Null Prozent: NGG fordert zeitweilige Aussetzung der Mehrwertsteuer für Gastgewerbe

| Politik Politik

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat eine zeitweilige Aussetzung der Mehrwertsteuer für das Gastgewerbe vorgeschlagen, um „Gastronomie und Hotellerie einen kraftvollen Neustart zu ermöglichen“. Schließlich wurde das Gastgewerbe besonders früh und hart von den Auswirkungen der Corona-Pandemie getroffen und die wirtschaftlichen Folgen für die Branche seien daher auch besonders gravierend. 

Ein geeigneter Weg für den Neustart sei deshalb eine zeitweilige Aussetzung der Mehrwertsteuer, wie der NGG-Vorsitzende Guido Zeitler der Nachrichtenagentur Reuters erklärte: 

"Das zeitweilige vollständige Aussetzen der Mehrwertsteuer, so wie es das IMK vorschlägt, kann ein schneller und unbürokratischer Weg sein, dem Gastgewerbe in einer außergewöhnlichen Situation den 'Neustart' zu erleichtern. Allerdings ist es zwingend erforderlich, dass dies nur für einen begrenzten Zeitraum von sechs Monaten, höchstens aber bis Ende 2020 praktiziert wird. Es muss dabei sichergestellt sein, dass auch die Beschäftigten, zum Beispiel durch Aufstockung des Kurzarbeitergeldes, davon profitieren. Steuerliche Maßnahmen müssen genau nur auf diesen Zweck des 'Neustarts' begrenzt sein. Die Mehrwertsteuer ist essenziell zur Finanzierung staatlicher Leistungen und Beschäftigte im Gastgewerbe sind auf einen leistungsfähigen Staat angewiesen."

Grundsätzlich habe die Gesundheit der Beschäftigten höchste Priorität. Zeitler: "Wenn nach Bewertung der Bundesregierung und der Ministerpräsidenten die Kontaktbeschränkungen gelockert und Einrichtungen des Gastgewerbes wieder geöffnet werden, muss der Gesundheitsschutz der Beschäftigten und der Gäste an erster Stelle stehen. Dazu gehört, dass zum Beispiel in Restaurants, auch wenn es schwierig ist, die Abstände oder andere geforderte Hygiene- und Schutzmaßnahmen eingehalten werden. Hier sind Kreativität und auch neue Konzepte nötig, denn das Gastgewerbe ist immer ein Ort des Erlebens und der Begegnung. Auch für die Küchenbereiche ist das eine Herausforderung, da hier meist auf engstem Raum zusammengearbeitet wird."


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Bundesernährungsminister Alois Rainer sieht angesichts der Teuerung bei Nahrungsmitteln keinen Raum für weitere Preisaufschläge etwa für mehr Tierwohl oder auf stark gezuckerte Getränke. «Das kann ich nicht verantworten», sagte Rainer.

Der DEHOGA und die Gewerkschaft NGG haben sich auf einen neuen Entgelt-Tarifvertrag für das baden-württembergische Gastgewerbe geeinigt. Die Übereinkunft umfasst eine Laufzeit bis zum 31. März 2028. Kern der Einigung ist eine schrittweise Erhöhung der Löhne und Gehälter in insgesamt drei Phasen.

Das neue Gesetz zur Modernisierung der Schwarzarbeitsbekämpfung ist in Kraft. Durch digitale Buchprüfungen und automatisierten Datenaustausch will der Zoll illegale Beschäftigung effizienter aufdecken. Während das Gastgewerbe auf weniger Bürokratie hofft, wachsen die Anforderungen an die Dokumentationspflichten der Betriebe.

Der Präsident der Österreichischen Hotelvereinigung übt deutliche Kritik an den Plänen des Finanzministers zur Preisprüfung in der heimischen Gastronomie. Er sieht die Verantwortung für die Inflation bei den hohen Energiekosten sowie staatlichen Abgaben.

Bessere Gesundheit für die Menschen in Deutschland, vielleicht sogar mehr Lebensjahre? Mit solchen Versprechen wirbt der Ärztepräsident für eine neue Abgabe auf bestimmte Produkte.

In Italien war alkoholfreier Wein lange ein Tabu: Traditionalisten fürchteten eine Verwässerung der italienischen Weinkultur. Nach langen Debatten ist der Weg für die inländische Produktion nun frei.

Zum Beginn des neuen Jahres begrüßt der Hotelverband Deutschland (IHA) die Welcome Hotels als neues Mitglied in seinen Reihen. Die Hotelgruppe mit Sitz in Frankfurt am Main ist mit derzeit 14 Häusern in Deutschland vertreten.

In Österreich wird die Handhabung von Trinkgeldern im Hotel- und Gastgewerbe vereinheitlicht. Eine neue Verordnung ersetzt die neun unterschiedlichen Landesregelungen durch bundesweite Pauschalen, schafft Rechtssicherheit und stärkt die Auskunftsrechte der Mitarbeiter.

Mit Blick auf die Finanzierungsprobleme der Rentenkasse hält es Bayerns Ministerpräsident Markus Söder für nötig, dass die Deutschen länger arbeiten und sich seltener und kürzer krankschreiben lassen.

Der Jahreswechsel 2026 markiert für das deutsche Gastgewerbe einen Wendepunkt bei den steuerlichen Rahmenbedingungen. Während eine dauerhafte Senkung der Umsatzsteuer auf Speisen die Betriebe entlastet, fordern neue gesetzliche Vorgaben beim Mindestlohn, höhere CO2-Preise und digitale Verwaltungsprozesse die Branche heraus.