Airline-Chef: Teckentrup will Condor nicht zerschlagen lassen

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Condor-Chef Ralf Teckentrup will den deutschen Ferienflieger beim Verkauf an einen neuen Investor als Ganzes erhalten. Eine Zerschlagung der Fluggesellschaft sei aus seiner Sicht nicht sinnvoll, sagte der Manager den Nachrichtenagenturen dpa und dpa-AFX. Bei dem gerade gestarteten Investorenprozess erwarte er bereits im ersten Quartal des kommenden Jahres Ergebnisse. «Ich sehe keinen Grund, warum diese profitable Airline nicht weiterfliegen sollte. Condor wird aus der Krise gestärkt hervorgehen», erklärte der 61-Jährige, der die Gesellschaft seit 2004 führt.

Die Condor war im September mit der Pleite ihres britischen Mutterkonzerns Thomas Cook in Schwierigkeiten geraten. Die Gesellschaft mit 58 Flugzeugen und rund 4900 Mitarbeitern ist ein wichtiger Partner verschiedener Reiseveranstalter. In einem so genannten Schutzschirmverfahren ist sie aus dem Konzern herausgelöst worden und sucht nun unter Aufsicht eines Sachwalters nach neuen Investoren. Zur Überbrückung des Winters hat die Gesellschaft einen staatlichen Kredit über 380 Millionen Euro erhalten.

«Condor ist eine echte Investmentchance. Mit einfachen und überschaubaren Investitionen könnte man schnell zu besseren Ergebnissen kommen», sagte Teckentrup. Ein entscheidender Hebel zur Ergebnissteigerung sei die Erneuerung der angejahrten Flotte mit energieeffizienteren Flugzeugen. In der Vergangenheit habe man die Einnahmen bei der Londoner Konzernzentrale abliefern müssen, statt sie in neue Flugzeuge stecken zu können.

Beginnen sollte man wegen der größeren Effekte auf der Langstrecke, sagte Teckentrup. Das Unternehmen sei mit gestaffelten Laufzeiten der Leasingverträge und guten Herstellerkontakten bestens vorbereitet, sämtliche 16 Langstreckenflugzeuge innerhalb von fünf Jahren auszutauschen.

Condor hat Teckentrup zufolge seinen operativen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) im gerade abgeschlossenen Geschäftsjahr 2018/2019 weiter gesteigert. 2017/2018 hatte die Gesellschaft hier 43 Millionen Euro eingeflogen. Condor sei als Ganzes gut aufgestellt, sagte Teckentrup. «Die touristische Langstrecke ist ein absolutes Spezialgeschäft, in dem alle außer uns Verluste einfliegen. In unserem Unternehmen ist Technologie und ein einzigartiges Wissen um die verschiedenen Vertriebswege vorhanden. Wir können die gesamte Klaviatur vom weltweit erhältlichen Einzelticket bis zum Veranstaltergeschäft spielen.»

Der von der Privatbank Rothschild organisierte Investorenprozess werde transparent ablaufen, sagte Teckentrup. «Es haben sich deutlich mehr Interessenten gemeldet, als ich erwartet hätte. Es handelt sich um Unternehmen, die selbst Airlines betreiben, um Finanzinvestoren und schließlich um touristische Reiseveranstalter.» Die Entscheidung, wer beim Verkauf den Zuschlag erhält, fälle letztlich der Gläubigerausschuss. «Die entscheidenden Kriterien sind dann der Kaufpreis, der Erhalt der Arbeitsplätze und die Zukunftsfähigkeit des Konzepts.»

Die Kunden müssten im Schutzschirmverfahren nichts befürchten, versicherte der Condor-Chef. «Das wichtigste für uns und unsere Kunden ist, dass alle Tickets sicher sind – sowohl für die Wintersaison durch den Überbrückungskredit, als auch für die Sommersaison ab 1. April 2020, für die die Buchungseinnahmen für maximale Sicherheit für unsere Kunden auf einem Treuhandkonto verwaltet werden.»

Von Christian Ebner, dpa, und Steffen Weyer, dpa-AFX


 

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