Corona-Patrouille am Strand

| Tourismus Tourismus

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Nach diesem Motto setzen nicht nur in Niedersachsen, sondern auch an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste Gemeinden zusätzliche Sicherheitskräfte ein. Die sollen die Einhaltung von Sicherheitsabständen an den Stränden kontrollieren und auch sonst für Ordnung sorgen - und das nicht erst, seit an den Stränden Mindestabstände gelten, um ein erneute Ausbreitung der Corona-Pandemie zu verhindern.

«Wir haben einen privaten Ordnungsdienst engagiert und sehr gute Erfahrungen damit gemacht», sagt Travemündes Kurdirektor Uwe Kirchhoff. Schon seit langem kümmern sich die Ordnungskräfte an Wochenenden und Feiertagen nicht nur um Abstandsregeln, sondern auch um Hunde am Strand, Verstöße gegen das Grillverbot und die unerlaubte Fahrradnutzung auf der Promenade. «Das kommt bei den Gästen und Einwohnern gleichermaßen gut an. Wir haben ausschließlich positive Rückmeldungen», sagt Kirchhoff.

Im Ostseebad Scharbeutz seien grundsätzlich die Strandkorbvermieter für die Ordnung an ihrem jeweiligen Strandabschnitt zuständig, sagt Doris Wilmer-Huperz, die Sprecherin der Tourismus-Agentur Lübecker Bucht (Talb). «Zusätzlich gibt es zwei bei der Gemeinde angestellte Strandläufer, die die Strandkarten kontrollieren und auch auf die Einhaltung der Abstandsregeln achten», sagt sie.

Im Ostseebad Sierksdorf achten nach Talb-Angaben vier bis fünf Mitarbeiter der Gemeine auf die Einhaltung der Abstandregeln. «Sollte sich die Situation massiv verschärfen, würde die Gemeinde auf private Sicherheitsdienste zurückgreifen», sagt Wilmer-Huperz weiter. «Aber bisher ist der Sierksdorfer Strand wegen der relativ überschaubaren örtlichen Parkmöglichkeiten nicht wirklich überlaufen.» In einigen Orten wie in Neustadt, Pelzerhaken und Rettin an der Ostsee sind die Ordnungskräfte nicht nur für die Besucherlenkung, sondern auch für die Reinigung von Bänken, Toiletten und das Müllsammeln am Strand zuständig.

Im Nordseebad Büsum (Schleswig-Holstein) ist mehr als der doppelte Abstand Pflicht. Dort ist wegen der Corona-Pandemie sogar der Sicherheitsdienst verstärkt worden. «Am Wochenende haben wir ganztags vier Sicherheitskräfte, die auf die Einhaltung der Corona-Regeln achten», sagt Olaf Raffel vom Tourismus Service Büsum. Dazu gehört unter anderem der Fünf-Meter-Abstand der Strandkörbe. «Sie dürfen nicht verschoben werden.» Erlaubt seien nur das Drehen in die Sonne beziehungsweise aus dem Wind heraus.

Auch in Norden, Cuxhaven, Butjadingen und Neuharlingersiel an der niedersächsischen Nordseeküste achten Wachpersonen derzeit auf die Einhaltung der Corona-Regeln. Am Strand von Norden im Landkreis Aurich ist Wachmann Anton Siemers auf Kontrollgang unterwegs. «Dort drüben sehe ich gleich, das ist eine Familie. Da ist alles in Ordnung, die spreche ich nicht an», sagt er. Bei anderen Besuchern ist die Lage nicht so klar - Siemers will ihre Zahl im Auge behalten.

15 bis 20 Kilometer legen Siemers und sein Kollege Georg Ulrichs jeden Tag bei Wind und Wetter zurück. Dabei geht es auch ihnen längst nicht nur um die Einhaltung von Abstandsregeln. Wie an der Ostsee in Schleswig-Holstein sind auch Siemers und Ulrichs für die Kontrolle anderer Strandregeln zuständig: Kein Fahrradfahren auf der Promenade! Hunde anleinen! Möwen füttern verboten! (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Griechenland will den Massentourismus auf vielen Inseln und in beliebten Ferienorten stärker begrenzen und gleichzeitig Natur und Landschaft besser schützen. Die Regierung stellte dazu bei einer Pressekonferenz in Athen neue Regeln für den Tourismus und den Hotelbau vor.

Eine aktuelle YouGov-Studie zeigt eine deutliche Zurückhaltung deutscher Reisender beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Zwar können sich viele Befragte den Einsatz von KI-Anwendungen im Reisebereich grundsätzlich vorstellen, die tatsächliche Nutzung bleibt laut den erhobenen Daten jedoch meist im einstelligen Prozentbereich.

Zugfahrten ins Ausland werden bei Reisenden beliebter. Die Bahn will davon profitieren und stärkt gerade im Sommer ihr Programm. Bei manchen Verbindungen in Metropolen gibt es aber noch hohe Hürden.

Die Tripadvisor Group hat im ersten Quartal 2026 einen Umsatzrückgang von 4 Prozent gemeldet. Wachstum verzeichnete das Unternehmen nach eigenen Angaben vor allem im Bereich Experiences sowie bei der Restaurantplattform TheFork.

Deutschland bleibt laut aktuellen Marktdaten das weltweit wichtigste Ziel für internationale Geschäftsreisen. Während klassische Geschäftsreisen zurückgehen, bleiben Veranstaltungen und Bleisure-Reisen auf stabilem Niveau.

Eine aktuelle Erhebung des Portals Holidu prognostiziert für die Saison 2026 eine hohe Auslastung bei Ferienhäusern an den deutschen Küsten bei weitgehend stabilen Mietpreisen. Insbesondere an der Nordsee planen Urlauber ihren Aufenthalt langfristig.

Nach mehreren Hantavirus-Fällen und drei Todesopfern darf das Kreuzfahrtschiff «Hondius» einen Hafen auf den Kanaren anlaufen. Was Spanien und internationale Behörden nun planen.

Es ist nicht immer leicht, sich im Urlaub die Sonnenliegen am Hotelpool zu sichern, oft sind sie mit Handtüchern reserviert. Das will sich ein Reisender nicht gefallen lassen - er fordert Geld zurück.

Eine aktuelle Studie belegt, dass die geopolitische Lage im Nahen Osten die Reiseplanung von 70 Prozent der Deutschen beeinflusst. Trotz aufgehobener Reisewarnungen für Golfstaaten wie Katar und die VAE bleiben Urlauber vorsichtig.

Die Lufthansa startet ihr neues Servicekonzept FOX auf der Langstrecke. Mit einer Investition von 70 Millionen Euro werden die kulinarischen Angebote und die Ausstattung in allen Reiseklassen, von der Business Class bis zur Economy Class, umfassend erneuert.