Bayern feiert Olympia-Triumph Münchens

| Tourismus Tourismus

Dass München für Deutschland ins Rennen um Olympische und Paralympische Spiele geht, hat im Freistaat eine Welle der Euphorie ausgelöst. «Das ist ein großartiger Tag für München, Bayern und den Sportstandort Deutschland», jubelte Michael Höflich vom Bündnis PRO Olympia stellvertretend für die angeschlossenen Wirtschaftsverbände, Organisationen und Institutionen der Initiative. Auch aus der Politik und dem Sport kamen zahlreiche positive Reaktionen.

«Wir werden Deutschland im internationalen Wettkampf um Olympia nicht enttäuschen!», versicherte der Präsident des Bayerischen Landes-Sportverbands, Jörg Ammon. Für München beginne mit der Entscheidung eine neue Zeitrechnung.

Auch die Wirtschaft begrüßte es, dass München sich um die Spiele 2036, 2040 oder 2044 bewirbt. «München ist der richtige Ort. Die Stadt verfügt über große Erfahrung mit internationalen Großveranstaltungen, eine starke Infrastruktur und ein weltweit bekanntes olympisches Erbe», kommentierte der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft, Bertram Brossardt. Der Präsident des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages, Peter Inselkammer, sprach von einem «Freudentag» und sieht darin einen «Booster für den Wirtschaftsstandort Bayern».

Dehoga: "Bayern kann Gastgeber für die Welt sein"

„Das ist ein großartiger Tag für München und Bayern“, erklärte auch Dehoga Bayern-Präsidentin Angela Inselkammer. „München bringt beste Voraussetzungen, ein starkes olympisches Erbe und breite Rückendeckung mit. Jetzt beginnt der internationale Weg. Bayern kann Gastgeber für die Welt sein.“

Dehoga Bayern-Landesgeschäftsführer Dr. Thomas Geppert betont die wirtschaftliche Breitenwirkung: „Olympia ist weit mehr als ein Impuls für Tourismus und Gastgewerbe. Von regionalen Lebensmitteln und Getränken über Handwerk, Handel, Logistik und Mobilität bis hin zu Kultur und Dienstleistungen: Ein solches Großereignis schafft Nachfrage, stößt Investitionen an und stärkt Wertschöpfung und Beschäftigung weit über München hinaus.“

Dietl verspricht transparente Planung und Finanzierung

Auch aus der Politik kamen sowohl auf Landes- wie auf Kommunalebene zahlreiche überschwängliche Stellungnahmen. Während Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) bei der Entscheidung in Baden-Baden vor Ort waren, feierte die für Sport zuständige Dritte Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) mit anderen Befürwortern im Rathaus der Landeshauptstadt. 

«Olympische und Paralympische Spiele in München sind eine Chance, unsere Stadt nachhaltig weiterzuentwickeln: bei der Mobilität, beim Wohnungsbau, bei Sportstätten und bei der Infrastruktur», erläuterte sie. Zugleich bedeute die Entscheidung eine große Verantwortung: «Die Spiele müssen transparent geplant, verantwortungsvoll finanziert und nachhaltig umgesetzt werden. München wird diesen Anspruch an allen Stellen ernst nehmen.»

«Wichtiger Etappensieg, aber nicht das Finale»

Der Vorsitzende der CSU-Landtagsfraktion, Klaus Holetschek, richtete den Blick ebenfalls auf den weiteren Weg: «Die nationale Entscheidung ist jetzt ein wichtiger Etappensieg, aber noch nicht das Finale. Im internationalen Wettbewerb braucht es Geschlossenheit und volle Konzentration.» Er zeigte sich jedoch zuversichtlich: «Wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen, hat München beste Chancen.»

Bayerns Sozialministerin Ulrike Scharf (CSU) sah die Entscheidung mit Blick auf die Paralympischen Spiele als «Jahrhundert-Chance für die Inklusion.» Und ging noch einen Schritt weiter: «Das Gefühl, als Gemeinschaft stark zu sein, wird in den ganzen Freistaat ausstrahlen.»

Wasser in den Wein goss hingegen die Linke der Landeshauptstadt. Der Beschluss «ist für München eine Katastrophe», teilte die Partei mit. Mit Blick auf London und Paris warnte sie, dass die Lebenshaltungskosten durch die Spiele deutlich steigen würden. Und: «Nachdem die Stadt bereits Millionen Euro für die Bewerbung ausgegeben hat, kommen nun weitere Bewerbungskosten und potenziell Schulden in Milliardenhöhe auf München zu.» 

(Mit Material der dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die weltweiten Ausgaben für Geschäftsreisen steigen im Jahr 2026 voraussichtlich auf den Rekordwert von 1,56 Billionen Euro, während die Zahl der Reisen nur leicht zunimmt.

Ob Spirituosen, Korallenschmuck oder Designer-Kopien: Wer Souvenirs aus dem Urlaub mitbringen möchte, sollte wissen, was er tut. Sonst kann es bei der Einreise Probleme geben.

Der Deutsche Alpenverein meldet auf zahlreichen Berghütten in den Alpen akute Wasserknappheit. Auf einzelnen Hütten muss Trinkwasser bereits per Hubschrauber geliefert werden, während der Verband zu umfassenden Sparmaßnahmen aufruft.

Lufthansa kämpft mit teurem Kerosin und Streiks. Chef Spohr hält nun sogar einen Gewinnrückgang im Gesamtjahr für möglich und kündigt weiterhin hohe Ticketpreise an.

Bahnreisen blieben für Fahrgäste im Juli eine Geduldsprobe: Mit 52,6 Prozent war lediglich etwas mehr als die Hälfte der Fernzüge ohne größere Verzögerungen unterwegs. Im Vergleich zum Vormonat blieb die Quote damit unverändert.

Am Mittelmeer werden für Schirme und Liegen teils horrende Preise verlangt. An einigen Stränden Italiens gehen die Behörden neuerdings dagegen vor, auch wegen der EU. Aber die alten Kräfte wehren sich.

Die Deutsche Zentrale für Tourismus lädt Ende September zu einem hochrangigen Fachtreffen mit US-Entscheidern an den Bodensee ein, um Trends im amerikanischen Reisemarkt zu analysieren.

Der Sächsische Weinwanderweg verbindet die Betriebe der zweitkleinsten deutschen Weinregion, die nach schwierigen Jahren zu DDR-Zeiten eine Renaissance feiert. Vor allem der Schaumwein startet durch.

Der Edersee ist mitten in den Ferien nur noch zu rund einem Fünftel gefüllt. Wassersport geht kaum noch, Betriebe melden teils 50 Prozent Umsatzminus. Entspannung ist vorerst nicht in Sicht.

Über Airbnb, Booking.com und Expedia wurden 2025 insgesamt 68,3 Millionen Übernachtungen in deutschen Ferienwohnungen und -häusern gebucht. Die Daten ergänzen die amtliche Tourismusstatistik insbesondere um kleinere Anbieter.