Tourismus- und Reisewirtschaft formuliert Forderungen zur Europawahl

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Der Tourismus ist ein starker Wirtschaftsmotor, entwickelt Regionen und verbindet die Menschen in Europa. Denn Reisen schafft Arbeitsplätze, überwindet Grenzen und baut Brücken. Zur Sicherung seiner Wettbewerbsfähigkeit braucht der Tourismus in Europa die richtigen Rahmenbedingungen. Dazu gehören offene Grenzen genauso wie geringe bürokratische Lasten oder passende Förderinstrumente.

Einen gemeinsamen Forderungskatalog zur Europawahl haben jetzt der Deutsche Tourismusverband (DTV) und der Deutsche Reiseverband (DRV) vorgelegt. 

Erhalt der Reisefreiheit

Die EU hat unkompliziertes Reisen in Europa erst möglich gemacht. Die Freizügigkeit innerhalb der EU, die durch das Schengener Abkommen gewährleistet wird, ist eine unverzichtbare Errungenschaft. Neben den unmittelbaren ökonomischen Vorteilen die Schengen mit sich bringt, ermöglicht das Abkommen Europas Bürgern, dass sie ihre Urlaubswochen weitgehend ungetrübt von Grenzkontrollen und bürokratischen Anträgen verbringen können. Der Erhalt der Reisefreiheit und offener Grenzen ist daher eine zentrale gemeinsame Forderung von DTV und DRV.

Zuständigkeiten bündeln und mit Augenmaß regulieren

Der Tourismus braucht in der EU echte Kümmerer, heißt es in dem gemeinsamen Papier. Denn nach wie vor schenkt die EU dem Wirtschaftsfaktor Tourismus unzureichende Aufmerksamkeit. Tourismusbeauftragte in den Fraktionen des Europäischen Parlaments könnten Zuständigkeiten bündeln und die vielen den Tourismus betreffenden Politikfelder stärker vernetzen.

Neue Auflagen für die Tourismus- und Reisewirtschaft führen zu Mehraufwand und Kosten bei den Unternehmen. Um sicherzustellen, dass keine neuen Belastungen entstehen, sollten sie im Dialog mit der Branche praxisnah gestaltet und turnusmäßig durch den Gesetzgeber evaluiert werden. Ein Beispiel dafür ist die europäische Sammelklage, die auf europäischer Ebene eingeführt werden soll. Hier ist Augenmaß gefragt, um Missbrauch und Fehlanreize auszuschließen. Ein anderes Beispiel ist die EU-Pauschalreiserichtlinie, die für die Branche unverhältnismäßig viel Bürokratie geschaffen und für Verwirrung bei der Reisebuchung gesorgt hat. Sie sollte nach der anstehenden Evaluierung entbürokratisiert und vereinfacht werden.

Starke Wirtschaftskraft

Der Tourismus sorgt für fast drei Millionen Beschäftigte in Deutschland. Mit rund 477 Millionen Übernachtungen wurde im letzten Jahr ein neuer Rekordwert im Deutschlandtourismus errechnet. Darunter sind fast 90 Millionen ausländische Gäste. Zwei Drittel aller Reisen der Deutschen führen ins Ausland. Im vergangenen Jahr haben die Bundesbürger laut Deutscher Bundesbank fast 80 Milliarden Euro für Auslandsreisen – inklusive der Zahlungen im Urlaubsland selbst – ausgegeben. Mit einem Anteil von rund vier Prozent an der Bruttowertschöpfung ist die Tourismuswirtschaft in Deutschland stärker als der Maschinenbau an der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung beteiligt (3,5 Prozent) – und fast so stark wie die Automobilindustrie.


 

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