Sicherheitskosten bei Volksfesten: Bayerns Wirtschaftsminister will Wirte entlasten

| Politik Politik

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) will einen Runden Tisch einberufen mit dem Ziel, Wirte von immer weiter steigenden Sicherheitskosten bei Volksfesten zu entlasten. Man müsse eine Debatte führen, was Schausteller und Wirte, was die Veranstalter von Volksfesten und was die öffentliche Hand - Freistaat und Bund - bezahlen müssten, sagte Aiwanger am Dienstag in München. Zu dem Runden Tisch will er nach eigenen Worten Vertreter der Schausteller und Wirte, des Hotel- und Gaststättenverbandes sowie von Städtetag, Gemeindetag und bayerischem Innenministerium einladen.

Aiwanger präzisierte damit einen Vorschlag, den er bereits beim Delegiertentag des Deutschen Schaustellerbundes am Freitag gemacht hatte: Er nannte es dort ein «berechtigtes Anliegen» der Wirte und Schausteller, nicht für die immer weiter steigenden Sicherheitskosten auf Volksfesten und Weihnachtsmärkten herangezogen zu werden, die über den normalen Betrieb hinausgingen. Die öffentliche Hand, die staatlichen Stellen, müssten für die «Grundsicherheit» der Veranstaltungen geradestehen, argumentierte der Wirtschaftsminister.

Nach diversen Anschlägen der vergangenen Jahre, etwa auf dem Berliner Breitscheidplatz, waren die Sicherheitskosten bei Volksfesten deutlich gestiegen. In München wurde für die Wiesn eine Umsatzpacht eingeführt, um die Kosten zu decken. Der Schaustellerbund wehrt sich seit langem dagegen: Sicherheit sei eine staatliche Aufgabe, steigende Kosten dürften nicht auf die Schausteller abgewälzt werden.

In der Staatsregierung gibt es ungeachtet von Aiwangers Vorstoß derzeit keine konkreten Pläne, Wirte von den gestiegen Sicherheitskosten zu entlasten. Dies sei bislang kein Thema im Kabinett gewesen und es gebe auch keinen Antrag, irgendetwas zu verändern, verlautete aus Kreisen der schwarz-orangen Koalition. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der DEHOGA kritisiert Pläne der Rentenkommission, den Sonderstatus von Minijobs künftig auf Schüler zu beschränken. Der Verband warnt vor erheblichen Folgen für die Personalplanung in Hotellerie und Gastronomie.

Das Berliner Abgeordnetenhaus hat ein neues Landesgaststättengesetz beschlossen. Vorgesehen sind unter anderem längere Öffnungszeiten für die Außengastronomie in künftig festzulegenden Ausgehvierteln.

Die Rentenkommission will beitragsfreie Minijobs künftig auf Schüler beschränken. Besonders das Gastgewerbe könnte von der geplanten Änderung betroffen sein: Jeder zweite Beschäftigte in Gastronomie und Hotellerie arbeitet auf Minijob-Basis.

München will die Vermietung von Ferienwohnungen künftig stärker kontrollieren. Der Sozialausschuss des Stadtrats hat eine Registrierungspflicht beschlossen und weitere Änderungen bei der Zweckentfremdung von Wohnraum auf den Weg gebracht.

Die Chefin der «Wirtschaftsweisen» wirbt für einen Abbau von Subventionen. Steigende Preise und Kosten könnten nicht immer wieder abgefedert werden. Deutschland lebe auf Pump. insbesondere fordert Monika Schnitzer die Rücknahme der Senkung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie.

Die Chefin der «Wirtschaftsweisen» wirbt für einen Abbau von Subventionen. Steigende Preise und Kosten könnten nicht immer wieder abgefedert werden. Deutschland lebe auf Pump.

50 Cent extra pro Einwegbecher? Die Wirtschaft in Potsdam reagierte verärgert. Jetzt soll die Verpackungssteuer auf Einweggeschirr in der Landeshauptstadt später kommen als vorgesehen.

Der Entwurf zur Reform des Arbeitszeitgesetzes sorgt für Kritik aus Wirtschaft, Hotellerie und Politik. Streitpunkt sind vor allem die geplante Tarifbindung bei flexibleren Arbeitszeiten sowie die verpflichtende elektronische Zeiterfassung. Branchenvertreter des Gastgewerbes sind auf der Zinne.

Die Arbeitszeitregeln sollen gelockert werden, das hatten Union und SPD im Koalitionsvertrag vereinbart. Wie sehr, ist noch offen. Ein erster Entwurf hält grundsätzlich am Achtstundentag fest.

Das Europäische Parlament hat neue Vorgaben für die Bezeichnung pflanzlicher Lebensmittel gebilligt. Während Begriffe wie „Veggie-Burger“ erlaubt bleiben sollen, könnten Bezeichnungen wie „Veggie-Hühnchen“ oder „veganer Speck“ künftig untersagt werden.