Normenkontrollrat zum Bürokratieabbau - Große Schnittmenge mit DEHOGA-Forderungen

| Politik Politik

Der Nationale Normenkontrollrat (NKR) hat sein Maßnahmenpaket zur Entlastung der Wirtschaft von unnötiger Bürokratie erweitert und darin mehrere zentrale Vorschläge aufgenommen, die auch vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) wiederholt gefordert wurden. Die Aktualisierung umfasst nun 77 konkrete Vorschläge zur Reduzierung von Dokumentations- und Meldeauflagen, die insbesondere kleine und mittelständische Betriebe betreffen.

Arbeitsrechtliche Vorschläge des NKR

Ein wichtiger Punkt, den der NKR neu in sein Paket aufgenommen hat, betrifft das Nachweisgesetz. Der Kontrollrat schlägt vor, die Niederschrift der wesentlichen Vertragsbedingungen von Arbeitsverhältnissen digital zu ermöglichen. Bisher sind von dieser Erleichterung Branchen wie das Gastgewerbe ausgenommen. Des Weiteren zielt ein Vorschlag auf die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) ab. Der NKR fordert, das Verfahren in ein Push-Verfahren umzuwandeln. Dies würde bedeuten, dass die Krankenkassen die eAU aktiv an den Arbeitgeber übermitteln müssten, anstatt den Arbeitgeber die Information abrufen zu lassen.

Erleichterungen im Arbeitsschutz gefordert

Im Bereich des Arbeitsschutzes gibt es ebenfalls mehrere Übereinstimmungen mit Forderungen des DEHOGA. Die Vorschläge des Kontrollrats sehen vor, dass Unternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten von der Dokumentationspflicht über die Gefährdungsbeurteilungen nach dem Arbeitsschutzgesetz ausgenommen werden sollen. Die Verpflichtung zur Einrichtung von Arbeitsschutzausschüssen soll obligatorisch erst ab 50 Beschäftigten greifen, im Gegensatz zur bisherigen Schwelle von 20. Zudem sollen die Sitzungen dieser Arbeitsschutzausschüsse verpflichtend nur noch einmal pro Jahr statt wie bisher vierteljährlich vorgesehen werden.

Ferner sollen wiederholende jährliche Unterweisungen über Gefährdungen am Arbeitsplatz abgeschafft werden. Stattdessen sollen Betriebe selbst entscheiden dürfen, wann Unterweisungen erforderlich sind. Auch sollen die Unterweisung von Beschäftigten über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit sowie die betriebsärztliche Unterstützung digital zugelassen werden. Abschließend sollen verpflichtende Überprüfungen durch Elektrofachkräfte bei einfachen Betriebsmitteln wie Notebooks, Wasserkochern und Kaffeemaschinen entfallen.

Politische Unterstützung und nächste Schritte

Die Vorschläge des Nationalen Normenkontrollrats erhalten teilweise Unterstützung aus der Politik. Einige der Maßnahmen finden sich auch in der kürzlich von den Ministerpräsidenten der Bundesländer verabschiedeten föderalen Modernisierungsagenda. Der DEHOGA bekräftigt seine Absicht, weiterhin darauf zu dringen, dass die zuständigen Ministerien, insbesondere das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, die Vorschläge aus dem Maßnahmenpaket des NKR aufgreifen und umsetzen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der Präsident der Österreichischen Hotelvereinigung übt deutliche Kritik an den Plänen des Finanzministers zur Preisprüfung in der heimischen Gastronomie. Er sieht die Verantwortung für die Inflation bei den hohen Energiekosten sowie staatlichen Abgaben.

Bessere Gesundheit für die Menschen in Deutschland, vielleicht sogar mehr Lebensjahre? Mit solchen Versprechen wirbt der Ärztepräsident für eine neue Abgabe auf bestimmte Produkte.

In Italien war alkoholfreier Wein lange ein Tabu: Traditionalisten fürchteten eine Verwässerung der italienischen Weinkultur. Nach langen Debatten ist der Weg für die inländische Produktion nun frei.

Zum Beginn des neuen Jahres begrüßt der Hotelverband Deutschland (IHA) die Welcome Hotels als neues Mitglied in seinen Reihen. Die Hotelgruppe mit Sitz in Frankfurt am Main ist mit derzeit 14 Häusern in Deutschland vertreten.

In Österreich wird die Handhabung von Trinkgeldern im Hotel- und Gastgewerbe vereinheitlicht. Eine neue Verordnung ersetzt die neun unterschiedlichen Landesregelungen durch bundesweite Pauschalen, schafft Rechtssicherheit und stärkt die Auskunftsrechte der Mitarbeiter.

Mit Blick auf die Finanzierungsprobleme der Rentenkasse hält es Bayerns Ministerpräsident Markus Söder für nötig, dass die Deutschen länger arbeiten und sich seltener und kürzer krankschreiben lassen.

Der Jahreswechsel 2026 markiert für das deutsche Gastgewerbe einen Wendepunkt bei den steuerlichen Rahmenbedingungen. Während eine dauerhafte Senkung der Umsatzsteuer auf Speisen die Betriebe entlastet, fordern neue gesetzliche Vorgaben beim Mindestlohn, höhere CO2-Preise und digitale Verwaltungsprozesse die Branche heraus.

Ab Januar 2026 müssen Gastronomen in Freiburg für Einwegverpackungen eine kommunale Steuer entrichten. Damit wird Freiburg nach Städten wie Konstanz ein weiterer Standort im Südwesten, der Einwegverpackungen mit einer lokalen Verbrauchssteuer belegt. In anderen Bundesländern bleibt die Lage hingegen uneinheitlich.

Spätestens zum 31. Dezember 2026 muss die Evaluierung des aktuellen Glücksspielstaatsvertrags in Deutschland abgeschlossen sein. Sie soll festhalten, ob die bisherigen Maßnahmen ausreichend sind, wie wirkungsvoll sie sich zeigen und wo Nachbesserungsbedarf ist. Neue Maßnahmen könnten dann ab 2028 in Kraft treten, denn solange läuft die bisherige Version des Glücksspielstaatsvertrags.

Die Bundesregierung hat das neue EinfachMachen-Portal freigeschaltet. Damit existiert erstmals eine zentrale Anlaufstelle auf Bundesebene, über die Bürger, Unternehmen, Verbände und Verwaltungsangestellte bürokratische Hindernisse direkt melden können.