Britische Reisebranche fordert Freigabe für Tourismusziele

| Tourismus Tourismus

Die britische Tourismusbranche hat die Regierung mit Nachdruck zu einer weitreichenderen Öffnung von Ferienzielen aufgefordert. Der Branchenverband Airlines UK verlangte «wesentliche Ergänzungen» für eine «grüne Liste» genehmigter Reiseländer. Vom 17. Mai an sind Auslandsreisen wieder erlaubt. Allerdings stehen nur zwölf Länder, darunter Israel und Portugal, auf einer «grünen Liste». Bei Rückkehr aus diesen Ländern wird keine Quarantäne fällig. Die Regierung habe eine Chance verpasst, sagte der Chef von Airlines UK, Tim Alderslade, am Samstag.

Deutschland steht wie fast alle EU-Staaten, darunter wichtige Urlaubsziele wie Spanien, Frankreich und Italien, nicht auf der «grünen Liste». Wer von diesen Ländern ins Vereinigte Königreich einreist, muss sich für zehn Tage in Quarantäne begeben und auf eigene Kosten zwei Corona-Tests machen. Die Regierung hatte ihre am Freitag verkündete Entscheidung verteidigt. Es müsse sichergestellt werden, dass die freigegebenen Länder und Gebiete wirklich sicher sind, sagte Verkehrsminister Grant Shapps. Großbritannien habe das Virus zwar im Griff. Anderswo wüte es aber weiter, etwa in Indien.

Easyjet-Chef Johan Lundgren sagte, die Entscheidung, so wenige europäische Länder auf die «grüne Liste» zu setzen, «ist nicht durch Daten oder die Wissenschaft gerechtfertigt und widerspricht dem Ansatz, die Binnenwirtschaft zu öffnen». Der Chef der Pilotengewerkschaft Balpa, Brian Strutton, warf der Regierung vor, sie sei übervorsichtig. Die Entscheidung sei eine extreme Enttäuschung für alle Mitarbeiter der Reisebranche.

Nach der Ankündigung der Regierung stiegen die Buchungszahlen für Portugal rasant. Verkehrsminister Shapps rief die Bevölkerung auf, nicht in Länder zu reisen, die nicht auf der «grünen Liste» stehen. Der Chef von British Airways, Sean Doyle, nannte diesen Rat «enttäuschend». «Wir betonen mit Nachdruck, dass Großbritannien dringend Reisen mit Ländern mit geringem Risiko wie den USA benötigt, um die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen, zerstörte Industrien zu unterstützen und Angehörige wieder zusammenzuführen», sagte Doyle.

Gleichzeitig mit der Ankündigung der Reisefreiheit hatte die Regierung mehrere Länder, darunter die Türkei, zu einer «roten Liste» hinzugefügt. Wer aus diesen Ländern nach Großbritannien einreist, muss auf eigene Kosten für zehn Tage in Hotel-Quarantäne. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die GBTA erwartet für 2026 Geschäftsreiseausgaben von 404 Milliarden Euro in Europa. Während die Ausgaben um sieben Prozent steigen sollen, wächst die Zahl der Reisen laut Prognose lediglich um 0,7 Prozent. Deutschland bleibt der größte europäische Geschäftsreisemarkt.

Das Ferienhaus-Portal Holidu hat das Suchinteresse bei Google für deutsche Kleinstädte mit weniger als 20.000 Einwohnern ausgewertet. Dabei führen Füssen und Winterberg das aktuelle Ranking an.

Hunderttausende Touristen zieht es Jahr für Jahr an die gleichen Orte. Die Europäische Kommission will die Länder dabei unterstützen, Folgen auszugleichen - und Europas Tourismus stärken.

Booking.com hat seine Reiseprognosen für 2027 veröffentlicht. Eine Befragung in Deutschland zeigt veränderte Urlaubswünsche – von stimmungsbasierter Reiseplanung über unterschiedliche Budgetvorstellungen bis zum Einsatz künstlicher Intelligenz.

Der Fahrradtourismus hat 2025 in Deutschland einen Bruttoumsatz von 18,1 Milliarden Euro ausgelöst. Eine neue Untersuchung des Deutschen Tourismusverbandes zeigt zudem, wo weiteres Nachfragepotenzial besteht.

Regen statt Schnee und hohe Betriebskosten: Am Kolben in Oberammergau wird nach 15 Jahren der klassische Wintersportbetrieb eingestellt. Was die Betreiber zu dem Schritt sagen.

Nach dem Spatenstich für die Munich Arena in Freising prognostiziert eine Deloitte-Studie eine jährliche Bruttowertschöpfung von rund 355 Millionen Euro für die Region. Von zusätzlicher Nachfrage sollen auch Hotellerie und Gastronomie profitieren. Zum Projekt gehört ein Tempo by Hilton mit 199 Zimmern.

Center Parcs Deutschland steigerte im Geschäftsjahr 2025/26 die Auslastung seiner sechs Ferienparks auf 80,8 Prozent. Besonders die Nachfrage nach Aufenthalten außerhalb der Schulferien nahm zu.

Vor Flügen in die Vereinigten Staaten muss ab Mitte nächster Woche eine zusätzliche Erklärung abgegeben werden. Der Hintergrund ist der Ebola-Ausbruch im Kongo. Was US-Reisende wissen müssen.

Baden-Baden führt das Ranking der meistgesuchten deutschen Kurorte mit rund 451.000 monatlichen Suchanfragen an. Eine Auswertung von Fit Reisen zeigt außerdem regionale Unterschiede und abweichende Präferenzen in ausländischen Märkten.