Tourismus-Koordinator: Krisen als Chance für heimische Reiseziele

| Politik Politik

Die angespannte Weltlage kann nach Ansicht des Tourismus-Koordinators der Bundesregierung dazu beitragen, dass mehr Menschen in Deutschland Urlaub machen. «So schlimm die Auswirkungen der Krise im Nahen Osten für viele Branchen sind, so sehr bieten sich dadurch Chancen für den Deutschlandtourismus», sagte der CDU-Politiker Christoph Ploß den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Insbesondere an Nord- und Ostsee rechne er mit «einer noch stärkeren Nachfrage als in den Vorjahren».

Im Iran-Krieg wurden auch in den Golfländern Energieanlagen, Flughäfen und bewohnte Gebiete angegriffen. Darunter litt das Image der Länder als sicherer Ort für Tourismus und Handel stark. Darüber hinaus verunsichert Reisende die Diskussion um drohenden Kerosinmangel. Bei einer vom Abrechnungsdienstleister SAP Concur im Auftrag gegebene und am Wochenende veröffentlichten repräsentativen Umfrage gab fast jeder Fünfte an, deswegen selbst bereits einen Flug storniert, umgebucht oder eine Stornierung durch die Airline erlebt zu haben. 

Flexibilisierung der Arbeitszeiten: Regierung will Branche fördern

Ploß wies darauf hin, dass die Bundesregierung in der Tourismusbranche eine immer wichtigere Säule für die Volkswirtschaft in Deutschland sehe, die zum Wirtschaftswachstum einen wichtigen Beitrag leiste. Er kündigte weitere Förderung an. «Wir werden die Tourismusunternehmen und Tourismusregionen in Deutschland noch in diesem Jahr mit mehreren Initiativen unterstützen, etwa durch eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten und mit mehr Investitionen in das Autobahn- und Schienennetz.»

Zuletzt hatte das Statistische Bundesamt zum Jahresbeginn von steigenden Übernachtungszahlen im deutschen Tourismusgeschäft berichtet. Im ersten Quartal wurden 86,7 Millionen Übernachtungen registriert - 2,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Anstieg der Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland war mit 0,8 Prozent deutlich schwächer als der bei den Inländern mit 2,9 Prozent. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Folgen des Iran-Kriegs belasten Autofahrer und Wirtschaft. Mit einer Steuersenkung und einem Krisen-Bonus will die Koalition helfen. Weitere Reformen sollen folgen.

Die Bundesregierung hält an ihren Plänen fest, künftig eine wöchentliche statt einer täglichen Höchstarbeitszeit zu ermöglichen. Das geht aus einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke hervor, die als Bundestagsdrucksache vorliegt.

Berlin will über den Bundesrat eine bundesweite Pflicht für digitale Zahlungsmittel durchsetzen. Auch im Koalitionsvertrag von Union und SPD ist eine entsprechende Regelung vorgesehen.

Ein Bündnis mehrerer Branchenverbände spricht sich gegen die geplante Ausweitung der Tierhaltungskennzeichnung auf die Gastronomie aus. Die Organisationen sehen laut Mitteilung zusätzliche Belastungen und fordern ein Aussetzen des Gesetzesvorhabens.

Das Bundeskabinett hat eine Verordnung beschlossen, die Ausnahmen vom Lärmschutz für Public Viewing während der Fußball-WM 2026 ermöglicht. Städte und Gemeinden sollen dadurch flexibler über Veranstaltungen in den Nachtstunden entscheiden können.

Eine Expertenkommission empfiehlt zur Sanierung der Krankenkassen Steuererhöhungen auf Tabak, Alkohol und Zucker. Während die Berater auf Prävention und Milliardenentlastungen setzen, warnen Verbraucherschützer vor neuen sozialen Barrieren im Gesundheitssystem.

Jugendliche ab 14 Jahren dürfen in Begleitung etwa der Eltern in der Öffentlichkeit Bier, Wein oder Sekt trinken. Die Jugendministerin will das «begleitete Trinken» beenden.

Der Rat der Europäischen Union hat die Reform der Pauschalreiserichtlinie verabschiedet, um für mehr Klarheit bei Reisearten und außergewöhnlichen Umständen zu sorgen. Kritiker bemängeln jedoch die Beibehaltung der 14-tägigen Rückerstattungsfrist und fehlende Instrumente für globale Krisenszenarien.

Berlin führt eine Ausbildungsplatzumlage für Unternehmen ein. Wirtschaftsverbände kritisieren die Abgabe und sprechen von zusätzlichen Belastungen für Betriebe.

Mit gezielten Hilfen für den Tourismussektor hat die Regierung der EU-Inselrepublik Zypern ein Maßnahmenpaket zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen des Nahostkonflikts geschnürt.