Veränderte Aufnahmekriterien bei Fair Job Hotels

| Politik Politik

Zu ihrem dreijährigen Bestehen hat die 2016 gegründete Initiative Fair Job Hotels die Aufnahmekriterien und Beiträge angepasst. Jetzt sind keine Bürgen mehr für eine Mitgliedschaft notwendig. Fair Job Hotels will verbindliche Werte und Standards für den Umgang in der Arbeitswelt setzen.

 Die 2016 gegründete Initiative Fair Job Hotels e.V. lädt jeden Betrieb in der Branche, der sich auf verbindliche Werte und einen fairen Umgang mit Mitarbeitern festgelegt hat, ein, als Partner an der Schaffung einer gemeinsamen frischen, offenen und transparenten Employer-Brand mitzuarbeiten. Die zehn sogenannten „FAIRsprechen“, welche jedes Mitglied freiwillig im Betrieb umsetzt, bilden die Grundlage für einen gemeinsamen Wertekanon, der langfristig das Image der gesamten Branche heben soll.

Zum dreijährigen Bestehen werden nun die Aufnahmekriterien und Beiträge angepasst. Anfänglich benötigten Bewerber zwei Bürgen aus den Reihen des Vereins. Das führte dazu, dass hauptsächlich aus dem persönlichen Netzwerk der Vier- und Fünf-Sterne-Kategorie rekrutiert wurde. Inzwischen wurden intern die notwendigen Strukturen geschaffen, um mehr, also auch nicht klassifizierte Partner, die sich entsprechend engagieren, aufnehmen zu können. Dazu wurde der Fragebogen sowie das Aufnahmeprocedere angepasst. „Interessenten werden zu einem persönlichen Gespräch mit den Gründungsmitgliedern eingeladen. Das gibt nicht nur Auskunft über den Führungsgedanken, sondern auch die Gelegenheit eines persönlichen Kennenlernens“, so Alexander Aisenbrey, Vorsitzender des Vereins.

Außerdem wird die Beitragsstruktur nun nach Mitarbeiter gestaffelt: Hotels mit 1 bis 20 Mitarbeitern zahlen künftig 1.000 € (pro Jahr), mit 21 bis 50 Mitarbeitern sind es 2.000 € und ab 51 Mitarbeitern 5.000 €. Damit ist die Preisgestaltung auch für kleinere Hotels attraktiv, denn: „Je mehr Partner wir haben, desto mehr nähern wir uns unserem Ziel, eine faire Unternehmungsführung in der gesamten Branche zu verankern und diese somit für Bewerber wieder attraktiv zu machen,“ so Aisenbrey.

Eine aktive Mitgliedschaft bei Fair Job Hotels e.V. hat sich auch bei der Rekrutierung von Mitarbeitern bewährt: Mitgliedshotels werden im Vergleich zu anderen Stellenanbietern von den Bewerbungskandidaten in der Regel bevorzugt. Mit diesen Neuerungen rückt Fair Job Hotels e.V. seinem hochgesteckten Ziel – der positiven Veränderung des Branchenimages – wieder ein kleines Stückchen näher.

Über Fair Job Hotels e.V.

Im Juni 2016 wurde der Verein von 16 namhaften Mitgliedern aus der Hotelerie, Fachpresse und Zuliefer-Industrie gegründet. Ziel des Zusammenschlusses ist es, gemeinsame, verbindliche Werte und Standards für den Umgang in der Arbeitswelt zu setzen. Die über 100 Hotels, die sich dem Verbund angeschlossen haben, verpflichten sich, einen fairen Arbeitsplatz zu bieten, die Einhaltung aller Gesetzte und Tarifabschlüsse sowie eine faire Bezahlung zu gewährleisten. Partnerhotel der Initiative kann werden, wer das „FAIRsprechen“ mitträgt und die „10 Gebote“ in seinem Betrieb umsetzt – im Sinn von: „Wir fördern und fordern Talente“, „Wir realisieren faire Arbeitszeiten“ und „Wir bieten für viele Lebensmodelle die passenden beruflichen Herausforderungen“. Die Kampagne umfasst neben einer Fair-Job-Börse verschiedene gemeinsame Marketingmaßnahmen zur Verbesserung des Branchenimages. Mehrere Prominente wie Branchenkenner Christian Rach,‚Panikrocker‘ Udo Lindenberg und Fußball-Nationalspieler Jerome Boateng und zuletzt Schauspielerin Iris Berben haben sich dem Verbund als Fürsprecher angeschlossen. Bis Februar 2020 tourt der Landrover FAIRdinand mit Maria Mittendorfer am Steuer durch ganz Deutschland und besucht Berufsfach- und Hochschulen, Messen und relevante Bildungseinrichtungen, um potentiellen Nachwuchs zu rekrutieren.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Mit deutlicher Kritik reagiert der Dehoga auf den Kabinettsbeschluss zur Einkommensteuerreform. Wer sich politisch zum Minijob bekenne, müsse ihn auch bezahlbar halten, so Verbandspräsident Guido Zöllick.

Online-Plattformen für Kurzzeitvermietungen müssen erstmals Belegungsdaten über die Datendrehscheibe der Bundesnetzagentur übermitteln. Tobias Warnecke vom Hotelverband Deutschland verweist bei der Umsetzung auf die entscheidende Rolle einer zentralen Infrastruktur auf Landesebene.

Bis zu 120 Betriebe aus Rheinland-Pfalz sollen das kostenfreie Beratungsangebot bis Ende 2027 nutzen können. Minister Ebling hat vor allem Hoteliers oder Gastronomen aus einer Region im Auge.

Die EU-Kommission hat Einwände gegen Teile der geplanten deutschen Tierhaltungskennzeichnung. Ein Verbändebündnis um den DEHOGA fordert deshalb erneut, die vorgesehene Kennzeichnungspflicht für die Außer-Haus-Verpflegung aus dem Gesetzentwurf zu streichen.

Die Bundesregierung bereitet eine Steuer auf stark gezuckerte Getränke vor. Die Deutschen zeigen sich bei dem Thema gespalten.

Großbritannien konnte den Zuckergehalt in Softdrinks fast halbieren, Frankreich stützt mit der Zuckersteuer die Krankenversicherung von Bauern und ein Land besteuert Limonade, aber fördert Schnaps.

Die EU-Kommission sieht im Entwurf des Gesetzes zur Tierhaltungskennzeichnung einen Verstoß gegen das EU-Recht. Ein Verbändebündnis aus Gastronomie und Lebensmittelwirtschaft fordert daraufhin die Streichung der Pflichtkennzeichnung für die Außer-Haus-Verpflegung.

Finanzminister Lars Klingbeil will keine Extrasteuer auf zuckerfreie Getränke erheben. «Das mache ich nicht. Das wird nicht kommen», erklärte der SPD-Chef. Eine «Zuckersteuer auf zuckerfreie Getränke» ergebe keinen Sinn.

Der Deutsche Tourismusverband kritisiert die AfD-Pläne zur Umgestaltung der Kultur- und Tourismusvermarktung in Sachsen-Anhalt. DTV-Präsident Meyer belegt die wirtschaftliche Relevanz ostdeutscher Kulturstätten und warnt vor Schäden für das internationale Image.

 In der Bundesregierung zeichnet sich ein Streit um die konkrete Ausgestaltung der geplanten Zuckersteuer ab. Wie zuerst die «Bild»-Zeitung unter Verweis auf ein Papier aus dem Finanzministerium berichtete, gibt es Pläne, dass die geplante Zuckersteuer mehr Produkte betreffen könnte als gedacht.