Diese Rechte haben Urlauber bei Hitze an Bord

| Tourismus Tourismus

Ist die Klimaanlage an Bord defekt, kann es in Flugzeugen schnell unangenehm werden: Am Wochenende klagten mehrere Passagiere am Frankfurter Flughafen in einem stark aufgeheizten SunExpress-Flieger über Unwohlsein und brauchten medizinische Betreuung. Die Airline bat um Entschuldigung, der Flug nach Antalya startete verspätet.

Für die Betroffenen war es kein schöner Start in den Urlaub. Doch was gilt rechtlich, wenn Hitze im Flugzeug die Reise zur Tortur macht?

Schmerzensgeld? Es braucht klaren Beleg

Damit Betroffene Anspruch auf Schmerzensgeld gegenüber der Airline geltend machen können, müssen sie nachweisen, dass die Hitze zu einer «tatsächlichen Verletzung der körperlichen Gesundheit» geführt hat, sagt Karolina Wojtal vom Europäischen Verbraucherzentrum. 

Bedeutet: Sie brauchen einen Beleg, zum Beispiel ein Attest. «Bloßes Unwohlsein, Kreislaufbeschwerden oder Kopfschmerzen reichen rechtlich nicht aus.»

In einem ähnlichen Fall hatte das Landgericht Frankfurt/Main 2022 Schmerzensgeld bei Hitze im Flugzeug abgelehnt. Klagende Passagiere legten Videos aus dem Flugzeug vor, die dem Gericht aber nicht als Nachweis für die konkreten Gesundheitsgefahren genügten. (Az.: 2-24 S 16/20)

Gibt es Entschädigung bei einer großen Verspätung?

Kommt das Flugzeug infolge solcher technischen Probleme erst stark verspätet am Zielort an, haben Passagiere aber gute Aussichten auf Entschädigung. Die Fluggastrechte in der EU sehen – abhängig von der Flugdistanz – Zahlungen von 250, 400 oder 600 Euro pro Passagier vor, wenn der Flieger mindestens drei Stunden später als geplant landet.

Die zugrundeliegende Verordnung greift für alle Flüge, die von einem Flughafen in der EU starten. Hebt der Flieger außerhalb der Europäischen Union in Richtung EU ab, gilt sie nur für Airlines mit Sitz in der EU.

Wer als Pauschaltourist fliegt, also ein Reisepaket mit Flügen bei einem Veranstalter gebucht hat, kann zudem einen Reisemangel geltend machen, falls der Flug mehr als vier Stunden verspätet am Ziel landet. Dann sind laut dem ADAC üblicherweise fünf Prozent vom anteiligen Tagespreis drin und für jede weitere Stunde noch mal fünf Prozent, maximal aber 20 Prozent des Gesamtreisepreises.

Wichtig zu wissen: Wenn Urlauber eine Reisepreisminderung des Veranstalters bekommen, kann dieser Betrag in bestimmten Fällen mit der Ausgleichszahlung der Airline verrechnet werden. (dpa) 


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Eine Studie der ITB Berlin analysiert Veränderungen bei der Reisesicherheit von LGBTQ-Reisenden. Während Länder wie Kanada und die Niederlande hohe Werte erzielen, verschlechtert sich die Wahrnehmung der gesellschaftlichen Akzeptanz in den USA.

Großveranstaltungen spielen laut einer US-Umfrage von American Express eine große Rolle bei Geschäftsreisen. Gleichzeitig steigt unter den Befragten die angegebene Nutzung von KI-Werkzeugen; anhand eigener Transaktionsdaten nennt American Express zudem acht Reiseziele mit wachsendem Geschäftsreiseaufkommen.

Immer mehr Touristen aus Südeuropa verbringen ihren Sommerurlaub im Schwarzwald. Die Region punktet mit kühleren Temperaturen - und profitiert von einem Trend.

Eine Analyse untersucht das Suchinteresse an FKK-Themen in 78 deutschen Großstädten und zeigt deutliche Unterschiede zwischen Küstenregionen und Binnenland. Rostock belegt im Gesamtranking den ersten Platz.

TUI hält trotz geopolitischer Belastungen an seiner Jahresprognose fest. Insbesondere der Iran-Krieg und Sonderfaktoren beeinträchtigten die Ergebnisse in den einzelnen Geschäftsfeldern.

Anstatt auf Reiseverzicht zu setzen, bevorzugen Reisende zunehmend nachhaltigere Alternativen innerhalb ihrer Reiseplanung. Die Zahlungsbereitschaft für nachhaltige Angebote wächst, Nachhaltigkeitssiegel gewinnen an Bedeutung.

Airbnb und die Tripadvisor Group kooperieren bei Touren, Aktivitäten und Attraktionen. Noch 2026 soll eine Auswahl aus dem Bestand von mehr als 425.000 Erlebnissen der Tripadvisor Group über Airbnb buchbar werden.

Wer verreist, lässt mehr zurück als den Arbeitsalltag. Das zeigt eine repräsentative Befragung von HolidayCheck. 86 Prozent der Befragten fassen während einer Reise konkrete Vorsätze für die Zeit danach. Besonders häufig geht es dabei um Erholung und Selbstfürsorge.

Der deutsche Incoming-Tourismus kann in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 trotz schwieriger Marktbedingungen Zugewinne erzielen. In der zweiten Jahreshälfte ist nach Einschätzung der Deutschen Zentrale für Tourismus weiteres Wachstum möglich.

Stark riechendes Essen, Videos ohne Kopfhörer und Selfie-Aktionen am Fenster: Für viele Flugreisende bedeuten nicht erst mögliche Flugverspätungen Stress, sondern auch das Verhalten der Mitreisenden an Bord, so eine neue Umfrage im Auftrag von Booking.com.