Stiko-Mitglied will "Lockdown für alle" als "Notschalter"

| Politik Politik

Ein Mitglied der Ständigen Impfkommission (Stiko) hat für den Fall einer noch dramatischeren Corona-Lage einen «Lockdown für alle» ins Spiel gebracht. «Wir brauchen einen Notschalter, falls die Intensivstationen wirklich zusammenbrechen sollten», sagte Klaus Überla, Direktor des Virologischen Instituts am Uniklinikum Erlangen und Mitglied der Stiko am Robert-Koch-Institut, am Donnerstag den «Nürnberger Nachrichten» und der «Nürnberger Zeitung». Ob 2G ausreichen würde, wisse er nicht.

Der Lockdown sei ein «Notschalter», über den man sich jetzt schon Gedanken machen sollte, betonte er. Letztlich sei es am wenigsten belastend, wenn man diesen sehr kurz und sehr heftig ansetze. Überla schlug für den Fall einen «Lockdown für alle» vor - «sowohl in der Arbeit als auch im Privaten».

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte am Donnerstag für eine landesweite Hochstufung auf 2G «wo es möglich ist» plädiert, außerdem sollte in Clubs und Discos 2G plus gelten - also Zutritt nur für Geimpfte und Genesene mit zusätzlichem Schnelltest. Stiko-Mitglied Überla sagte, 2G plus sei bei bestimmten Veranstaltungen sinnvoll, generell sei es vom Aufwand und von der Logistik her kaum zu stemmen. Das gelte auch für das Gedankenspiel mit 1G plus.

«Ganz entscheidend» seien nun die Booster-Impfungen, sagte Überla. «Wir müssen umgehend die Impfkapazitäten erhöhen auf die Werte, die wir zuletzt im Juni hatten», sagte er. Außerdem hält der Mediziner das Tragen einer medizinischen Maske am Arbeitsplatz für sinnvoll. «Sie belastet kaum. Und es wäre damit mehr gewonnen als mit FFP2-Masken, die viele auf "halb acht" tragen», sagte er. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Berliner Restaurants, Cafés und Kneipen sollen ihre Gäste in Zukunft länger auch vor der Türe bedienen dürfen. Das steht im Entwurf eines Gaststättengesetzes, den der Senat auf den Weg brachte.

Fernsehen, Spitzenküche - und jetzt auch noch Kommunalpolitik für Alexander Herrmann? Die Wählerinnen und Wähler im oberfränkischen Landkreis Kulmbach haben entschieden.

Das neue Tariftreuegesetz trifft die Hotellerie im Kern: Zimmerkontingente und Tagungen für den Bund hängen künftig an strikten Tarifvorgaben. Der Dehoga warnt trotz Nachbesserungen vor einem enormen Prüfaufwand für die Betriebe.

Unter welchen Namen dürfen Burger und Schnitzel ohne Fleisch in der EU verkauft werden? Nach viel Wirbel gibt es eine Einigung. Komplett glücklich ist der deutsche Minister damit nicht.

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger spricht sich für einen Karenztag bei Krankheit aus. Lohn soll es dann erst ab dem zweiten Krankheitstag geben. Was er sich davon verspricht.

Eine breite Allianz von Wirtschaftsverbänden fordert in einem Brandbrief den Stopp der Potsdamer Verpackungssteuer. Sie warnen vor Preissteigerungen von bis zu 50 Prozent und bezweifeln den ökologischen Nutzen der Abgabe.

Der Landtag von Baden-Württemberg hat den Weg für die Rückerstattung von Corona-Soforthilfen frei gemacht. Wer vor dem 8. April 2020 Anträge stellte und bereits Geld zurückgezahlt hat, erhält dieses nun inklusive Zinsen zurück – allerdings erst nach einem noch einzurichtenden Antragsverfahren.

Mit Anwälten und Abmahnungen kämpfen die Oktoberfestwirte gegen den illegalen Weiterverkauf von Tischreservierungen. Nachdem erste Urteile gegen horrende Preise gefallen sind, warnen Stadt und Wirte nun gemeinsam: Gültig sind nur Original-Reservierungen.

Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) will das Verbot der Bettensteuer durch den Freistaat Bayern vor dem Bundesverfassungsgericht prüfen lassen. Zuerst muss aber noch der Stadtrat zustimmen.

Die Idee einer Steuer auf zuckerhaltige Getränke stößt in der Bevölkerung einer Umfrage zufolge auf große Zustimmung. 60 Prozent der Befragten bewerten eine Steuer positiv, deren Höhe mit dem Zuckergehalt des Getränks steigt.