Südwesten: Gastro-Öffnungen außen und innen noch vor Pfingsten möglich

| Politik Politik

Gute Nachrichten für die Gastronomie im Südwesten: In baden-württembergischen Kreisen mit Inzidenzen unter 100 dürfen Betriebe in Kürze nicht nur ihre Außenbereiche für Gäste öffnen, sondern zeitgleich auch die Innenräume. Das hat das zuständige Sozialministerium heute nach intensiven Gesprächen mit dem DEHOGA angekündigt. Die Entscheidung ist ein großer Erfolg für die Branche, sie bedeutet aber auch erhebliche Verantwortung für die Betriebe.

Für die kommende Woche hat die Landesregierung die Änderung der Corona-Verordnung angekündigt, die den Weg für Betriebsöffnungen in Gastronomie und für touristische Übernachtungen in der Hotellerie in Kreisen mit Inzidenzwerten unter 100 frei macht. Öffnungen werden dann aller Voraussicht nach frühestens zum Wochenende 15./16. Mai in den betreffenden Kreisen möglich.

Dass Baden-Württemberg bei den Gastronomie-Öffnungen jetzt schneller vorangehen will als andere Bundesländer, ist auch das Ergebnis intensiver und konstruktiver Gespräche mit dem DEHOGA. „Wir konnten in guten, sehr vertrauensvollen Gesprächen mit dem zuständigen Sozialministerium überzeugend darlegen, dass die gleichzeitige Öffnung der Außen- und Innenbereiche sinnvoll und auch verantwortbar ist“, betont DEHOGA-Landesvorsitzender Fritz Engelhardt. Nur die Außenbereiche zu öffnen wäre für viele Betriebe wirtschaftlich nicht kostendeckend. Außerdem haben die Erfahrungen des ersten Re-Starts 2020 gezeigt, dass Öffnungen nur im Freien erhebliche praktische Probleme verursachen.

„Jetzt gilt es zu beweisen, dass wir das Vertrauen der Landesregierung, für das wir sehr dankbar sind, auch verdienen“, betont Fritz Engelhardt. „Jeder geöffnete Betrieb ist gefordert, durch korrektes Einhalten der Regeln und Sicherheitsmaßnahmen zu belegen, dass unsere Hygienekonzepte innen und außen funktionieren."

DEHOGA informiert und appelliert an die Betriebe

Der DEHOGA Baden-Württemberg flankiert die geplanten Öffnungsmaßnahmen durch eine Informationsoffensive. Diese umfasst die intensive, kontinuierliche Aufklärung der Betriebe über die geltenden Regeln und Maßnahmen sowie die aktive Unterstützung bei der Umsetzung, z.B. durch Aushänge und Beschilderungen zur Gäste- und Mitarbeiterinformation. Solche Umsetzungshilfen wird der DEHOGA allen Betrieben kostenlos zur Verfügung stellen. DEHOGA-Landesvorsitzender Engelhardt betont: „Unser Versprechen an die Landesregierung gilt: Wir werden als DEHOGA alles in unseren Kräften stehende tun, um unseren Beitrag zu verantwortungsvollen, sicheren Betriebsöffnungen zu leisten.“

Die DEHOGA-Informationsoffensive ist deshalb auch verbunden mit einem klaren Appell: Betriebe und Gäste sind aufgefordert, gemeinsam durch Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen ihren Beitrag zur Erhaltung der wiedergewonnen Öffnungsmöglichkeiten beizutragen. Im Rahmen der Informationsoffensive wird der DEHOGA außerdem Beschwerden und Probleme aufgreifen, von denen er Kenntnis erlangt, und durch Lösungs- und Verbesserungsvorschläge aktiv Möglichkeiten zur Fehlerbeseitigung aufzeigen.

Detailregelungen in der Corona-Verordnung

Welche Sicherheitsmaßnahmen und Regeln künftig gelten werden, steht aktuell noch nicht im Detail fest. Sie werden in der kommenden Woche in der Corona-Verordnung präzisiert. Erste Antworten auf wichtige Fragen erwartet der Verband bereits am Montag, 10. Mai. Der DEHOGA wird die Betriebe aktuell und umfassend informieren.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Der CDU-Wirtschaftsflügel will das Recht auf Teilzeit abschaffen. Mit dem Vorstoß sollen fehlende Arbeitskräfte kompensiert werden. Vielen Beschäftigten dürfte das nicht gefallen. Was bisher gilt im Überblick.

Die Pläne des Wirtschaftsflügels der Union, den Rechtsanspruch auf Teilzeit einzuschränken, stoßen auf eine massive Welle der Kritik. Während die Mittelstands- und Wirtschaftsunion gegen „Lifestyle-Teilzeit“ vorgehen will, warnen SPD, Gewerkschaften und sogar Teile der CDU vor einem Realitätsverlust.

Die beiden größten freien Interessenverbände der österreichischen Tourismuswirtschaft rücken räumlich und strategisch enger zusammen. Ab Februar verlegt der Österreichische ReiseVerband (ÖRV) seinen Sitz in die Räumlichkeiten der Österreichischen Hotelvereinigung (ÖHV) in Wien.

Berlin verschärft die Regeln gegen die Zweckentfremdung von Wohnraum. Mit der neuen Verordnung steigen die Ausgleichszahlungen bei Abriss oder Umwidmung auf 4.600 Euro pro Quadratmeter, um den Schutz des Mietmarktes zu verstärken.

Nach verlorenen Prozessen lenkt das Wirtschaftsministerium in Stuttgart ein: Betriebe, die Corona-Soforthilfen der ersten Phase erhalten oder bereits zurückgezahlt haben, sollen entschädigt werden. Die Neuregelung schafft Klarheit für Anträge bis zum 7. April 2020.

Wegen des hohen Krankenstands in Deutschland nimmt Bundeskanzler Friedrich Merz erneut die telefonische Krankschreibung ins Visier. Darüber müsse man mit dem Koalitionspartner SPD sprechen, so der CDU-Chef.

Unternehmen, die in Baden-Württemberg Corona-Hilfen zurückzahlen mussten, können jetzt auf eine Erstattung hoffen. Was das für 62.200 Betriebe und 437 Millionen Euro bedeutet – und warum das Finanzministerium jetzt am Zug ist.

Die Österreichische Hotelvereinigung weist die Forderungen des Bauernbundes nach einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung zurück. ÖHV-Präsident Walter Veit fordert stattdessen einen stärkeren Fokus auf Qualität und Tierwohl in der landwirtschaftlichen Produktion.

Andere Länder haben mit einer Zuckersteuer bereits gute Erfahrungen gemacht. Experten der Akademie der Wissenschaften ermuntern zur Einführung auch in Deutschland.

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger fordert die Bundesregierung zu umfassenden Reformen auf. Wenn die Koalition ihre Mehrheit im Bundestag nicht nutze, sei dies schon «hart an der Grenze zur Verantwortungslosigkeit».