Brockenumbau startet 2026 – Millionen für neuen Tourismus

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Die touristische Entwicklung des Brockens und des Harz soll im neuen Jahr richtig Fahrt aufnehmen. «Ich gehe davon aus und hoffe auch, dass wir dort eine Baustelle haben werden», sagte Landrat Thomas Balcerowski (CDU). Das gelte nicht nur für den denkmalgeschützten Turm mit dem Brockenhotel und dem Restaurantbetrieb, die einen neuen Betreiber bekommen, sondern auch für die Harzer Schmalspurbahnen, die dringend sanierungsbedürftig sind und hohe finanzielle Defizite einfahren. In 2026 sollen bestenfalls bereits die ersten Umbaumaßnahmen losgehen. 

Wieso ist 2025 ein Wendepunkt in der touristischen Entwicklung des Brockens? 

Im Sommer hat der Landkreis Harz große Teile des Brockenplateaus gekauft. Damit liegen Verantwortung und Gestaltungsmöglichkeiten direkt beim Kreis. Landrat Balcerowski bezeichnete den Tag als «historischen Moment, vergleichbar mit dem Bau des ersten Fernsehturms in Deutschland 1936 auf dem Brocken oder der Brockenöffnung am 3. Dezember 1989». Gleichzeitig wurde ein neuer Betreiber für die Gastronomie bekanntgegeben und auch bei den Harzer Schmalspurbahnen wird es angesichts massiver Finanzierungsprobleme Änderungen geben. 

Welche Pläne gibt es für die touristische Weiterentwicklung des Brockens?

In dem ehemaligen Telekomgebäude soll ein neuer Veranstaltungs- und Tagungsraum entstehen. Es ist ein Kernelement des neuen Konzepts auf dem höchsten Berg Norddeutschlands. Kurz vor Weihnachten wurden dabei Fördermittel in Höhe von 1,8 Millionen Euro von Bund und Land übergeben. Dadurch sollen stärkere Anreize gegeben werden, sich länger aus dem Brocken aufzuhalten. Der neue Saal, benannt nach Heinrich Heine, soll ab 2028 geöffnet werden. Schon ein Jahr vorher will die Restaurantkette Timberjacks 2027 mit dem Betrieb der Gastronomie im Brockenrestaurant und dem Hotel beginnen. Der bisherige Betreiber, Brockenwirt Daniel Steinhoff, hatte 2025 bekanntgegeben, sich aus dem denkmalgeschützten Gebäude zurückzuziehen. Planungen und erste Maßnahmen sollen 2026 beginnen. 

Wie viele Besucher kommen jährlich auf den Brocken?

Die genaue Zahl der jährlichen Besucher ist schwer zu schätzen. Etwa eine halbe Million Menschen fahren jedes Jahr mit den historischen Dampfzügen der Harzer Schmalspurbahnen den Brocken hinauf. Insgesamt schwanken die Schätzungen zwischen zwei und drei Millionen Besuchern jährlich, da viele auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommen. 

Vor welchen Herausforderungen stehen die Harzer Schmalspurbahnen? 

Die HSB befinden sich in einer finanziellen Krise. Trotz insgesamt rund einer Million Fahrgäste auf dem gesamten Streckennetz fährt das Unternehmen ein Millionendefizit ein. Hinzu kommen massive Investitionskosten, die laut einem Gutachten in den kommenden Jahren auf die HSB zukommen. Demnach werden bis zum Jahr 2045 Investitionskosten in Höhe von 544,1 Millionen Euro benötigt. Zusätzlich fallen laufende Kosten von 253,2 Millionen Euro an. Das Unternehmen will dennoch an allen Strecken festhalten. Perspektivisch soll auch eine Elektrifizierung der historischen Dampfloks geprüft werden. 

Stehen die HSB damit vor dem Aus? 

Für die kommenden beiden Jahre ist die Finanzierung erst einmal gesichert. Das Infrastrukturministerium hat den bestehenden Verkehrsvertrag über rund neun Millionen Euro für 2026 und 2027 verlängert. Weiterhin gibt es jedes Jahr jetzt rund elf Millionen Euro für laufende Betriebs- und Investitionskosten. Damit soll dem Unternehmen der Weg in die Zukunft ermöglicht werden. Der Umbau auf dem Brocken soll dabei neue Fahrgäste anlocken. Mit rund 140 Kilometern in Thüringen und Sachsen-Anhalt betreibt die HSB das längste zusammenhängende Schmalspurnetz Deutschlands. 

Was sagen Naturschützer zu den Umbauplänen? 

Der Brocken liegt eingebettet in die Kernzone des Nationalparks Harz. Hier gelten strenge Vorschriften. Das führte in der Vergangenheit häufiger bereits zu Konflikten zwischen Landkreis und Nationalparkverwaltung, etwa wenn es um die Beräumung von Totholz zur Waldbrandvorsorge ging. Zu den aktuellen Plänen äußert sich die Nationalparkverwaltung zurückhaltend: Man werde sich zu dem Vorhaben im Rahmen der dafür erforderlichen formalen Schritte äußern, teilte ein Sprecher mit. (dpa)


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