert.

Gereon Haumann, der Präsident des DEHOGA Rheinland-Pfalz, war im Sommer 2018 von der Delegiertenversammlung des Verbandes drei Jahre vor Ablauf seiner Amtszeit bis 2029 im Amt bestätigt worden. Wie der Trierische Volksfreund berichtet, soll sich Haumann sein Engagement auch „äußerst gut bezahlen lassen“.

Im Vorfeld hatte ein Kreisverband Protest gegen diese Entscheidung angekündigt, konnte sich damit bei der Versammlung aber nicht durchsetzen, berichtete ebenfalls der Volksfreund.

Haumann wurde von der Delegiertenversammlung im Vorfeld eines großen Festaktes für weitere acht Jahre im Amt bestätigt. Im Beisein zahlreicher Prominenz aus Politik und Wirtschaft weihte der DEHOGA zeitgleich seine Geschäftsstelle in Bad Kreuznach ein. Bei einer Pressekonferenz gab der Präsident an, den Landesverband saniert zu haben und präsentierte positive Geschäftszahlen. Ferner kann der gebürtige Kölner für sich in Anspruch nehmen, den einst heillos zerstrittenen Landesverband vereint zu und dessen Schlagkraft deutlich erhöht zu haben. 

Wie die Allgemeine Zeitung damals berichtete, habe sich der Widerstand gegen die vorzeitige Amtszeitverlängerung in einigen Kreisverbänden auch an der Höhe der Bezüge des Präsidenten entzündet. Laut Zeitung verursache Haumann jährliche Lohn- und Honorarkosten in Höhe von rund 330 000 Euro. Das Blatt beruft sich dabei auf ein Verbandsmitglied, das lieber anonym bleiben möchte. Die meisten Präsidenten in den DEHOGA-Landesverbänden arbeiten ehrenamtlich. Jetzt kommen scheinbar 20 der 4.500 Mitglieder aus der Deckung und beschreiten den Rechtsweg.


 

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