Gutachter: Haftungsbegrenzung im Fall Thomas Cook problematisch

| Tourismus Tourismus

Die Mindestsumme von 110 Millionen Euro sei trotz Inflation und Wachstum des Reisemarkts seit 1993 nicht angepasst worden, schreibt der Fachbereich Europa in einer Analyse, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Ob sich daraus möglicherweise ein Haftungsanspruch an den Staat ergebe, sei allerdings nicht abschließend zu beurteilen. Nicht jeder Umsetzungsfehler bedeute automatisch, dass der Staat haften müsse, wenn Verbraucher ihr Geld von der Versicherung nicht zurückbekämen.

Die deutsche Thomas Cook GmbH mit rund 2000 Beschäftigten hatte am 25. September die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Sie sagte mit ihren Marken wie Neckermann, Bucher und Öger sämtliche Reisen für dieses Jahr ab. 140 000 Touristen müssen nun auf Entschädigungen hoffen, für die die Zurich-Versicherung mit einem Volumen von 110 Millionen Euro zuständig ist. Die Versicherung geht allerdings davon aus, dass das Geld bei weitem nicht reicht.

Die Grünen im Bundestag kritisierten eine «Blockadehaltung der Bundesregierung», wenn es um einen ausreichenden Insolvenzschutz bei Pauschalreisen gehe. «Unklar ist, wer jetzt die Rechnung für ihr Debakel zahlen muss», erklärten die Abgeordneten Tabea Rößner und Markus Tressel. Die Bundesregierung bleibe in jedem Fall weiter verantwortlich, weil sie den Reisenden einen ausreichenden Insolvenzschutz versprochen habe.

Der Fachbereich Europa des Bundestags unterstützt, ähnlich wie der Wissenschaftliche Dienst, die Abgeordneten durch Analysen und Gutachten. Seine Arbeiten geben nicht die Auffassung des Bundestags wieder und werden von einem Abgeordneten in Auftrag gegeben. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Eine aktuelle Airbnb-Analyse zeigt, welche naturnahen Ziele in Deutschland im Sommer 2026 bei Reisenden besonders an Beliebtheit gewonnen haben. Dabei dominieren Regionen am Bodensee sowie Standorte an Nord- und Ostsee.

Rund sechs Millionen Menschen besuchen jährlich die wohl berühmteste deutsche Kirche, den Kölner Dom. Bislang war das kostenlos. Für Besucher ändert sich das jetzt - doch es gibt Ausnahmen.

Eine aktuelle Studie von Booking.com verdeutlicht Diskrepanzen zwischen dem Wunsch nach nachhaltigem Reisen und dem tatsächlichen Handeln der verschiedenen Generationen.

Der Tourismus in Rheinland-Pfalz ist mit steigenden Gäste- und Übernachtungszahlen in das Jahr 2026 gestartet. Besonders die Regionen Rheinhessen, Mosel-Saar und Ahr legten im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr zu.

Der Deutsche Reiseverband hat die Bewerbungsphase für den Umweltpreis Ecotrophea 2026 eröffnet. Im Mittelpunkt der diesjährigen Auszeichnung steht die Zusammenarbeit zwischen Tourismusunternehmen und lokalen Gemeinden.

Eine neue Umfrage belegt, dass 34 Prozent der Deutschen ihren Sommerurlaub aufgrund begrenzter Budgets einschränken oder ganz darauf verzichten müssen. Dabei spielt die laufende Kostenkontrolle für die Mehrheit der Reisenden eine entscheidende Rolle.

Fertitta Entertainment hat eine Vereinbarung zur Übernahme von Caesars Entertainment geschlossen. Der Kaufpreis beläuft sich laut Unternehmensangaben auf 17,6 Milliarden US-Dollar einschließlich übernommener Schulden.

Tourismusunternehmen rund um den Bodensee ziehen überwiegend eine positive Zwischenbilanz zum Saisonstart 2026. Vor allem Schifffahrt, Freizeitziele und Bergbahnen melden stabile oder steigende Besucherzahlen.

Die Engpässe bei der Kerosinversorgung durch die Straße von Hormus sollen für Passagiere in Deutschland ohne Folgen bleiben. Der Flug in den Urlaub sei garantiert, versichern verschiedene Anbieter.

Trotz Rekord-Übernachtungszahlen 2025 steckt die Tourismuswirtschaft in Niedersachsen in einem Stimmungstief: Vor allem hohe Kosten für Energie und Lebensmittel sorgen viele Betriebe – doch es gibt Ausnahmen.