Drei Viertel der Deutschen wollen nach dem Urlaub etwas in ihrem Leben verändern

| Tourismus Tourismus

Reisen löst bei einem Großteil der Deutschen konkrete Vorsätze aus – vor allem bei der jungen Generation. Fast alle Reisenden nehmen positive Effekte mit in den Alltag. Die vollständige Umsetzung der guten Vorsätze bleibt allerdings eine Herausforderung. Das ist, wie die Psychologin Barbara Horvatits-Ebner erklärt, ein völlig normaler Mechanismus.

Wer verreist, lässt mehr zurück als den Arbeitsalltag. Das zeigt eine repräsentative Befragung von HolidayCheck. 86 Prozent der Befragten fassen während einer Reise konkrete Vorsätze für die Zeit danach. Besonders häufig geht es dabei um Erholung und Selbstfürsorge: Ein Drittel nimmt sich vor, öfter eine Auszeit zu nehmen, ähnlich viele wollen mehr Ruhe in den Alltag integrieren oder mehr Zeit für sich selbst reservieren. Auffällig ist die Intensität bei jungen Menschen. Bei den 16- bis 29-Jährigen mit Vorsätzen beschreiben 85 Prozent den Wunsch nach Veränderung als stark oder sehr stark – zehn Prozentpunkte mehr als im Gesamtdurchschnitt.

„Reisen schafft Abstand – und damit den Raum, das eigene Leben aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Dass dieser Effekt besonders bei jungen Menschen so stark ausgeprägt ist, ist logisch: Wer noch dabei ist, sein Leben zu gestalten, nutzt die Unterbrechung des Alltags besonders intensiv zur Reflexion", sagt Nina Hammer, Reiseexpertin bei HolidayCheck.

Warum Urlaub Veränderungswünsche auslöst

Im Urlaub fallen alltägliche Rollen und Verpflichtungen weg. Das schafft Raum für Reflexion, der im Alltag kaum vorhanden ist. „Die physische und mentale Distanz von Routinen lässt uns freier denken und genau das ist der Nährboden für Vorsätze“, erklärt Reisepsychologin Barbara Horvatits-Ebner.

Die Umsetzungslücke: Ein normaler Mechanismus

Dass nur 12 Prozent ihre Vorsätze vollständig umsetzen, ist kein individuelles Scheitern. „Zurück im Alltag schaltet das Gehirn auf Autopiloten und greift auf vertraute Routinen zurück. Das ist eine evolutionär sinnvolle Energiesparmaßnahme, die es aber schwer macht, echte Veränderungen zu verankern“, so Barbara Horvatits-Ebner.

Horvatits-Ebner gibt konkrete Empfehlungen, wie Vorsätze trotzdem eine Chance haben:

  • Vorsätze in kleine Teilschritte aufteilen, konkret und realistisch formulieren und schriftlich festhalten. Das schärft den Blick für die tatsächliche Umsetzbarkeit.
  • Ziele im sozialen Umfeld kommunizieren. Wer anderen davon erzählt, erhöht seinen eigenen Handlungsdruck.
  • Pläne terminieren und Deadlines setzen. Nur so entstehen aus guten Absichten konkrete Handlungen.
  • Neue Verhaltensweisen an bestehende Routinen koppeln und Vorbereitungshandlungen treffen. Das erleichtert die Verankerung im Alltag.
  • Rückschläge einkalkulieren: Einzelne Ausrutscher sind kein Scheitern, sondern Teil des Veränderungsprozesses.

Auch die Rückkehr selbst kostet: 28 Prozent der Befragten hätten sich mehr Zeit gewünscht, um nach der Reise im Alltag anzukommen. 23 Prozent empfanden den Alltag unmittelbar nach der Rückkehr als anstrengender.

Positive Effekte bleiben – auch wenn Vorsätze verblassen

Auch wenn die vollständige Umsetzung selten gelingt: 95 Prozent der Reisenden nehmen positive Effekte mit nach Hause. Am häufigsten: mehr Energie (38 Prozent), mehr innere Ruhe (34 Prozent), eine verbesserte Stimmung (33 Prozent). Für die meisten halten diese Effekte einige Wochen an, bevor der sogenannte Fade-Out-Effekt einsetzt – ein in der Forschung gut belegtes Phänomen, das beschreibt, wie die positiven Wirkungen einer Reise typischerweise nach zwei bis drei Wochen nachlassen. 82 Prozent der Befragten sagen dennoch, dass Reisen ihrer Gesundheit guttut; 78 Prozent betrachten Reisen als wichtigen Bestandteil ihrer Lebensqualität.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der Deutsche Reiseverband prognostiziert für das laufende Touristikjahr trotz geopolitischer Unsicherheiten ein leichtes Umsatzwachstum. Während Mittelmeerziele und Kreuzfahrten zulegen, bleiben Fernreisen hinter den Erwartungen zurück.

Der Deutsche Alpenverein, der Österreichische Alpenverein und Alpenvereine in Südtirol starten eine gemeinsame Kampagne gegen Bettwanzen auf Berghütten. Beim DAV sind nach eigenen Angaben jährlich fünf bis 20 Hütten betroffen.

Eine neue Untersuchung zeigt, dass zwei Drittel der deutschen Geschäftsreisenden ihre Dienstreisen für private Aufenthalte verlängern. Besonders inländische Großstädte profitieren von diesem Trend, bei dem Reisende im Durchschnitt drei zusätzliche Nächte buchen.

Eine aktuelle Untersuchung zeigt deutliche Preisunterschiede bei deutschen Ferienhäusern, wobei Sylt das Ranking anführt. In den Alpenregionen bleibt der Tegernsee die teuerste Lage, erreicht jedoch nicht das Preisniveau der Küstenhotspots.

Für das von der Helma-Insolvenz betroffene Ostseeresort Olpenitz ist ein neuer Investor gefunden worden. Der Käufer übernimmt rund 39.000 Quadratmeter Entwicklungsflächen und soll auch weitere Bauabschnitte des Poseidon fertigstellen.

Die Niederlande sind weit mehr als nur das Land von Tulpen, Windmühlen und Käse. Für viele Reisende bietet das Nachbarland eine perfekte Mischung aus Entspannung, Natur und Kultur. Wer eine Auszeit vom Alltag sucht, muss nicht unbedingt in den Flieger steigen. Ein Urlaub bei den niederländischen Nachbarn ist unkompliziert, abwechslungsreich und ideal für Familien, Paare oder Alleinreisende.

Schlösser, Natur, zweisprachiges Theater: Polnische Touristen haben Brandenburg als Urlaubsregion entdeckt. Welche Orte besonders gefragt sind und was sie dort anzieht.

Die deutsche Fluggesellschaft Condor ist auf der Suche nach neuen Eigentümern. Ihr Chef kann sich auch einen Verkauf an Airlines vom Golf vorstellen.

Mehr als 29.400 Beschwerden in nur sechs Monaten: Die Schlichtungsstelle Reise und Verkehr meldet einen Rekord – vor allem Flugreisende fordern Entschädigung nach Ausfällen und Verspätungen.

Trotz inflationsbedingter Belastungen plant die Mehrheit der Hamburger eine Sommerreise, achtet dabei jedoch verstärkt auf Rabatte und das Preis-Leistungs-Verhältnis. Der klassische Strandurlaub bleibt dabei die beliebteste Urlaubsform.