Campingpreise: Deutschland bleibt 2026 einer der günstigsten Standorte Europas

| Tourismus Tourismus

Der Campingurlaub in Deutschland festigt im Jahr 2026 seine Position als eine der kosteneffizientesten Reiseformen innerhalb Europas. Wie aus der aktuellen Preisanalyse von PiNCAMP, dem Campingportal des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs, hervorgeht, zahlt eine Beispielfamilie für eine Übernachtung in der sommerlichen Hochsaison durchschnittlich 41 Euro. Damit rangiert Deutschland im europäischen Vergleich auf dem dritten Platz der günstigsten Destinationen. Lediglich in Norwegen mit 38 Euro und in Schweden mit 40 Euro pro Nacht fallen die Kosten geringer aus. Im Gegensatz dazu weisen populäre südeuropäische Ziele ein deutlich höheres Preisniveau auf. In Kroatien werden laut der Erhebung im Schnitt 73 Euro fällig, während Italien mit 63 Euro und die Schweiz mit 61 Euro ebenfalls deutlich über dem deutschen Mittelwert liegen.

Regionale Unterschiede und preisliche Entwicklung

Innerhalb der Bundesrepublik identifiziert die Analyse des ADAC-Portals ein merkliches Nord-Süd- sowie Ost-West-Gefälle. Das günstigste Pflaster für Camper ist demnach Thüringen mit einem durchschnittlichen Übernachtungspreis von 34 Euro. In den klassischen Urlaubsregionen Bayern und Mecklenburg-Vorpommern bewegen sich die Kosten mit 42 Euro beziehungsweise 43 Euro nahe am bundesweiten Durchschnitt. Den höchsten Wert verzeichnet Brandenburg mit 45 Euro. Die Preisdynamik in Deutschland entspricht mit einer Steigerung von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr exakt dem europäischen Trend. Eine Ausnahme bildet Nordrhein-Westfalen, wo die Preise um 18 Prozent anzogen, während Sachsen-Anhalt als einziges Bundesland einen Rückgang von drei Prozent verbuchen konnte.

Spitzenposition bei Luxusstandorten und Küstenregionen

Ein besonderes Merkmal des deutschen Marktes ist das Preis-Leistungs-Verhältnis im Premiumsegment. Laut PiNCAMP sind die sogenannten Superplätze in Deutschland so günstig wie in keinem anderen der untersuchten Länder. Während für eine solche Unterkunft in Deutschland im Mittel 57 Euro gezahlt werden, liegen die Preise in Spanien bei 98 Euro, in Kroatien bei 95 Euro und in Österreich bei 92 Euro.

Uwe Frers, Geschäftsführer von PiNCAMP, betont hierzu, dass Plätze mit besonders hoher Ausstattung und Servicequalität in der europaweiten Klassifikation diese Auszeichnung erhalten. Ein weiteres Spezifikum Deutschlands ist die geringe Preisdifferenz zwischen Binnenland und Küste. Während Küstenplätze in Frankreich einen Aufschlag von 49 Prozent gegenüber dem Landesinneren fordern, beträgt dieser Mehrwert an den deutschen Meeresküsten lediglich rund ein Prozent.

Saisonalität und Sparpotenziale

Die Daten der Analyse verdeutlichen zudem, dass Reisende durch die Wahl des Zeitraums ihre Ausgaben signifikant beeinflussen können. Europaweit sinken die Preise in der Nebensaison um durchschnittlich 29 Prozent. In Deutschland fällt dieser Effekt mit einer Ersparnis von elf Prozent moderater aus, gewinnt jedoch in den Küstenländern an Bedeutung. In Mecklenburg-Vorpommern liegen die Tarife außerhalb der Hauptreisezeit um 24 Prozent niedriger, in Schleswig-Holstein um 20 Prozent. Uwe Frers stellt fest, dass Camping eine gefragte Urlaubsform bleibt, die von einfachen Standorten bis zu Premiumanlagen reicht. Gleichzeitig beobachtet der Experte, dass viele Reisende sensibel auf starke Preissteigerungen reagieren und ihr Buchungsverhalten sowie die Aufenthaltsdauer entsprechend anpassen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Camping gewinnt in Deutschland weiter an Bedeutung. Laut einer aktuellen Umfrage des ADAC zählt inzwischen jeder Vierte ab 16 Jahren zur Camping-Zielgruppe. Besonders stark gewachsen ist der Anteil in der Altersgruppe der 16- bis 39-Jährigen.

TUI will im Geschäft mit günstigeren Reisen wachsen und setzt dafür auf die neue Low-Cost-Marke Sundeals. Das Angebot ist zunächst auf Großbritannien ausgerichtet und wird ausschließlich online vertrieben. Beim Aufbau greift der Reisekonzern auf Erfahrungen von l’tur zurück.

Früher war der Sommerurlaub immer auch eine Selbstvergewisserung - im Ausland lief vieles nicht so gut wie zu Hause. Heute ist das oft anders. Ein Experte sieht sogar eine Gefahr für die Demokratie.

Im aktuellen PiNCAMP-Ranking für 2026 rücken deutsche Campingplätze stärker in den Fokus der Nutzer. Mit 39 Anlagen in den Top 100 stellt Deutschland die meisten Standorte im europäischen Vergleich.

Während der Branchenverband bundesweit von sinkenden Umsätzen berichtet, ziehen Freizeit- und Erlebnisparks im Norden eine positivere Zwischenbilanz des Sommers. Sie nennen dafür auch Gründe.

Urlaub kann manchmal hektisch werden. Deshalb setzen viele Reisende inzwischen auf Slow Travel. Das bedeutet, dass du weniger Orte bereist, aber dafür mehr Zeit an jedem einzelnen verbringst. Wir stellen dir das Konzept im Folgenden vor.

Die Zahl der Gäste und der Übernachtungen in Rheinland-Pfalz war im ersten Halbjahr so hoch wie in den vergangenen 20 Jahren nicht. Wirtschaftsminister Michael Ebling sieht sogar einen Boom.

Dänemark erlebt einen Urlauber-Ansturm: Im ersten Halbjahr gab es einen neuen Übernachtungsrekord. Besonders Deutsche zieht es ins Nachbarland – 7,5 Millionen Übernachtungen gingen auf ihr Konto.

Reisende sind der Tourismusbranche beim Einsatz Künstlicher Intelligenz nach Darstellung einer neuen Studie zwei Jahre voraus. Während 54 Prozent der befragten US-Reisenden KI bereits für die Reiseplanung genutzt haben, bieten 22 Prozent der befragten Destination Marketing Organizations entsprechende Funktionen auf ihren Internetseiten an.

Der dritte European Travel Trend Report der Dertour Group belegt das wachsende Interesse an Slow Travel, digitalen Auszeiten und Solo-Reisen. Besonders in Deutschland gewinnen entschleunigte Reiseformen und Alleinreisen stark an Bedeutung.