SH: SPD unterstützt Forderung nach dauerhaft reduzierter Mehrwertsteuer

| Politik Politik

Die SPD-Spitze in Schleswig-Holstein unterstützt den Wunsch des Hotel- und Gaststättenverbandes, die Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen in Restaurants über den nächsten Sommer hinaus beizubehalten. Eine Verlängerung wäre ein wirksamer Beitrag zu einer nachhaltigen Erholung der Branche, erklärte die Landesvorsitzende Serpil Midyatli nach einem Gespräch mit Dehoga-Präsident Axel Strehl angesichts der Corona-Folgen für die Branche. Strehl hatte sich dafür ausgesprochen, die Steuersenkung dauerhaft zu behalten. Nach bisherigem Stand ist sie bis zum 30. Juni nächsten Jahres befristet.

Die Lage in der Branche sei extrem unterschiedlich, sagte Strehl. «In den touristischen Top-Lagen an den Küsten kommen die Betriebe mit einem blauen Auge davon.» Nur zehn Kilometer landeinwärts sehe es schlechter aus. «Der Umsatz dieser Betriebe liegt bei 20 bis 40 Prozent unter Vorjahresniveau.»

Wer große Feiern wie Hochzeiten und Geburtstage ausrichte, habe riesige Probleme, sagte Strehl. «Es gibt Betriebe, die seit März bereits über 100 fest eingeplante Veranstaltungen absagen mussten.» Das bedeute im Durchschnitt einen Umsatzverlust von 900.000 Euro. Völlig um ihre Existenz kämpften die Diskotheken und Clubs. Sie hätten seit der coronabedingten Schließung Mitte März bis heute keinen Umsatz.

«Kurzarbeit und Darlehen haben uns zwar zunächst gerettet», sagte der Dehoga-Präsident. «Wir müssen aber in den nächsten Monaten und Jahren wieder Geld verdienen, um auch die Schulden zurückzahlen zu können.»

Midaytli sagte: «Bei Hotels und Gaststätten droht uns eine Krise nach der Krise.» Sie ergänzte: «Aktuell sehen wir das noch nicht, weil auch die Anzeigepflichten für Insolvenzen ausgesetzt sind.» Das Tourismus-Land Schleswig-Holstein dürfe keinen Kahlschlag im Hotel- und Gaststättengewerbe zulassen. «Am Ende des Jahres brauchen wir einen Kassensturz», sagte Midyatli. Gemeinsam mit dem Dehoga müsse ein genaues Bild von der Lage der Betriebe gemacht werden. «Dann müssen wir schauen, ob Teile von Krediten in Zuschüsse umgewandelt werden, um Überschuldung zu verhindern.» (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der Schweizer Nationalrat hat eine Verlängerung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes für Beherbergungsleistungen bis Ende 2035 abgelehnt. HotellerieSuisse kritisiert die Entscheidung. Nach der Entscheidung des Nationalrates wird sich nun der Ständerat mit der Vorlage befassen.

Marmelade kehrt zurück, Honig wird transparent: Die reformierten EU-Frühstücksrichtlinien bringen ab Juni 2026 neue Kennzeichnungspflichten auf das Buffet. Warum die strengeren Herkunftsangaben beim Honig den Einkauf verändern und neue Chancen für regionale Frühstückskonzepte bieten.

Der Deutsche Tourismusverband fordert anlässlich einer Bundestagsanhörung eine langfristige Absicherung der Finanzierung für die touristische Infrastruktur: Nur mit verlässlichen Förderinstrumenten könnten die Ziele der Nationalen Tourismusstrategie realisiert werden.

Die EU-Kommission hat erstmals Strategien für Inseln und Küstenregionen vorgestellt. Im Fokus stehen touristisch geprägte Gebiete, die mit Klimawandel, Wohnraummangel, saisonalen Arbeitsmärkten und einer hohen Abhängigkeit vom Tourismus konfrontiert sind.

Der Hotelverband Deutschland fordert eine Klarstellung der EU-Kommission zur Auslegung der Verpackungsverordnung PPWR. Nach Ansicht des Verbands könnten Hotels und Gastronomiebetriebe sonst fälschlicherweise als Hersteller von Verpackungen eingestuft werden.

Die Europäische Kommission hat wegen der Registrierungspflicht für Reisende ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Spanien eingeleitet. Die spanischen Hotelverbände FEHM und CEHAT begrüßen den Schritt und fordern die sofortige Aufhebung der Regelung.

Ein Bündnis aus 14 Wirtschaftsverbänden fordert die Bundesregierung zur Modernisierung des Arbeitszeitrechts auf. Im Zentrum steht die Forderung nach einer Umstellung auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit.

Der Deutsche Tourismusverband fordert angesichts steigender kommunaler Kosten eine breitere Finanzierungsbasis für touristische Infrastrukturen. Dabei werden insbesondere Gästebeiträge und Tourismusabgaben als Mittel zur Sicherung der regionalen Attraktivität hervorgehoben.

Wie schon 2015 scheitert Hamburg mit seinen Olympia-Plänen am Willen der Bevölkerung. Das ist auch eine Niederlage für den Senat und seinen Bürgermeister Peter Tschentscher. Wirtschaftsverbände bedauerten das Nein zu Olympia.

Urlaub in Deutschland könnte für viele angesichts der angespannten Weltlage eine realistische Option werden. Profitieren dürften nach Ansicht des Tourismus-Koordinators vor allem küstennahe Regionen.