«Die Hälfte vom Original»: Kieler Woche schon in diesem Jahr wieder als Volksfest geplant

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Angesichts der sich entspannenden Corona-Lage soll die Kieler Woche in diesem Jahr (4. bis 12. September) wieder größer ausfallen. «Insgesamt kommen wir wieder deutlich näher ans Original», sagte Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) am Mittwoch. «Dieses Mal gibt es eigentlich Kieler Woche pur - aber mit ein paar Regeln.»

Geplant sind Einlasskontrollen oder Kapazitätsbegrenzungen an bestimmten Plätzen. Denkbar ist beispielsweise, dass Besucher an diesen Orten - beispielsweise auf dem Internationalen Markt auf dem Rathausplatz - ihren Impfausweis oder ein negatives Testergebnis vorweisen müssen. Auf Bauzäune soll nach Angaben von Kieler-Woche-Chef Philipp Dornberger aber möglichst komplett verzichtet werden.

Als grobe Richtlinie sei derzeit die Hälfte der herkömmlichen Größe des Festes angedacht, sagte Kämpfer. «Das ist ein großer Brückenschlag in die Normalität.» Die Kieler Woche werde voraussichtlich eines der ersten großen Volksfeste. Möglicherweise kommen in diesem Jahr wieder mehr als eine Million Besucher, wie Kämpfer sagte. «Wir trauen uns im Moment, groß zu planen.»

2020 hatte Corona die Veranstalter veranlasst, auf ein Volksfest mit viel Musik und Trubel zu verzichten. Insgesamt wurden 38 000 Tickets für Veranstaltungen gebucht, 44 000 standen zur Verfügung. Online hatten Livestreams von Konzerten auf diversen Kanälen 195 000 Zuschauer. Unter normalen Bedingungen hatte die Kieler Woche noch 2019 mehr als 3,5 Millionen Besucher aus gut 70 Ländern angelockt.

Noch unbekannt ist, welche Gäste zur Eröffnung der Kieler Woche mit den traditionellen Schlägen gegen eine Schiffsglocke (das sogenannte Glasen) und dem anschließenden Signal «Leinen los!» (lang-kurz-kurz-lang) mit einem Typhon, einer Schiffssirene, kommen. Als Ehrengast wird am 8. September Fürst von Monaco, Prinz Albert II., im Norden erwartet. Er besuche an dem Tag auch das Kieler Geomar Helmholtz-Zentrum, sagte Kämpfer.

Das Programm der Festwoche soll neben den Segelwettbewerben wieder viele Live-Konzerte, Flanierbereiche und auch eine Windjammerparade umfassen. «Der Impffortschritt, die ausgebauten Testmöglichkeiten und die sinkenden Inzidenzen machen es möglich, dass wir uns auf eine Kieler Woche mit mehr Begegnungen, mehr Leichtigkeit und mehr Spontaneität freuen können», sagte Kämpfer.

Gleichzeitig will die Stadt ein Zeichen für die Kultur- und Veranstaltungsbranche setzen. Bereits im Februar hatte Kiels Hauptausschuss beschlossen, in diesem Jahr auf städtischen Flächen keine Mieten zu erheben. Ausgenommen sind Promotionsstände und Infrastrukturkosten. Dafür wurden zusätzliche Haushaltsmittel in Höhe von bis zu 1,5 Millionen Euro bewilligt. Die Branche empfinde diese Regelung als «super Signal», sagte Kieler-Woche-Chef Dornberger.

Am Donnerstagabend soll die Ratsversammlung über das Konzept für die Kieler Woche entscheiden. Unter Umständen wird im September auf der Festwoche aber noch viel mehr möglich sein als bislang angedacht. «Bei der Planung nehmen wir natürlich immer die aktuellen Regelungen des Landes auf – situationsbedingt können wir Restriktionen auch kurzfristig zurücknehmen», sagte Dornberger. Konkreter sind die Planungen bereits für den Internationalen Markt, wo es statt 30 dieses Jahr nur 20 Standplätze geben soll. Auf der Kiellinie darf wieder geschlemmt werden. Damit mehr Abstand gehalten werden kann, sind weniger Stände geplant. (dpa)


 

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