Camo baut Roomservice-Modell für Hotels in den USA aus

| Technologie Technologie

Die Roomservice-Plattform Camo Hospitality hat eine Seed-Finanzierungsrunde über vier Millionen US-Dollar abgeschlossen. Das Unternehmen aus Anaheim in Kalifornien will das Kapital nutzen, um in weitere US-Märkte zu expandieren, derzeit getestete Einführungen über mehrere Hotelportfolios zu unterstützen und seine Technologieplattform weiterzuentwickeln. Das geht aus einer Mitteilung des Unternehmens vom 18. August 2026 hervor.

Camo berichtet zugleich von einem Umsatzwachstum von mehr als 200 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Anbieter sei derzeit in mehr als 60 Hotels in sechs US-Märkten aktiv und arbeite mit mehreren größeren Hotelmarken und Managementgesellschaften an einer Ausweitung auf weitere Häuser.

Camo organisiert Roomservice ohne eigene Hotelküche und zusätzliches Personal

Camo bietet Hotels einen vollständig gemanagten Roomservice unter der jeweiligen Hotelmarke. Das Unternehmen übernimmt dabei Bestelltechnologie, Abwicklung über lokale Küchen, Lieferlogistik und Gästeservice. Nach Angaben von Camo erfordert das Modell weder den Aufbau einer eigenen Küche noch zusätzliche Mitarbeiter im Hotel.

Den durchschnittlichen Bestellwert beziffert das Unternehmen auf rund 45 US-Dollar. Die meisten Hotels erzielten über das Revenue-Share-Modell nach Angaben von Camo einen monatlichen Nettogewinn zwischen 1.000 und 5.000 US-Dollar. Die durchschnittliche Lieferzeit liege bei etwa 22 Minuten.

Über ein Hotelportal stellt Camo den Betrieben zudem Daten auf Bestellebene zur Verfügung. Die Hotels könnten damit unter anderem sehen, was Gäste bestellen, wann Bestellungen erfolgen und wie sich das Bestellverhalten im Verlauf eines Aufenthalts verändert.

Camo schätzt Lieferausgaben in US-Hotels auf fünf Milliarden Dollar

Das Unternehmen schätzt, dass Gäste jährlich mehr als fünf Milliarden US-Dollar für Restaurantlieferungen in US-Hotelzimmer ausgeben. Gleichzeitig böten etwa neun von zehn Hotels keinen traditionellen Roomservice an. Ein großer Teil dieser Ausgaben fließe derzeit über externe Lieferplattformen, wodurch Hotels weder an den Umsätzen beteiligt seien noch entsprechende Gästedaten erhielten. Bei beiden Angaben handelt es sich um Schätzungen von Camo.

Camo-Gründer und CEO Kevin Rohani erklärte, die Nachfrage nach Essenslieferungen ins Hotelzimmer sei nicht verschwunden. Das traditionelle Modell sei für viele Hotels jedoch zu teuer und betrieblich zu komplex geworden. Camo habe deshalb ein Modell entwickelt, das ohne die Fixkosten eines klassischen Roomservice auskommen solle.

Investoren beteiligen sich an vier Millionen Dollar schwerer Finanzierungsrunde

Zu den Investoren gehören Anthony Lacavera, Gründer und Chairman von Globalive, Rajan Hansji, CEO der Hansji Corporation, Azim Jamal, CEO von Pacific Reach, Parsa Rohani, Mitgründer von Neudesic/Timu, und Evan Weiss, Mitgründer von LWHA. Darüber hinaus beteiligte sich nach Unternehmensangaben eine Gruppe von Hotelbesitzern, die Camo bereits in ihren Häusern einsetzen.

Langfristig will Camo sein Modell über Speisen hinaus auf weitere On-Demand-Dienstleistungen ausweiten. Das Unternehmen nennt dabei Wellness, Transport, Erlebnisse und weitere Dienstleistungen. Diese Transaktionen sollen ebenfalls über das Hotel abgewickelt werden.

