Online-Werbung in der "Post-Cookie-Ära"

| Technologie Technologie

Die Organisation Werbungtreibende im Markenverband (OWM) hat zusammen mit dem Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. eine Studie zum Thema „Online-Werbung in der Post-Cookie-Ära“ durchgeführt. Untersuchungsziel war die Bewertung unterschiedlicher Handlungsszenarien für Werbungtreibende und andere Marktteilnehmer in der Post-Cookie-Ära.

Eines der Kernergebnisse lautet, dass in der Post-Cookie-Ära keine bestimmte Lösung zur qualifizierten Ansprache von Endnutzern folgt, sondern eine Kombination aus First-Party-Daten, Contextual Targeting und weiteren technischen Lösungen. Arne Kirchem, OWM-Vorstand, sagt: „Die Privacy Sandbox spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Wir werden sehr genau beobachten, ob Google - die ja immer wieder betonen, dass es sich um einen offenen Standard handelt, an dessen Entwicklung man mitarbeiten könne und solle -  die Interessen der Werbetreibenden ausreichend berücksichtigt.“

„Die Ergebnisse zeigen, dass das drohende Aus von Third-Party-Cookies keine Revolution ist, sondern Evolution“, sagt BVDW-Vizepräsident Thomas Duhr (IP Deutschland). „First-Party-Daten werden zur Grundvoraussetzung in der Mediaplanung. Sie werden zur Basis für effiziente Zusammenarbeit.“

Brückentechnologien bereits im Einsatz, Erfolg noch offen

Die in der Studie interviewten Werbeexperten glauben, dass Advertising Identifier eine wichtige technologische Brücke zwischen Nutzerdaten auf der Buy- und Sell-Side sind. Offen sei allerdings, wie Interoperabilität funktionieren wird, und ob sie langfristig von Regulatoren und Browsern unterstützt werden. Daher steht die Branche nun vor dem Zeitalter der Kooperationen, nur gemeinsam können neue Standards entwickelt und etabliert werden.

OWM-Vorstand Arne Kirchem erläutert: „Was wir uns aus Sicht der Werbetreibenden wünschen, ist eine Standardisierung. Ein Wildwuchs an neuen Ad-Identifiern und ein Dschungel von Ad-Tech-Anbietern sollte unbedingt vermieden werden. Hier müssen alle an einem Strang ziehen und die Funktionalität des gesamten Ökosystems muss im Fokus stehen; das im Zweifel vor den Partikularinteressen einzelner Marktteilnehmer. Die gemeinsame Studie der OWM mit dem BVDW zeigt wie sinnvoll es ist, Themen gemeinsam zu entwickeln.“

BVDW-Vizepräsident Thomas Duhr: „Alte Polaritäten sollten über Bord geworfen werden, trag- und zukunftsfähige Lösungen werden nur gemeinsam entwickelt werden können. Die Zusammenarbeit von OWM und BVDW bei dieser Studie ist ein erster wichtiger Schritt für den deutschen Markt. Werbungtreibende, Technologie- und Marktpartner müssen enger zusammenarbeiten, um auch in Zukunft datenschutzkonforme und effektive digitale Werbung zu ermöglichen. Kollaborative Lösungen führen gleichermaßen zu Datensparsamkeit und besserer User Experience.“

Die Untersuchung, die von der OWM beauftragt und vom BVDW partnerschaftlich unterstützt wurde, führte vonwerschpartner Digital Strategies im April bis Juni dieses Jahres durch. Anlass der Untersuchung sind regulatorische und Browser-getriebenen Entwicklungen, die ein Ende der Third-Party-Cookies herbeiführen werden. Dafür wurden rund 100 Experten aus den Umfeldern von OWM und BVDW (dazu gehörten Werbungtreibende, Technologieanbieter, Agenturen, Publisher und weitere Marktpartner) im Rahmen von Tiefeninterviews und einer Online-Untersuchung befragt.

Hier gibt es die Kurzfassung der Studie als PDF. 


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Airbnb ergänzt seine Plattform um KI-Suche, Reiseempfehlungen persönlicher Kontakte und weitere Dienstleistungen. Heise berichtet zugleich über unbeantwortete Fragen zu Serverstandorten und Datenschutzmaßnahmen beim Einsatz von KI-Drittanbietern.

Lola gehört zu Booking Holdings und verbindet als KI-Assistent Empfehlungen mit Buchungen von Hotels, Restaurants und Aktivitäten. Neben einer kostenlosen Mitgliedschaft gibt es zwei kostenpflichtige Varianten mit zwölfmonatiger Bindung.

SIDES hat ein Empfehlungsprogramm für die Vermittlung von Gastronomiebetrieben gestartet. Die Prämie beträgt je nach Größe des neuen Kunden bis zu 1.800 Euro.

 

Stellenanzeigen mit KI schreiben, Bewerbungen automatisch vorsortieren und künftig sogar Bewerbungsgespräche von einer KI führen lassen – fast jedes achte Unternehmen setzt KI im Bewerbungsprozess heute bereits ein, alle anderen können sich dies für die Zukunft vorstellen.

HotelNetSolutions hat eine Schwachstelle beim Zugriff auf Buchungsdaten geschlossen. Ein technischer Hinweis deutet auf einen Angriff spätestens am 20. August 2026 hin.

Accor hat ALL Concierge für die Hotelsuche und Fragen von Gästen eingeführt. Weitere Funktionen rund um Buchungen und Anfragen nach dem Aufenthalt sind angekündigt.

Expedia will Hotels über Metas KI-Agenten Muse buchbar machen. Die Ankündigung folgt auf Kursverluste von Reiseplattformen, die Medien mit Sorgen von Anlegern über Muse in Verbindung brachten. Wann die Buchungsfunktion in den USA startet, ist offen.

BE-A sieht aus wie eine Rezeptionistin, die direkt mit Hotelgästen spricht. Die Arbeit des KI-Systems beginnt aber schon vor der Ankunft: Es beantwortet Nachrichten, nimmt Anrufe entgegen und kann Buchungsanfragen bearbeiten. FLÆ Robotics entwickelt dafür mehrere Produktvarianten – vom schriftlichen Assistenten bis zum Avatar in der Holobox.

Künstliche Intelligenz (KI) zieht zunehmend in den Bereich der Ernährung ein – beispielsweise als Einkaufsberater oder sogar kochender Roboter. Viele Menschen in Deutschland stehen einer Umfrage zufolge der Technologie aber skeptisch gegenüber.

Bonieren ist keine Innovation – und bunte Dashboards machen noch kein intelligentes Kassensystem. Während künstliche Intelligenz die Entwicklung beschleunigt, entscheidet sich der Wettbewerb künftig an einer anderen Stelle: Wer macht aus Daten konkrete Handlungsempfehlungen? Stefan Brehm erklärt, warum die Kasse zum Betriebssystem des Restaurants werden muss – zum „POS in your Pocket“.