Fernweh in Farben: Zehn bunte Orte

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Purpurne Blüten, schwarzer Sand und blaues Gestein: Die Welt ist bemerkenswert bunt und Farben lösen bei jedem Betrachter ganz individuelle Assoziationen, Emotionen und Sehnsüchte aus. Für alle, bei denen die Farben der Welt Fernweh bewirken, hat meine-weltkarte zehn der farbenreichsten Orte der Erde zusammengestellt.

Orange: Hawa Mahal, Indien
 

Jeden Frühling verleiht das berühmte Holi-Festival Indien einen bunten Anstrich. Ganzjährig sorgt besonders ein Gebäude in der Altstadt von Jaipur für Farbenpracht. Hawa Mahal bedeutet übersetzt Palast der Winde und die Architektur hält, was der märchenhafte Name verspricht. Das Gebäude erstreckt sich über fünf Stockwerke, ist jedoch lediglich fünf bis acht Meter tief. Die orangene Außenfassade ist gesäumt von zahllosen kleinen Balkonen und Fenstern, die eine kühlende Luftzirkulation in den Innenräumen bewirken und optisch an die juwelenbesetzte Krone der Hindu-Gottheit Krishna erinnern sollen.


Blau: Capillas de Mármol, Chile

Inmitten des Lago Buenos Aires in Chile befinden sich ganz besondere Fels- und Höhlenformationen. Die sogenannten Marmorkathedralen, die Capillas de Mármol, spannen sich wie ein kunstvoll gefertigtes Gewölbe über das darunterliegende Wasser und faszinieren den Betrachter mit einem einmaligen Farbenspiel.  Die Steinformation liegt auf einer Halbinsel in Patagonien und besteht aus insgesamt drei Teilen: der Kathedrale, der Kapelle und der Höhle. Die blaue Färbung des Naturspektakels entsteht durch das Lichtspiel zwischen dem Wasser und dem ausgewaschenen, schwarz-weißen Gestein. Je nach Farbe des Wassers ändert sich auch der Blauton an den Wänden der Höhle.


Gelb: Izamal, Mexiko

In der historisch bedeutenden Kleinstadt Izamal (übersetzt: Ort der Leguane) in Mexiko strahlen viele der leuchtend gelben Häuserfassaden mit der Sonne um die Wette. Die Stadt im Bundesstaat Yucatán wurde lange vor der spanischen Eroberung Mexikos durch die Maya gegründet und konnte ihre kulturelle Bedeutung bis heute erhalten. Besonders beeindruckend ist neben den seit Jahrtausenden erhaltenen Pyramidenbauten das komplett in Gelb gehaltene Ortszentrum. Aufgrund ihrer Einzigartigkeit wurde die Stadt zum Pueblo Mágico, also zum magischen Ort, erklärt.


Pink: Kirschblüten, Japan

Etwa die Hälfte aller Laubbäume in japanischen Städten sind Kirschbäume. Von April bis Ende Mai hüllen die Bäume das ganze Land in einen pink-weißen Blütenschauer und läuten mit ihrer Pracht wärmere Tage ein. Die Kirschblüte ist fester Bestandteil der japanischen Kultur und symbolisiert den Frühling, Erneuerung und Vergänglichkeit. Die Zeit, in der die Bäume in voller Blüte stehen, nutzen die Japaner für Feste (Hanami), bei denen im leichten Schatten der Kirschblüten gegrillt, getrunken und gefeiert wird.


Schwarz: Vik Beach, Island

Der Vik Beach auf Island bietet Reisenden ein eher ungewöhnliches Strandvergnügen. Statt weißem Sandstrand befindet sich hier tiefschwarzes, aber nicht minder feines Vulkangestein. Die Basaltseestapel direkt vor der Küste, auch Meeresschornsteine genannt, tragen zusätzlich zu dieser unwirklichen Atmosphäre bei. Gemäß einer isländischen Erzählung verkörpern die Basaltsäulen Trolle, die bei dem Versuch, Schiffe an Land zu ziehen, von den ersten Sonnenstrahlen des Tages überrascht wurden und zu Stein erstarrten.


