Deutsche Reisende setzen 2026 auf gezielten Luxus, KI und Inlandsreisen

| Tourismus Tourismus

Die Reiselust der Deutschen bleibt ungebrochen. Laut dem aktuellen Trendreport „Ticket to Travel 2026“ von Marriott Bonvoy planen 77 Prozent der Befragten im kommenden Jahr ebenso viele oder mehr Urlaube als im Vorjahr. Im Durchschnitt stehen vier Reisen an, darunter 1,7 Inlandsreisen, 1,5 Kurztrips und eine Fernreise. Die Studie, für die in Deutschland 2.041 Erwachsene befragt wurden, identifiziert fünf Kernaussagen, die das Reiseverhalten 2026 prägen werden.

Gezielter Luxus als bewusster Start oder Abschluss

Der Wunsch nach hochwertiger Erholung führt zu einem Trend, bei dem Luxus gezielt eingesetzt wird. 46 Prozent der deutschen Reisenden gaben an, bereits einmal einen luxuriösen Hotelaufenthalt am Anfang oder Ende einer Reise gebucht zu haben. Dieses Segment ist besonders bei der Generation Z beliebt (73 Prozent).

Die Gründe für diese Wahl sind klar umrissen:

  • Schnelleres Abschalten: 34 Prozent derjenigen, die diesen Luxus gewählt haben, berichten, dass ihnen der hochwertige Start hilft, schneller in den Urlaubsmodus zu finden.
  • Erholsame Rückkehr: 38 Prozent geben an, dass ein exklusiver Abschluss zur erholten und energiegeladenen Rückkehr beiträgt.
  • Finanzielle Machbarkeit: 26 Prozent erleben auf diese Weise einen Komfort, der bei längeren Reisen finanziell oft nicht möglich wäre.

Stefan Kühr, Regional Vice President, Germany, Austria & Switzerland bei Marriott International, kommentiert den Trend: „Luxus muss nicht lang sein, sondern gut platziert.“

Interessenbasierte Reisen gewinnen an Bedeutung

Reisen im Jahr 2026 werden zunehmend interessenspezifischer. 56 Prozent der deutschen Reisenden haben bereits mindestens einmal Urlaub gemacht, um einer persönlichen Leidenschaft wie Musik, Kulinarik oder Sport nachzugehen. Dieser Trend ist bei der Generation Z am stärksten ausgeprägt: 80 Prozent dieser Altersgruppe haben bereits gezielte Reisen rund um ihre Hobbys unternommen, die über reine Erholung hinausgehen. Männer zeigen sich hier mit 61 Prozent aktiver als Frauen (51 Prozent).

Inlandsurlaub im Aufwind, besonders bei älteren Reisenden

Knapp ein Drittel (31 Prozent) der Deutschen plant, den Haupturlaub 2026 im eigenen Land zu verbringen, was einem deutlichen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr (23 Prozent) entspricht. Die Beliebtheit des Inlandsurlaubs steigt mit dem Alter: Bei den über 65-Jährigen entscheiden sich 40 Prozent für Deutschland. Bei den 18- bis 24-Jährigen liegt der Anteil lediglich bei 18 Prozent. Nach Deutschland folgen Spanien (17 Prozent), Italien (16 Prozent) und Griechenland (15 Prozent) als beliebteste Hauptreiseziele.

Künstliche Intelligenz als Planungsfaktor mit geteiltem Vertrauen

Künstliche Intelligenz (KI) ist in der Reiseplanung angekommen: 34 Prozent der deutschen Reisenden haben KI bereits einmal zur Urlaubsplanung genutzt. Die Nutzung ist bei Jüngeren deutlich höher (70 Prozent bei den 18- bis 24-Jährigen).

Das Vertrauen ist jedoch gespalten: 11 Prozent der Befragten können sich vorstellen, künftig Unterkünfte über KI zu buchen, 29 Prozent fühlen sich dabei noch unwohl.

Im internationalen Vergleich liegt Deutschland mit 34 Prozent im Mittelfeld. Länder wie die Türkei (61 Prozent) und Ägypten (79 Prozent) weisen deutlich höhere Nutzungsraten auf.

