Bei fast jedem zweiten Hundebesitzer bestimmt der Vierbeiner das Urlaubsziel

| Tourismus Tourismus

Der eigene Hund wird immer häufiger zum ausschlaggebenden Faktor bei der Wahl des Reiseziels und der Unterkunft. Eine aktuelle Umfrage in Verbindung mit Daten des Reiseportals Booking.com belegt, dass das Reisen mit Hund für viele deutsche Urlauber zur Priorität geworden ist.

Dieser Trend spiegelt sich in der Nachfrage wider: Weltweit wurden im vergangenen Jahr 7,74 Millionen Suchanfragen nach haustierfreundlichen Unterkünften auf der Plattform gestellt. Damit rangiert dieser Suchfilter bereits an dritthäufigster Stelle, noch vor traditionellen Kriterien wie Spa-Angeboten, kostenlosem WLAN und hauseigenen Restaurants.

Der Hund als Reiseberater

Die Relevanz des Haustiers reicht über die reine Unterkunftsfrage hinaus und beeinflusst die gesamte Urlaubsentscheidung. Die Befragung ergab, dass rund 43 Prozent der deutschen Hundebesitzer gezielt Destinationen auswählen, die besonders hundefreundlich sind. Ein knappes Drittel (30 Prozent) bucht den Urlaub sogar ausschließlich unter der Bedingung, dass der Hund mitreisen darf.

Ein wichtiger Grund für diese strikte Priorität ist die emotionale Bindung: Fast die Hälfte (49 Prozent) der Befragten gibt an, nervös zu werden, wenn sie ihren Hund zurücklassen müssen. Diese Sorge rührt oft aus der Befürchtung, das Tier könnte sich im Stich gelassen fühlen (50 Prozent), gestresst sein (31 Prozent) oder das Fressverhalten könnte beeinträchtigt werden (23 Prozent).

Hohe Reisebereitschaft und Budget

Das Mitführen des Vierbeiners fördert die Reisebereitschaft. 30 Prozent der Hundebesitzer gaben an, dass sie öfter und an weiter entfernte Orte verreisen würden, wenn sie ihren Hund dabei mitnehmen könnten.

Für viele spielt das Budget bei Reisen mit Hund kaum eine Rolle. 34 Prozent der Deutschen sind bereit, mehr als 1.000 Euro für ein verlängertes Wochenende im Ausland auszugeben, nur um die Anwesenheit ihres Tieres zu ermöglichen.

Würden logistische Hürden wegfallen, wäre die Zahlungsbereitschaft auch bei Flugreisen hoch: Zwei Drittel der Befragten (66 Prozent) befürworten, dass Hunde aller Größen in Flugzeugkabinen mitreisen dürfen. Fast genauso viele (61 Prozent) wären bereit, für ihren Hund ein vollständiges Flugticket zu bezahlen, damit dieser den Service und die Unterhaltung an Bord gemeinsam mit ihnen genießen kann.

Die beliebtesten internationalen Ziele, die Hundebesitzer aus Deutschland gemeinsam mit ihrem Vierbeiner erleben möchten, wären demnach Wien in Österreich (24 Prozent), die Blaue Lagune in Island (24 Prozent), die Dolomiten in Italien (20 Prozent), die Champagne in Frankreich (20 Prozent) und Ibiza in Spanien (16 Prozent).

Beliebte Destinationen und Unterkunftsformen

Innerhalb Deutschlands sind die Top-Reiseziele für haustierfreundlichen Urlaub, gemessen an der höchsten Anzahl an entsprechenden Unterkünften auf der Plattform, Westerland auf Sylt, gefolgt von Berlin und Grömitz in Schleswig-Holstein.

Bei der Unterkunftsart sind besonders Ferienhäuser beliebt (30 Prozent). Dies ist relevant für die Hotellerie, da diese Art der Unterkunft die Mehrheit der insgesamt 1,17 Millionen haustierfreundlichen Unterkünfte auf der Plattform ausmacht und somit den Wettbewerb im Segment der Unterkünfte mit Selbstverpflegung unterstreicht.

