Teil-Lockdown startet: Öffentliches Leben wird heruntergefahren

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In ganz Deutschland hat ein vierwöchiger Teil-Lockdown begonnen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen. Von diesem Montag an sind in allen Bundesländern entsprechende Verordnungen in Kraft. Bundesweit müssen Gastronomie, Kultur und Freizeiteinrichtungen weitestgehend schließen. Auch für persönliche Treffen gelten strengere Regeln: In den meisten Bundesländern dürfen nur noch zwei Haushalte zusammenkommen - teils gilt das sogar für Treffen im privaten Raum. Das Herunterfahren der Kontakte soll verhindern, dass Gesundheitsämter und das Gesundheitssystem überlastet werden, insbesondere die Intensivstationen.

Anders als im Frühjahr bleiben aber diesmal Kitas und Schulen sowie Geschäfte generell geöffnet. Schließen müssen dagegen Restaurants, Cafés, Bars und Kneipen, nur zum Mitnehmen dürfen sie noch Speisen und Getränke verkaufen. Auch Kinos und Theater, Opern und Museen, Fitnessstudios, Schwimmbäder, Saunen und viele andere Einrichtungen müssen in die Zwangspause gehen. Generell sollen die Menschen auf nicht unbedingt notwendige Reisen und Besuche verzichten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich am vergangenen Mittwoch angesichts der schnell steigenden Infektionszahlen mit den Ministerpräsidenten der 16 Bundesländer auf die drastischen Schritte verständigt. Sie sollen zunächst bis Ende November dauern, nach zwei Wochen wollen Bund und Länder gemeinsam eine Bestandsaufnahme machen und gegebenenfalls nachsteuern. Die Länder setzen die Einschränkungen per Verordnung um, daher gibt es regional Unterschiede.

Der Rekord lag bisher bei 19 059 registrierten Neuinfektionen in Deutschland innerhalb eines Tages. Das Robert Koch-Institut hatte ihn am Samstag gemeldet. Auch die Zahl der schwer Erkrankten und derer, die beatmet werden müssen, war zuletzt deutlich gestiegen, und die Sorge vor einer Überlastung der Krankenhäuser nimmt zu. Nach Angaben Merkels ist derzeit bei drei Viertel der Corona-Fälle nicht klar, wie es zu der Ansteckung kam. Teils schaffen es die Gesundheitsämter nicht mehr, die Kontakte der Infizierten nachzuvollziehen.

In der Veranstaltungs- und Kulturbranche sowie in der Gastronomie gibt es großen Ärger über die neuen Regeln. Diese Bereiche sind schon seit Beginn der Corona-Krise besonders schwer getroffen. Viele bangen um ihre Existenz. Neben den bereits laufenden Wirtschaftshilfen soll ein zusätzliches Paket von bis zu zehn Milliarden Euro Umfang den Betrieben und Selbstständigen helfen, die nun im November keinen Umsatz machen können. Juristen rechnen dennoch mit einer Klagewelle.

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