Nach Verbraucherbefragung: Welches Nährwert-Logo macht das Rennen?

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Wenn Julia Klöckner am Montagmittag in Berlin vor die Kameras tritt, hat es fast etwas von einer Preisverkündung: Macht der Favorit das Rennen? Gibt es eine Überraschung? Tatsächlich hat die Ernährungsministerin von der CDU wohl einen Gewinner zu präsentieren - nämlich das Logo, das in einer offiziellen Verbraucherbefragung am besten abgeschnitten hat. Es geht um eine Kennzeichnung, die Kunden beim Einkauf möglichst klar anzeigt, ob das gewählte Fertigprodukt ein «Dickmacher» ist oder eben nicht. Klöckner hat angekündigt, das Umfrage-Ergebnis sei für sie maßgeblich dafür, welches Modell die Bundesregierung zur freiwilligen Nutzung auf Packungen empfiehlt.

Um welche Kennzeichnungen geht es?

Zur Auswahl stehen vier Logos. Am bekanntesten ist der französische Nutri-Score, für den Verbraucherschützer, Ärzte und die SPD werben. Er bezieht neben dem Gehalt an Zucker, Fett und Salz empfehlenswerte Bestandteile wie Proteine in eine Bewertung ein und gibt dann einen einzigen Wert an - in einer Skala von Grün bis Rot. Nur im Computer existieren zwei Modelle, die stärker die einzelnen Nährstoffe zeigen: ein Vorschlag des Verbands der Lebensmittelbranche mit fünf Kreisen und einer des bundeseigenen Max-Rubner-Instituts (MRI) mit gefärbten Waben. Vierter Kandidat ist das «Keyhole»-Logo aus Skandinavien mit weißem Schlüsselloch auf grünem Grund nur für gesündere Produkte.

Wozu die große Befragung?

Seit Jahren wird über eine Kennzeichnung diskutiert, die Verbrauchern bei einer gesünderen Ernährung helfen soll. Lange drehte sich der Streit um eine aus Großbritannien stammende «Ampel» mit mehreren separaten Symbolen in rot, gelb oder grün für Zucker, Fett und Salz. Ebenso lange wehrte die Lebensmittelbranche das aber scharf ab. Nun soll eine möglichst breit getragene Lösung her. Für die Befragung holte Klöckner Verbraucherschützer und die Wirtschaft ins Boot. Dabei wurden 1600 Teilnehmern gefragt, wie die Modelle unter verschiedenen Aspekten ankommen. Klöckner hat klar gemacht, dass sie selbst keine Präferenz hat und das Ergebnis für sie «maßgeblich» sein soll.

Was soll ein neues Logo überhaupt bringen?

Pflicht sind auf dem europäischen Markt bisher schon Nährwerttabellen mit Angaben auch zur Kalorienzahl. Sie sind aber meist klein gedruckt auf der Rückseite oder noch versteckteren Stellen der Packung zu finden. Eine Kennzeichnung, mit der man Produkte auf einen Blick vergleichen kann, sei daher ein Muss, argumentierte MRI-Präsident Pablo Steinberg vor dem Start der Verbraucherbefragung im Sommer. Das ergänzende Nährwert-Logo, das Hersteller freiwillig auf die Packung drucken können, soll gut sichtbar auf die Vorderseite. Dabei ist umstritten, was es vorrangig anzeigen soll: eine Gesamtbewertung, anschaulichere Infos zu einzelnen Nährwerten oder beides zugleich.

Wie geht es weiter?

Für die nächsten Schritte hängt viel davon ab, wie das Ergebnis der Befragung ausfällt. Gibt es einen unangefochtenen Sieger? Womöglich ist alles aber auch komplizierter, und es beginnt der nächste Streit, wie die Befunde der Umfrage zu deuten sind. Die Verbraucherzentralen haben schon gemahnt, Klöckner solle nicht nur die Ergebnisse veröffentlichen, sondern die ganze Studie komplett mit allen Fragen.

Von Sascha Meyer, dpa


 

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