Norman Ladig, Regional Manager DACH bei Booking.com, kommentiert die Entwicklung: „Wir beobachten ständig, wie sich die Reisegewohnheiten der Menschen verändern. Eine besonders auffällige Entwicklung ist die wachsende Rolle, die Haustiere bei der Urlaubsplanung spielen.“ Er fügt hinzu: „Für viele Menschen fühlt sich ein Urlaub ohne Hund einfach nicht richtig an. Egal ob es um das Reiseziel, die Unterkunft oder sogar das Reisebudget geht – Haustiere sind mittlerweile ein fester Bestandteil der Entscheidungsfindung. Deshalb haben wir es für haustierfreundliche Unterkünfte auf unserer Plattform einfacher gemacht, etwaige Haustiergebühren schon zu Beginn des Buchungsprozesses transparent anzugeben – damit Haustiere nicht nur toleriert werden, sondern wirklich willkommen sind.“


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das neue DRV-Reisebürobarometer zeigt eine stabile Umsatzlage im deutschen Reisevertrieb, warnt jedoch vor sinkenden Renditen. Steigende Kosten für Personal und Miete belasten die Ertragslage, weshalb Serviceentgelte und effiziente Prozesse für die wirtschaftliche Stabilität der Reisebüros immer wichtiger werden.

Seit 25 Jahren prägt Pierre Nierhaus mit seinen Trendreisen die deutschsprachige Hospitality-Branche. Von den Anfängen in New York bis zur heutigen globalen Expertise bietet das Format tiefgehende Analysen und exklusiven Zugang zu internationalen Marktführern. Für das Jubiläumsjahr 2026 locken Premieren und spezielle Konditionen für Branchenentscheider.

Der Deutsche Tourismusverband erwartet für 2025 neue Rekordzahlen bei den Übernachtungen. Gleichzeitig warnt DTV-Präsident Reinhard Meyer vor einem massiven Investitionsstau in den Kommunen und fordert eine dauerhafte Stärkung der Tourismusfinanzierung im Bundeshaushalt.

Die Deutschen sind laut einer repräsentativen Umfrage so reiselustig wie seit 20 Jahren nicht mehr. Doch es muss kein Fernziel sein. In den vergangenen Jahren blieben viele Urlauber in Deutschland.

Der afrikanische Wellness-Markt entwickelt sich zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor. Die Destinationen setzen verstärkt auf eine Kombination aus traditioneller Heilkunde, naturnahen Unterkünften und kulturellen Erlebnissen.

Der Übertourismus macht längst nicht mehr nur klassischen Reisezielen zu schaffen. Inzwischen leiden auch abgeschiedene Gemeinden in der Natur. Was manchen Bürgermeister auf Ideen bringt - so auch in St. Magdalena in Südtirol.

Er ist ein Klassiker eines jeden Besuchs in Rom: der Trevi-Brunnen im historischen Zentrum der italienischen Hauptstadt. Doch der bisher kostenlose Zugang zu dem wohl berühmtesten Brunnen der Welt wird künftig etwas kosten.

Eine Datenauswertung von Airbnb identifiziert die aktuell beliebtesten Reiseziele deutscher Urlauber im 400-Kilometer-Umkreis der Landesgrenze. Vor allem naturnahe Regionen in Österreich und Italien verzeichnen ein massives Wachstum bei den Suchanfragen.

Eine aktuelle Interhome-Analyse beleuchtet die Buchungstrends deutscher Gäste für das Jahr 2026. Die Daten zeigen eine stabile Nachfrage nach Destinationen in den Alpen sowie an den Küsten und belegen eine klare Präferenz für Unterkünfte mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.

Ein Ausblick auf den Tourismus im Jahr 2126 zeigt eine Branche im radikalen Umbruch. Von der KI-gesteuerten Reiseplanung über Biohacking zur Lebensverlängerung bis hin zu orbitalen Hotelanlagen könnten technologische Innovationen das Reisen in 100 Jahren grundlegend neu definieren.