Finanzlage am BER bleibt angespannt

| Tourismus Tourismus

Ein Jahr nach Eröffnung des Hauptstadtflughafens BER erreichen Passagiere wieder beinahe so viele Ziele wie vor der Pandemie - die finanzielle Situation des Airport bleibt jedoch angespannt. «Wir brauchen schnell Geld, wir brauchen Cash», sagte dessen Chefin Aletta von Massenbach dem «Tagesspiegel» (Samstag). Die Liquidität der Flughafengesellschaft Berlins, Brandenburgs und des Bundes (FBB) reiche nur noch bis zum ersten Quartal 2022. Die frühere Finanzchefin des Unternehmens hatte den Chefposten Anfang Oktober übernommen.

Hauptaufgabe wird es sein, die FBB aus der Krise zu führen: 2020 machte das Staatsunternehmen gut eine Milliarde Euro Verlust. Auch für die kommenden Jahre rechnet die FBB mit hohen Fehlbeträgen. «Wir können den Kapitaldienst für eine lange Zeit nicht selbst stemmen», betonte von Massenbach. Bis 2026 braucht die FBB demnach von ihren drei Eignern weitere 2,4 Milliarden Euro.

Umso wichtiger ist eine Rückkehr zur Normalität des Luftverkehrs. Einen Schritt dahin sieht die Flughafengesellschaft darin, dass mit Beginn des Winterflughafens am Sonntag bis 26. März 144 Destinationen auf dem Flugplan stehen, eine weniger als 2019 an den alten Flughäfen Tegel und Schönefeld. «Wir freuen uns besonders auf den 8. November. Dann geht die USA wieder für Reisende», sagte von Massenbach der «Berliner Morgenpost» (Sonntag). Die Sicherheitsbestimmungen stellen den BER aber auch vor neue Herausforderungen: «Die Fluggesellschaften haben uns gesagt, das sei sehr aufwendig. Wir sind mit denen in enger Abstimmung und sehen, ob die beim Check-in Hilfe brauchen.»

Personelle Engpässe und aufwendigere Kontrollen in der Corona-Krise hatten jüngst zu einem Reise-Chaos am Hauptstadtflughafen geführt. Zum Auftakt der Herbstferien war es am zweiten Oktober-Wochenende zu teils chaotischen Szenen gekommen. Das Bundesverkehrsministerium hat einen schriftlichen Bericht zum ersten Jahr des Betriebs angefordert.

Darin solle dargestellt werden, wie der aktuelle Stand am Airport ist und was in den Abläufen noch verbessert werden kann, hieß es aus dem Ministerium. Auch die finanzielle Situation der Flughafengesellschaft solle erörtert werden. Erwartet werde der Bericht bis 5. November.

Wie die «Welt am Sonntag» berichtet, reagiert der geschäftsführende Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) damit auch auf die zahlreichen anderen Probleme am neuen Flughafen. Berichtet werde unter anderem von überquellenden Mülltonnen, bereits kaputten Bodenfliesen, häufig verschmutzten Toiletten sowie defekten Rolltreppen und Aufzügen. Zu all diesen Themen solle das Management Stellung nehmen und Lösungsvorschläge machen. Im Anschluss ist laut Ministerium ein Gespräch zwischen Scheuer und der BER-Chefin von Massenbach geplant.

Diese versicherte im «Tagesspiegel»-Interview: «Ich garantiere, dass wir alles tun, damit es so reibungslos wie möglich funktioniert.» Die Bilder hätten auch dem Unternehmen sehr weh getan.

Der neue Flughafen war am 31. Oktober vor einem Jahr eröffnet worden. Acht Millionen Fluggäste haben ihn genutzt. In Tegel und am alten Schönefelder Flughafen hatte es 2019 noch 36 Millionen Passagiere gegeben. Zwei der drei BER-Terminals sowie eine der beiden Start- und Landebahnen werden derzeit nicht genutzt. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Venedigs neuer Bürgermeister Venturini bringt eine deutliche Erhöhung der Eintrittsgebühr für Tagesbesucher ins Spiel - auf bis zu 50 Euro. In der Lagunenstadt sorgt der Vorstoß für Wirbel.

Ob liegen gelassen oder geklaut: Wer im Urlaub plötzlich ohne Pass dasteht, sollte handeln. Denn spätestens bei der Rückreise kann es sonst bei Grenzkontrollen zu großen Problemen kommen. Was ist zu tun?

Vom Harz-Ausflug bis zum Bauhaus-Besuch: Gäste haben in Sachsen-Anhalt im vergangenen Jahr rund 3,6 Milliarden Euro ausgegeben. Vor allem Tagesreisende sorgen für Umsatz.

Eine bundesweite Auswertung zeigt, dass naturnahe und vereinsgetragene Freibäder in mittelgroßen Städten die höchste Zufriedenheit erzielen. Das Dresdner Zschonergrundbad verteidigt dabei zum dritten Mal in Folge den Spitzenplatz.

Ein Bericht des IT-Sicherheitsunternehmens Check Point zeigt einen Anstieg der Cyberangriffe in der Reisebranche um 24 Prozent im Mai 2026. Betrüger nutzen dabei zehntausende gefälschte Internetadressen, um gezielt Daten von Urlaubern abzugreifen.

Eine Studie von Helvetia Österreich belegt, dass 56 Prozent der Österreicher den Sommerurlaub mit dem eigenen Pkw planen. Während technische Checks vor allem von der älteren Generation durchgeführt werden, führen unbekannte Routen insbesondere bei jüngeren Fahrern zu Stress.

Four Seasons Yachts erweitert ihre Flotte und plant für das Jahr 2028 die Inbetriebnahme der neuen Yacht Four Seasons II. Das Schiff wird mit 79 Suiten ausgestattet sein, zu denen auch wohnraumähnliche Unterkünfte auf den oberen Decks gehören.

Airbnb und der Deutsche Tourismusverband fördern ländliche Tourismusprojekte in Deutschland mit insgesamt einer Million Euro. Bewerbungen für den Wettbewerb NaturMomente können bis zum 9. September 2026 eingereicht werden.

Eine Umfrage zeigt, dass deutsche Urlauber verstärkt geringere Nebenkostenbudgets für Verpflegung und Ausflüge an ihren Urlaubsorten einplanen. Während die Summen bis zu 500 Euro pro Person deutlich an Relevanz gewinnen, sinkt der Anteil höherer Budgets spürbar.

Die Deutsche Zentrale für Tourismus sieht den internationalen Deutschlandtourismus trotz geopolitischer Unsicherheiten auf stabilem Kurs. Aktuelle Daten und Branchenumfragen deuten laut DZT auf eine anhaltende Nachfrage in wichtigen Auslandsmärkten hin.