Country Hopping: Mehrere Länder pro Reise

Fast 40 Prozent der deutschen Reisenden (16 Prozent fest geplant, 23 Prozent wahrscheinlich) ziehen eine Reise in Betracht, bei der mehrere Länder kombiniert werden. Besonders die jüngeren Generationen sind hier treibende Kraft: 28 Prozent der 18- bis 24-Jährigen planen definitiv eine solche Reise, was fast dem Doppelten des Durchschnitts entspricht.

Wichtigste Auswahlkriterien für Unterkünfte

Bei der Wahl der Unterkunft legen deutsche Reisende Wert auf klassische Kriterien: Sauberkeit (89 Prozent), Preis (84 Prozent) und Lage (83 Prozent).

Hinsichtlich des Urlaubserlebnisses steht für 44 Prozent das „sich etwas gönnen“ an oberster Stelle. Dieses Kriterium liegt noch vor der Zeit mit Familie und Freunden (43 Prozent) und dem Naturerlebnis (41 Prozent). Das Ergebnis deutet darauf hin, dass Reisen zunehmend als Raum für individuelle Selbstfürsorge und bewussten Genuss genutzt wird.
 


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die TUI Love & Travel Studie beleuchtet die Dynamik deutscher Paare im Urlaub. Von der gemeinsamen Budgetplanung bis zum Einfluss von Social Media liefert die Untersuchung relevante Daten für die touristische Zielgruppenanalyse.

Die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) sichert sich zum sechsten Mal in Folge das Top 100-Siegel. Mit KI-Anwendungen wie der digitalen Reisebegleiterin Emma und fortschrittlichen Daten-Tools behauptet sich die Organisation als Innovationstreiber im deutschen Tourismus.

Ihren Urlaub lassen sich die Deutschen einiges kosten. Besonders stark gestiegen sind laut einer Umfrage die Ausgaben an ihrem beliebtesten europäischen Reiseziel.

Das neue DRV-Reisebürobarometer zeigt eine stabile Umsatzlage im deutschen Reisevertrieb, warnt jedoch vor sinkenden Renditen. Steigende Kosten für Personal und Miete belasten die Ertragslage, weshalb Serviceentgelte und effiziente Prozesse für die wirtschaftliche Stabilität der Reisebüros immer wichtiger werden.

Seit 25 Jahren prägt Pierre Nierhaus mit seinen Trendreisen die deutschsprachige Hospitality-Branche. Von den Anfängen in New York bis zur heutigen globalen Expertise bietet das Format tiefgehende Analysen und exklusiven Zugang zu internationalen Marktführern. Für das Jubiläumsjahr 2026 locken Premieren und spezielle Konditionen für Branchenentscheider.

Der Deutsche Tourismusverband erwartet für 2025 neue Rekordzahlen bei den Übernachtungen. Gleichzeitig warnt DTV-Präsident Reinhard Meyer vor einem massiven Investitionsstau in den Kommunen und fordert eine dauerhafte Stärkung der Tourismusfinanzierung im Bundeshaushalt.

Die Deutschen sind laut einer repräsentativen Umfrage so reiselustig wie seit 20 Jahren nicht mehr. Doch es muss kein Fernziel sein. In den vergangenen Jahren blieben viele Urlauber in Deutschland.

Der afrikanische Wellness-Markt entwickelt sich zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor. Die Destinationen setzen verstärkt auf eine Kombination aus traditioneller Heilkunde, naturnahen Unterkünften und kulturellen Erlebnissen.

Der Übertourismus macht längst nicht mehr nur klassischen Reisezielen zu schaffen. Inzwischen leiden auch abgeschiedene Gemeinden in der Natur. Was manchen Bürgermeister auf Ideen bringt - so auch in St. Magdalena in Südtirol.

Er ist ein Klassiker eines jeden Besuchs in Rom: der Trevi-Brunnen im historischen Zentrum der italienischen Hauptstadt. Doch der bisher kostenlose Zugang zu dem wohl berühmtesten Brunnen der Welt wird künftig etwas kosten.