Lila: Lavendelfelder der Provence, Frankreich

Es gibt viele Orte auf der Welt, an denen Pflanzen lila blühen. Die royale Farbe ist allerdings vermutlich nirgends so dominant und faszinierend wie zur Lavendelblüte in der Provence. Von Mitte Juni bis Ende August findet das farbenfrohe Schauspiel statt, allerdings ist die Blüte stark vom Klima, der jeweiligen Lavendelsorte sowie dem Anbauort abhängig. Reisende sollten sich also im Vorfeld gut informieren. Eines der bekanntesten Lavendelfelder befindet sich übrigens vor der Abtei von Sénanque. Dort harmoniert die Architektur des Klosters perfekt mit der purpurnen Pracht.


Grün: Die Gärten der antiken Felsenfestung Sigiriya, Sri Lanka

Hoch auf einem Monolith in Sri Lanka liegt die historische Felsenfestung Sigiriya, zu Deutsch Löwenfestung. Die Ruinen des im fünften Jahrhundert nach Christus errichteten Bauwerk gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe und beherbergen vollständig restaurierte Gartenanlagen, in denen sich die Farbe Grün in allen Schattierungen und Intensitäten wiederfinden lässt. Neben einer vielfältigen Flora gibt es dort auch verfallene Springbrunnen, Pavillons und sogar eine alte Klosteranlage.


Weiß: Salar de Uyuni, Bolivien

Die mit mehr als 10.000 Quadratkilometern größte Salzpfanne der Erde befindet sich in Bolivien. Die Salar de Uyuni liegt auf einer Höhe von 3.653 Metern und entstand durch das Austrocknen eines Salzsees vor mehr als zehn Jahrtausenden. Heute ist die Wüste ein Abbaugebiet für Salz und vor allem eines der touristischen Highlights in Südamerika. Der komplett ebenerdige Untergrund und besonders sein gleißendes Weiß faszinieren Jahr für Jahr Menschen aus aller Welt. Nach Regenfällen ist die Salar de Uyuni sogar noch eindrucksvoller: Steht das Wasser etwa knöchelhoch, verwandelt sich die ruhige Oberfläche in einen riesigen natürlichen Spiegel.


Rosa: Craigievar Castle, Schottland

Ein Schloss in Schottland ist zunächst noch nichts Ungewöhnliches. Das Craigievar Castle allerdings weist ein ganz spezielles Alleinstellungsmerkmal auf: Die Außenwände schillern dank speziellem Putz in hellem Rosa. Das Schlösschen aus dem 16. Jahrhundert gilt mit seinen vielen französischen Elementen als eines der gelungensten Beispiele einer schottischen Turmburg. Ein kleiner, L-förmiger Grundriss und Wendeltreppen, die im Inneren in die höheren Etagen führen, sorgen für den luftigen, langgezogenen Außeneindruck der außergewöhnlichen Feste.


Bunt: Salvation Mountain, Kalifornien, USA

Sämtliche Farben des Regenbogens vereint ein spezieller Ort in den USA: die Kunstinstallation Salvation Mountain in Kalifornien. Leonard Knight arbeitete seit 1984 bis zu seinem Tod im Jahre 2014 an seinem kunterbunten Lebenswerk. Es besteht aus unzähligen Tonnen Lehm, Stroh und Farbe und soll eine religiöse Botschaft transportieren: Gott ist Liebe. Die Regierung Kaliforniens hatte in den 1990er Jahren mehrmals vergeblich versucht, die Installation zu schließen – im Jahre 2002 wurde der Salvation Mountain schließlich offiziell zum nationalen Kulturgut erklärt. So lebt die Botschaft Knights auch heute weiter, und Touristen aus aller Welt können das so ungewöhnliche wie bunte Kunstobjekt weiterhin besuchen.


 

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