Ein Dorf wird zum Hotel: Schwarzwald setzt auf neues Tourismuskonzept

| Tourismus Tourismus

Die Schwarzwald Tourismus GmbH (STG) entwickelt gemeinsam mit der Beratungsgesellschaft co:compass ein neues Beherbergungskonzept für den ländlichen Raum. Das Modell basiert auf der italienischen Idee des Albergo Diffuso, bei dem ein ganzes Dorf Funktionen eines Hotels übernimmt, ohne dass neue Gebäude errichtet werden müssen. Das Projekt wird vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg gefördert.

Struktur des dezentralen Hotelmodells

Nach Angaben der Projektbeteiligten sieht das Konzept vor, bestehende Ressourcen in den Gemeinden zu nutzen, anstatt eine zentrale Hotelimmobilie zu betreiben. Die Zimmer und Apartments verteilen sich dabei über den gesamten Ort. Die Infrastruktur wird durch lokale Betriebe ergänzt: So übernimmt beispielsweise eine örtliche Bäckerei die Frühstücksversorgung, während bestehende Gasthäuser für die gastronomische Bewirtung zuständig sind. Der Dorfplatz fungiert in diesem Modell als zentrale Lobby und Treffpunkt für Gäste und Einwohner.

Ziel der Initiative ist es, leerstehende Gebäude im Schwarzwald wieder nutzbar zu machen und die Ortskerne zu beleben. Durch die Einbindung der vorhandenen dörflichen Strukturen sollen wirtschaftliche Impulse gesetzt werden, die über die reine Beherbergung hinausgehen. Laut Mitteilung wird das ursprüngliche italienische Vorbild dabei gezielt an die regionale Baukultur und die spezifischen Strukturen der Schwarzwälder Dörfer angepasst.

Implementierung und regionale Auswahlprozesse

Derzeit identifiziert die Schwarzwald Tourismus GmbH gemeinsam mit den Beratern von co:compass interessierte Kommunen, die als Modellorte fungieren könnten. Der Auswahlprozess sieht vor, dass lokale Akteure, Gastgeber und Gemeindevertreter in Workshops und Gesprächen konkrete Umsetzungspläne erarbeiten. Diese Orte erhalten bei der Analyse und Konzeption eine intensive Begleitung durch die Tourismusexperten.

Karsten Palme von co:compass erläutert die strategische Ausrichtung des Vorhabens: „Der Schwarzwald geht mit der Weiterentwicklung des Albergo-Diffuso-Konzepts bewusst neue Wege: Wir verbinden touristische Innovation mit Ortsentwicklung im ländlichen Raum – und schaffen so Lösungen für mehrere Herausforderungen gleichzeitig.“

Das Projekt soll laut den Initiatoren als Impulsgeber für zukunftsfähige Tourismusformen dienen. Durch die dezentrale Organisation werden Investitionskosten für Großprojekte vermieden, während gleichzeitig die lokale Wertschöpfung gesteigert werden soll. 


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der große Freizeitpark-Check für das Jahr 2026 kürt den südbadischen Europa-Park zum besten Freizeitpark in Deutschland. Neben den Branchenriesen überzeugen im aktuellen Ranking vor allem regionale Familienparks und spezialisierte Anlagen.

Kreislaufprobleme, Kopfschmerzen - und Verspätungen: Ist die Klimaanlage an Bord defekt, kann es in Flugzeugen schnell unangenehm werden. Was steht Passagieren zu, wenn sich die Kabine unerträglich aufheizt?

Braunwald beendet den klassischen Skibetrieb ab der Wintersaison 2026/27. Die Sportbahnen begründen den Schritt mit anhaltenden Verlusten und veränderten klimatischen Bedingungen, während ein gemeinsamer Zukunftsprozess die weitere touristische Entwicklung der Destination vorbereiten soll.

PiNCAMP meldet Veränderungen im Buchungsverhalten von Campern in Europa. Nach Daten der Plattform wachsen Buchungen im Frühjahr und Herbst stärker als in den klassischen Sommerferien, während nordeuropäische Reiseziele zulegen.

Pierre & Vacances-Center Parcs hat ein vollständig finanziertes Übernahmeangebot von Mubadala Capital erhalten. Die geplante Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung wesentlicher Aktionäre und weiterer Genehmigungen.

Mehr als eine Milliarde Euro liegen im Reisesicherungsfonds – Tui kritisiert eine fehlende Anlagestrategie und fordert spürbare Entlastung für die Branche, und damit für die Urlauber.

Der Sommer-Reisereport 2026 von Opodo zeigt eine anhaltend starke Nachfrage der deutschen Urlauber nach südeuropäischen Zielen, angeführt von Spanien. Gleichzeitig gewinnen Ziele wie Lanzarote und Podgorica stark an Beliebtheit.

Die Staatsanwaltschaft München hat das Ermittlungsverfahren zur Insolvenz der FTI Group eingestellt, da sich der Verdacht auf Insolvenzverschleppung oder Betrug nicht erhärtet hat.

Venedigs neuer Bürgermeister Venturini bringt eine deutliche Erhöhung der Eintrittsgebühr für Tagesbesucher ins Spiel - auf bis zu 50 Euro. In der Lagunenstadt sorgt der Vorstoß für Wirbel.

Ob liegen gelassen oder geklaut: Wer im Urlaub plötzlich ohne Pass dasteht, sollte handeln. Denn spätestens bei der Rückreise kann es sonst bei Grenzkontrollen zu großen Problemen kommen. Was ist zu tun?