Camo hat außerdem seinen Beirat erweitert. Dazu gehören Paul Tuscano, ehemaliger Chief Digital Officer von KFC und früherer Manager bei Marriott International, der frühere Square- und Meta-Manager Mike Cohen sowie Alex Canter, Gründer von Ordermark und Nextbite.

Camo Hospitality wurde von Kevin Rohani gegründet und hat seinen Hauptsitz in Anaheim, Kalifornien. Das Unternehmen arbeitet nach eigenen Angaben mit Hotels größerer Marken sowie mit unabhängigen Häusern.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Pressemitteilung

Seit dem 31. August 2026 ist der Self-Service-Zugang zu ChatGPT Ads in 31 europäischen Märkten verfügbar. Für Hotels eröffnet sich damit ein neuer möglicher Kontaktpunkt im Online-Marketing und Vertrieb. Online Birds sammelt erste Praxiserfahrungen und zeigt, welche Rolle ChatGPT Ads künftig in der Hotel Customer Journey spielen können.

Eventmachine stellt mit „FastPath Setup“ einen KI-gestützten Daten-Onboarding-Prozess für den MICE-Vertrieb vor. Aus verstreuten Unterlagen und Mitarbeiterwissen entsteht ein strukturiertes Angebotsportfolio, während der „Setup Health Check“ Konfigurationen live auf Logikfehler und falsches Pricing prüft. So können Hotels ab dem ersten Tag fehlerfreie MICE-Sofortangebote erstellen.

Pressemitteilung

Die Hotellerie steht angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels und steigender Betriebskosten vor der Herausforderung, operative Abläufe effizienter zu gestalten. Mit der Veröffentlichung des neuen White Papers „Der Generationenkompass im Hotelbetrieb“ präsentiert der Hotel-Technologieanbieter Straiv frische empirische Marktdaten zu den tatsächlichen Erwartungen von Hotelgästen.

Wo entstehen Umsätze, welche Vertriebskanäle bringen Buchungen und welche Zimmerkategorien sind besonders gefragt? DIRS21 will Hoteliers mit dem neuen Modul DIRS21 Insights einen zentralen Überblick über diese Geschäftsdaten geben. Grundlage sind Reservierungsdaten, die bereits innerhalb der Plattform verarbeitet werden.

OpenTable baut seine Plattform mit mehr als 20 neuen und überarbeiteten Funktionen aus. KI und Automatisierung kommen von der Restaurantsuche über ChatGPT und Gemini bis zur Tischsteuerung und Auswertung von Betriebsdaten zum Einsatz.

DIRS21, happyhotel und ibelsa bündeln ihre Marktaktivitäten in Österreich. Fabio Torreggiani übernimmt dabei die Rolle eines gemeinsamen Ansprechpartners für den österreichischen Hotelmarkt.

Die Motel One Group integriert eine KI-gestützte Hotelsuche für Motel One und The Cloud One Hotels in ChatGPT. Verfügbarkeiten und Preise sollen dort in Echtzeit durchsucht werden können, die Buchung erfolgt weiterhin bei Motel One.

Anzeige

PMS, Restaurantkasse, Revenue, Housekeeping, Events: In vielen Hotels läuft alles nebeneinander statt zusammen. Das bremst Entscheidungen, erschwert den Einsatz von KI und kostet jeden Tag Geld. Vernetzte Hospitality-Plattformen sind daher das Zukunftsmodell. Dieser Beitrag zeigt warum, und mit welchen Quick Wins Häuser jetzt aus der Insel-Logik aussteigen.

Der Kampf um die Gastro-Kasse wird härter. Paymentkonzerne, Softwareanbieter und Lebensmittelgroßhändler wollen ins Geschäft. Doch was kostet das den Gastronomen wirklich – und wer verdient am Ende alles mit?

Mews Financial Services hat von der niederländischen Zentralbank DNB eine Lizenz als E-Geld-Institut erhalten. Die regulierten Funktionen sollen ab Ende 2026 zunächst bei einer Pilotgruppe von Unterkünften in den Niederlanden eingeführt und anschließend auf den EWR ausgeweitet werden.