Neue Corona-Regeln in Niedersachsen

| Politik Politik

Es ist ein Stück weit Ruhe eingekehrt: Trotz regionaler Corona-Hotspots sieht Gesundheitsministerin Carola Reimann eine «vergleichsweise ruhige Infektionslage» in Niedersachsen. Das sei die Grundlage für den fünften Schritt der Lockerungen im Stufenplan, sagte die SPD-Politikerin am Freitag. Von Montag an gelten daher wieder einmal neue Regeln zur Eindämmung des Virus.

Die wichtigste Änderung: Der Aufenthalt in der Öffentlichkeit ist künftig in Gruppen von bis zu zehn Personen möglich. Bisher war dies auf die Mitglieder von zwei Haushalten beschränkt. Wenn die Gruppen aus Angehörigen oder aus Mitgliedern von höchstens zwei Haushalten bestehen, dürfen sich sogar mehr als zehn Menschen treffen. Auch das Picknicken und Grillen im Freien wird erlaubt.

Außerdem können Kinos und Theater am Montag wieder öffnen. Allerdings müssen die Zuschauer sich an den Mindestabstand halten und, wenn die Vorstellung drinnen stattfindet, einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Die Zahl der Besucher ist auf höchstens 250 beschränkt. Die Veranstalter müssen, wie man es mittlerweile etwa vom Friseur oder aus dem Restaurant kennt, die Kontaktdaten der Gäste erfassen, um mögliche Infektionsketten später nachverfolgen zu können.

Wie angekündigt kehren auch die Kitas am Montag in den eingeschränkten Betrieb zurück. Für alle Kinder soll es dann wieder ein Betreuungsangebot geben. «Das ist eine lange geplante und sehr notwendige Maßnahme im Angesicht stabil niedriger Infektionszahlen in Niedersachsen», sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD).

Für Hotels entfällt mit der neuen Verordnung die Vorgabe, maximal 80 Prozent der Plätze zu belegen. Der Tourismus kann rechtzeitig zur Sommersaison also weiter an Fahrt aufnehmen. Und auch für den Amateursport gibt es Erleichterungen: Unter Auflagen können Sportler und Vereine wieder Zuschauer empfangen.

Gelten soll die neue Verordnung bis zum 5. Juli. Für die Zeit danach hat der Krisenstab der Landesregierung eine deutlich kompaktere, leichter verständliche Version der Corona-Maßnahmen angekündigt. Lediglich einige Grundregeln sollen dann noch übrig bleiben. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der Schweizer Nationalrat hat eine Verlängerung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes für Beherbergungsleistungen bis Ende 2035 abgelehnt. HotellerieSuisse kritisiert die Entscheidung. Nach der Entscheidung des Nationalrates wird sich nun der Ständerat mit der Vorlage befassen.

Marmelade kehrt zurück, Honig wird transparent: Die reformierten EU-Frühstücksrichtlinien bringen ab Juni 2026 neue Kennzeichnungspflichten auf das Buffet. Warum die strengeren Herkunftsangaben beim Honig den Einkauf verändern und neue Chancen für regionale Frühstückskonzepte bieten.

Der Deutsche Tourismusverband fordert anlässlich einer Bundestagsanhörung eine langfristige Absicherung der Finanzierung für die touristische Infrastruktur: Nur mit verlässlichen Förderinstrumenten könnten die Ziele der Nationalen Tourismusstrategie realisiert werden.

Die EU-Kommission hat erstmals Strategien für Inseln und Küstenregionen vorgestellt. Im Fokus stehen touristisch geprägte Gebiete, die mit Klimawandel, Wohnraummangel, saisonalen Arbeitsmärkten und einer hohen Abhängigkeit vom Tourismus konfrontiert sind.

Der Hotelverband Deutschland fordert eine Klarstellung der EU-Kommission zur Auslegung der Verpackungsverordnung PPWR. Nach Ansicht des Verbands könnten Hotels und Gastronomiebetriebe sonst fälschlicherweise als Hersteller von Verpackungen eingestuft werden.

Die Europäische Kommission hat wegen der Registrierungspflicht für Reisende ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Spanien eingeleitet. Die spanischen Hotelverbände FEHM und CEHAT begrüßen den Schritt und fordern die sofortige Aufhebung der Regelung.

Ein Bündnis aus 14 Wirtschaftsverbänden fordert die Bundesregierung zur Modernisierung des Arbeitszeitrechts auf. Im Zentrum steht die Forderung nach einer Umstellung auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit.

Der Deutsche Tourismusverband fordert angesichts steigender kommunaler Kosten eine breitere Finanzierungsbasis für touristische Infrastrukturen. Dabei werden insbesondere Gästebeiträge und Tourismusabgaben als Mittel zur Sicherung der regionalen Attraktivität hervorgehoben.

Wie schon 2015 scheitert Hamburg mit seinen Olympia-Plänen am Willen der Bevölkerung. Das ist auch eine Niederlage für den Senat und seinen Bürgermeister Peter Tschentscher. Wirtschaftsverbände bedauerten das Nein zu Olympia.

Urlaub in Deutschland könnte für viele angesichts der angespannten Weltlage eine realistische Option werden. Profitieren dürften nach Ansicht des Tourismus-Koordinators vor allem küstennahe Regionen.