DTV veröffentlicht Praxisleitfaden für nachhaltige Entwicklung im Tourismus

| Tourismus Tourismus

Der Deutsche Tourismusverband hat eine aktualisierte Fassung seines Praxisleitfadens zur nachhaltigen Entwicklung von Tourismusdestinationen (PDF) herausgegeben. Das Dokument diene dazu, Standorte bei der strategischen Verankerung ökologischer, ökonomischer und sozialer Zielsetzungen zu unterstützen, teilt der Verband mit.

Die überarbeitete Version entstand in einer Kooperation mit Recet und erfuhr eine Förderung durch das Bundesamt für Naturschutz, kurz BfN, mit finanziellen Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Laut Reinhard Meyer, Präsident des DTV, sei nachhaltiges Handeln für den langfristigen Erfolg im Tourismus mittlerweile eine Grundvoraussetzung, da die Branche auf intakte Naturräume und die lokale Akzeptanz angewiesen sei.

Neue inhaltliche Elemente

Zu den inhaltlichen Neuerungen gehöre eine engere Verzahnung der Qualitätskriterien mit einem speziellen Indikatorenset. Zudem enthalte das Werk ein praxisorientiertes Stellenprofil für Nachhaltigkeitsmanagement, um Fachkräfte in den Regionen gezielt zu unterstützen. Neben der gedruckten Fassung stellt der Verband die Inhalte ab sofort über eine digitale Plattform zur Verfügung, um die fortlaufende Integration in die tägliche Arbeit zu erleichtern.

Eine bundesweite Untersuchung unter 379 Tourismusorganisationen belegt den steigenden Stellenwert der Thematik. Während 70 Prozent der befragten Organisationen von einer gewachsenen Bedeutung in den vergangenen drei Jahren berichten, erwarten 72 Prozent eine weitere Zunahme dieses Trends. Etwa 24 Prozent der Organisationen hätten Nachhaltigkeit bereits breit berücksichtigt oder fest in ihrer Strategie verankert.

Praktische Umsetzung vor Ort

Die Erhebung verdeutlicht jedoch auch strukturelle Hindernisse bei der Implementierung. Obwohl 44 Prozent der Akteure über personelle Ressourcen verfügen, hemmen vor allem begrenzte zeitliche Spielräume bei 76 Prozent, fehlende finanzielle Mittel bei 71 Prozent sowie unzureichende personelle Kapazitäten bei 65 Prozent der Befragten die Umsetzung. Folglich bewerten 91 Prozent eine angemessene personelle Ausstattung als kritischen Erfolgsfaktor.

Bundeswettbewerb startet im September

Der DTV bereitet in Zusammenarbeit mit dem BfN sowie dem Umweltministerium für September den Start des Bundeswettbewerbs nachhaltige Tourismusdestinationen 2026/2027 vor. Der Praxisleitfaden bildet dabei die inhaltliche Basis für das Auswahlverfahren. Teilnehmen können alle Destinationen, unabhängig vom Stand ihrer bisherigen Strategieentwicklung. Weitere Details zu den Kriterien kündigen die Organisatoren für August dieses Jahres an.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Ein aktueller Bericht offenbart wachsende Unterschiede im Reiseverhalten europäischer Nationen. Während Reisende in Deutschland ihre Ausgaben pro Trip erhöhen, setzen britische Urlauber auf eine höhere Frequenz.

Streit ums Handgepäck: Das Oberlandesgericht in Hamm kippt die Ein-Stück-Regel einer spanischen Fluggesellschaft. Zu den umstrittenen Maßen sagen die Richter aber nichts.

Die Bemühungen von Schweiz Tourismus, den Overtourismus durch eine gezielte Lenkung der Gäste zu dämpfen, zeigen bislang keine messbare Wirkung. Während touristische Zentren weiter stark wachsen, profitieren kleinere Regionen kaum von der staatlich geförderten Strategie.

Der World Travel & Tourism Council (WTTC) hat eine weltweite Kampagne zur Bestimmung der 7 zeitgenössischen Weltwunder gestartet. Der Auswahlprozess orientiert sich an festen Kriterien und ist auf ein Jahr angelegt.

Mit der Eröffnung der Tiroler Zugspitzbahn am 5. Juli 1926 begann eine neue Ära des Alpentourismus. Als erste Seilbahn Tirols und zweitälteste Österreichs machte sie die Zugspitze erstmals bequem für Gäste aus aller Welt erreichbar.

Der Deutsche Reiseverband prognostiziert für das laufende Touristikjahr trotz geopolitischer Unsicherheiten ein leichtes Umsatzwachstum. Während Mittelmeerziele und Kreuzfahrten zulegen, bleiben Fernreisen hinter den Erwartungen zurück.

Der Deutsche Alpenverein, der Österreichische Alpenverein und Alpenvereine in Südtirol starten eine gemeinsame Kampagne gegen Bettwanzen auf Berghütten. Beim DAV sind nach eigenen Angaben jährlich fünf bis 20 Hütten betroffen.

Eine neue Untersuchung zeigt, dass zwei Drittel der deutschen Geschäftsreisenden ihre Dienstreisen für private Aufenthalte verlängern. Besonders inländische Großstädte profitieren von diesem Trend, bei dem Reisende im Durchschnitt drei zusätzliche Nächte buchen.

Eine aktuelle Untersuchung zeigt deutliche Preisunterschiede bei deutschen Ferienhäusern, wobei Sylt das Ranking anführt. In den Alpenregionen bleibt der Tegernsee die teuerste Lage, erreicht jedoch nicht das Preisniveau der Küstenhotspots.

Für das von der Helma-Insolvenz betroffene Ostseeresort Olpenitz ist ein neuer Investor gefunden worden. Der Käufer übernimmt rund 39.000 Quadratmeter Entwicklungsflächen und soll auch weitere Bauabschnitte des Poseidon fertigstellen.