DZT zieht Halbjahresbilanz

| Tourismus Tourismus

Der deutsche Incoming-Tourismus kann in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 trotz schwieriger Marktbedingungen Zugewinne erzielen. So stieg die Zahl der internationalen Übernachtungen in Deutschland nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im Juni um 1,6 Prozent im Vergleich zum Juni 2025. Kumuliert wurden im ersten Halbjahr 2026 36,4 Millionen internationale Übernachtungen registriert, ein Plus von 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr (Tageskarte berichtete).

Die Auslastung der Hotelbetriebe in Deutschland verbesserte sich im ersten Halbjahr nach Analysen von MKG International ebenfalls um 1,2 Prozent auf 65,5 Prozent. In der zweiten Jahreshälfte ist nach Einschätzung der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) weiteres Wachstum möglich.

Petra Hedorfer, Vorsitzende des Vorstandes der DZT, erklärt dazu: „Die robuste Nachfrage aus dem Ausland hat im ersten Halbjahr 2026 die wirtschaftlichen Auswirkungen des Nahostkonflikts – darunter gestiegene Kerosin- und Kraftstoffpreise sowie den Rückgang der Flugkapazitäten nach Deutschland um drei Prozent gegenüber dem Vorjahr (Jan. – Juni 25/26) – weitgehend kompensiert. Die internationalen Ankünfte bis Ende Mai lagen laut Aussagen des Statistischen Bundesamtes sogar um 1,8 Prozent über dem Vorjahresniveau. Zugleich bestätigen die Ergebnisse unseres DZT Travel Industry Expert Panels einen Trend zu sicherheitsorientierten, kurzfristigeren Buchungsentscheidungen und näher gelegenen Reisezielen. Davon kann Deutschland mit seiner zentralen Lage, einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis und seiner Wahrnehmung als sicheres Reiseziel in dieser Sommersaison profitieren.“

Perspektiven 2. Halbjahr 2026

Laut einer vorläufigen Auswertung des aktuellen DZT Travel Industry Expert Panels zeichnet die Reiseindustrie für das 3. Quartal ein optimistisches Stimmungsbild. Demnach schätzen 46 Prozent der Entscheider in der internationalen Reiseindustrie ihr aktuelles Deutschlandgeschäft positiv ein – ein Plus von 21 Prozent gegenüber dem vorherigen Quartal. Die Entwicklung der Geschäftssituation in den kommenden sechs Monaten bewerten 53 Prozent positiv.

Dies bestätigt auch das aktuelle ETC Monitoring Sentiment for Intra-European Travel (Mai 2026): So steigt der Anteil der Europäer, die zwischen Juni und November eine Reise planen, gegenüber dem Vorjahr um vier Prozentpunkte auf 81 Prozent.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Mittelgebirge, Städte, Freizeitparks: Sachsen hat im Sommer viel für einen abwechslungsreichen Urlaub zu bieten. Die Tourismusbranche rechnet mit weiteren Buchungen in den kommenden Wochen.

Eine aktuelle Umfrage von SAP Concur zeigt, dass deutsche Geschäftsreisende touristische Hotspots zunehmend meiden. Hohe Kosten, überfüllte Innenstädte und eingeschränkte Verfügbarkeiten beeinflussen demnach die Reiseplanung.

Klinik und Bett statt Strand: Für ein Paar endete der Traumurlaub auf Mauritius schon auf dem Hinflug - mit gebrochenen Wirbeln und Schmerzen. Im Nachgang klagen sie gegen den Reiseveranstalter.

Bayerns Tourismusministerin Michaela Kaniber hat eine neue Initiative zur strategischen Neuausrichtung des Tourismus gestartet. Grundlage der kommenden Beratungen sind die Ergebnisse einer branchenweiten Umfrage mit über 1.100 Teilnehmern.

Zum Start der Sommerferien hat ECPAT Deutschland eine Kampagne gegen Kindesmissbrauch im Tourismus gestartet. Gemeinsam mit Behörden und Reiseveranstaltern sollen Reisende für Zivilcourage sensibilisiert werden.

Eine aktuelle Auswertung von Airbnb identifiziert die beliebtesten deutschen Strandorte für den Sommer 2026. Dabei dominieren vor allem Ziele an der Ostseeküste das Ranking der Suchanfragen.

Ab sofort kostet der reguläre Eintritt in den Kölner Dom zwölf Euro. Mit dem neu eingeführten Eintrittspreis sollen die gestiegenen Kosten etwa für den Schutz des Denkmals gedeckt werden.

Mozarts Geburtsstadt ist ein touristisches Juwel. Entsprechend viele Reisende steuern die 160.000-Einwohner-Stadt speziell für einen Tagesausflug an. Oft gibt es Stau - das soll jetzt anders werden.

Kurz vor Beginn der Sommerferien in Schleswig-Holstein zeichnet sich im Tourismus ein uneinheitliches Bild ab. Während zahlreiche Küstenorte und Inseln bereits hohe Auslastungen melden, liegt die Buchungslage landesweit vielerorts noch unter dem Niveau des Vorjahres.

Eine aktuelle Studie von HolidayCheck analysiert das unterschiedliche Nachhaltigkeitsverhalten von Deutschen im Alltag und während der Urlaubszeit. Dabei zeigt sich eine deutliche Lücke zwischen Anspruch und tatsächlichem Handeln.