Eskalation in der Golfregion: Reisewarnung und Angriffe auf touristische Wahrzeichen

| Tourismus Tourismus

Von Radomianin - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, commons.wikimedia.org/w/index.php

Nach den militärischen Auseinandersetzungen zwischen Israel, den USA und dem Iran am 28. Februar 2026 hat das Auswärtige Amt eine umfassende Reisewarnung für die gesamte Region ausgesprochen. Die Warnung umfasst 13 Staaten, darunter die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Saudi-Arabien und den Oman. Während der zivile Luftverkehr weitgehend zum Erliegen gekommen ist, rücken nun auch prominente touristische Ziele in den Fokus der Ereignisse.

Mutmaßlicher Drohnenangriff auf das Burj Al Arab

In der Nacht zum 1. März 2026 kam es an einem der bekanntesten Wahrzeichen Dubais zu einem Zwischenfall. Das Medienbüro von Dubai bestätigte einen Brand an der Fassade des Luxushotels Burj Al Arab. Das über 300 Meter hohe Gebäude auf einer künstlichen Insel wurde laut Berichten von einem mutmaßlich iranischen Drohnenangriff getroffen.

Nach offiziellen Angaben handelte es sich um einen begrenzten Brand an der Außenwand, den die Einsatzkräfte des Zivilschutzes zeitnah unter Kontrolle bringen konnten. Verletzte wurden bei dem Vorfall nicht gemeldet. Videaufnahmen zeigen jedoch Flammen, die über mehrere Stockwerke an der segelförmigen Silhouette des Hotels brannten. Das Burj Al Arab gilt als eines der teuersten Hotels weltweit, mit Zimmerpreisen ab 800 Euro und Suiten für bis zu 20.000 Euro pro Nacht. Bereits zuvor gab es Berichte über einen Brand im Hotel Fairmont The Palm, bei dem vier Personen verletzt worden waren.

Kreuzfahrturlauber sitzen in den Häfen fest

Die militärische Lage trifft den Kreuzfahrttourismus im Persischen Golf massiv. Tausende deutsche Urlauber befinden sich derzeit an Bord von Schiffen, die ihre Häfen nicht verlassen können. Die Reederei Tui Cruises teilte mit, dass die Mein Schiff 4 in Abu Dhabi und die Mein Schiff 5 in Doha festliegen. Geplante Reisen mit Startterminen zwischen dem 28. Februar und dem 5. März 2026 wurden offiziell abgesagt.

Während der ersten Angriffswellen wurden Passagiere per Notfallalarm aufgefordert, Landausflüge abzubrechen und sich im Schiffsinneren fern von Fenstern aufzuhalten. Die Außendecks blieben vorübergehend gesperrt. Auch die MSC Euribia der Reederei MSC Cruises verbleibt im Hafen von Dubai, nachdem die für den 1. März geplante Abfahrt ab Doha gestrichen wurde. Die Reedereien arbeiten derzeit mit Behörden und Botschaften zusammen, um Rückreisemöglichkeiten für die Gäste zu prüfen.

Vollständige Sperrung der Lufträume

Der internationale Flugverkehr ist in weiten Teilen der Region unterbrochen. Die Dubai Airports gaben bekannt, dass sämtliche Operationen am Dubai International (DXB) sowie am Al Maktoum International (DWC) bis auf Weiteres eingestellt sind. Passagiere wurden angewiesen, die Flughäfen nicht aufzusuchen und sich direkt an ihre Fluggesellschaften zu wenden.

Die Lufthansa hat ihre Flugverbindungen in die Region, einschließlich Zielen im Oman und im Libanon, vorerst bis zum 7. März 2026 ausgesetzt. Laut dem Datendienst Flightradar24 wurden regional bereits über 3.400 Flüge annulliert. Die Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate hat angekündigt, die Kosten für Unterkunft und Verpflegung von rund 20.200 gestrandeten Passagieren im Land zu übernehmen.

Sicherheitshinweise für Deutsche vor Ort

Das Auswärtige Amt fordert alle deutschen Staatsangehörigen in der Region auf, sich in die Krisenvorsorgeliste (Elefand) einzutragen. Bisher haben sich dort mehr als 10.000 Personen registriert. Reisende werden dringend gebeten:

  • Anweisungen der lokalen Sicherheitskräfte und Behörden strikt zu befolgen.

  • Warnungen vor Luftangriffen ernst zu nehmen und umgehend Schutzräume aufzusuchen.

  • Den Kontakt zu Reiseveranstaltern für Informationen über Evakuierungsflüge zu halten. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Ab Ende Februar wird es ernst: Ohne ETA gibt’s keinen Zutritt zu Flugzeugen und Zügen nach Großbritannien. Was es zu beachten gibt und mit wie viel Vorlauf man den Antrag stellen sollte.

Früh aufstehen, statt den letzten Urlaubstag am Pool ausklingen zu lassen? Wenn der Rückflug vom Abend in den Morgen vorverlegt wird, ist das frustrierend. Aber immerhin kann es Geld zurückgeben.

Während andere Flughäfen boomen, hinken die ostdeutschen Airports dem Vorkrisenniveau hinterher. Woran das liegt - und was das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt als zentrale Hürden nennt.

Bali lockt jedes Jahr Millionen Urlauber. Verkehrschaos, Müll und schlechtes Benehmen bereiten Ärger. Nun sollen Finanznachweise und strengere Einreiseregeln Abhilfe schaffen. Aber wie?

Die PiNCAMP Awards 2026 würdigen wegweisende Betriebe und Persönlichkeiten der europäischen Campingwirtschaft. Im Rahmen einer Gala in Stuttgart wurden Gewinner aus den Niederlanden, Italien und Spanien für ihre Konzepte in den Bereichen Nachhaltigkeit, Innovation und Mietunterkünfte geehrt.

Während Metropolen wie Paris und New York weiterhin die Buchungslisten anführen, sorgen Trends wie Set-Jetting und Hotel-Hopping für neue Impulse. Eine Analyse aktueller Marktdaten zeigt, wie Reiseberater die steigende Nachfrage optimal nutzen können.

Airbnb wird Premium-Partner der ITB Berlin 2026 und rückt den Naturtourismus in den Fokus. Ein Höhepunkt der Kooperation ist der Auftritt von Airbnb-Mitgründer Nathan Blecharczyk, der auf dem Kongress über die Zukunft des Reisens abseits der urbanen Zentren spricht.

Die Reisetrends für 2026 zeigen eine klare Richtung: Die Generation Z und Millennials flüchten aus den Metropolen in ländliche Regionen. Ein aktueller Bericht von Kayak, der auch TikTok-Daten nutzt, belegt, dass Authentizität, mentale Erholung und die Unterstützung durch Künstliche Intelligenz zu den wichtigsten Pfeilern der künftigen Urlaubsplanung gehören.

Niedersachsen darf nicht zum «Bielefeld der Bundesländer» werden, warnt der Arbeitgeberverband Niedersachsenmetall. Ein neuer Slogan müsse her. Der Verbandschef hat auch schon einen Favoriten.

Die Reiseform des Dark Tourism rückt Orte der Vergänglichkeit und des historischen Umbruchs in den Fokus des touristischen Interesses. Dabei überschneiden sich die Ziele häufig mit sogenannten Lost Places, also verlassenen Schauplätzen früheren Lebens.