Hat Corona den Urlaub im Ferienhaus verändert?

| Tourismus Tourismus

Gerade erst hat das Robert-Koch-Institut alle Länder, die zuvor als Hochrisikogebiet eingestuft wurden, von seiner Liste gestrichen. In den nächsten Wochen sollen auch hierzulande die meisten der noch geltenden Covid-19-Auflagen fallen. Das macht das Reisen wieder einfacher, doch ein Urlaub so wie vor der Pandemie ist kaum mehr vorstellbar. So sind laut einer Umfrage des Ferienhausportals FeWo-direkt 81 Prozent der deutschen Familien der Meinung, dass die Pandemie den Familienurlaub nachhaltig verändert hat. FeWo-direkt hat analysiert, wie sich die Hypothesen, die in der Umfrage die größte Zustimmung erhielten, auf den Ferienhaustourismus auswirken.

Reisen erfordert mehr Planung im Voraus

Drei Viertel der befragten Familien gehen davon aus, dass das Reisen durch die Pandemie mehr Vorausplanung erfordert. Richtig ist, dass die große Nachfrage nach Ferienhäusern und Ferienwohnungen, die sich während der Pandemie als Unterkunftsform bewährt haben, den Druck erhöht hat, frühzeitig mit der Suche und Planung zu beginnen. Doch das Frühbuchen selbst ist im Ferienhaustourismus kein neues Phänomen. „Die begehrtesten Lagen oder Ferienhäuser mit einem besonders guten Preis-Leistungs-Verhältnis werden jedes Jahr mit mehreren Monaten Vorlauf gebucht“, sagt Wolfgang Pagl, Director Vacation Rentals bei der Expedia Group. „Tatsächlich gibt es, was die Hauptbuchungszeit betrifft, mittlerweile sogar wieder Parallelen zu vor der Pandemie. Ein Buchungsvorlauf von sechs bis acht Monaten oder mehr ist in der Ferienhausbranche keine Seltenheit.“

Reisen kostet mehr Geld

Steigende Energiepreise und Inflation geben auch Reisenden Anlass zum Nachdenken. 71 Prozent der Befragten sehen sich im Urlaub mit höheren Kosten konfrontiert. Preise sind im Ferienhaustourismus jedoch sehr individuell. „Die Mietpreise werden bei FeWo-direkt allein von den Vermieter:innen festgelegt“, erklärt Wolfgang Pagl. Viele Gastgeber:innen reagieren zwar auf gestiegene Reinigungs- und Energiekosten, um wirtschaftlich wettbewerbsfähig zu bleiben, solche Preisanpassungen sind jedoch nichts Außergewöhnliches. Der Eindruck gestiegener Preise kann Pagl zufolge auch durch das veränderte Buchungsverhalten entstehen. „Im vergangenen Jahr haben die Deutschen ihren Sommerurlaub aufgrund der Reisebeschränkungen deutlich später gebucht. Dieses Jahr sind viele Ferienunterkünfte schon jetzt ausgesucht. Übrig bleiben sehr große Objekte oder Objekte mit luxuriöser Ausstattung, die natürlich ihren Preis haben. Das kann den Anschein erwecken, dass die Preise im Vergleich zum Vorjahr stark gestiegen sind.“

Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen bleiben erhalten

Auch wenn die meisten der noch geltenden Covid-19-Regeln in absehbarer Zukunft fallen werden, bleiben Basisschutzmaßnahmen wie Test- oder Maskenpflicht in bestimmten Bereichen wohl weiterhin bestehen. 69 Prozent haben also nicht ganz unrecht, wenn sie davon ausgehen, dass diese Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen auch im Tourismus zukünftig eine Rolle spielen werden. Doch auch wenn sich die Infektionslage wieder drastisch verschärfen sollte und bestimmte Maßnahmen wieder eingeführt würden, haben Ferienunterkünfte einen Vorteil: „Urlaub im Ferienhaus ist grundsätzlich mit dem privaten Wohnen vergleichbar“, sagt Wolfgang Pagl. „Bei Bedarf kann der Kontakt zu anderen Menschen verringert werden und die Familie ist im Ferienhaus unter sich.“

Die Anreise erfolgt mit dem eigenen Auto

Die Pandemie hat Autoreisen zu einem Aufschwung verholfen. 67 Prozent der deutschen Familien sind der FeWo-direkt-Umfrage zufolge der Meinung, dass dies auch weiterhin der Fall sein wird. Tatsächlich gehen Autos und Ferienhäuser Hand in Hand. Ein Großteil der Ferienunterkünfte in Deutschland befindet sich außerhalb von Städten in Regionen auf dem Land oder an der Küste, die teilweise nur schwer mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind. Ein Auto ist für viele Ferienhausurlauber:innen daher unverzichtbar. Angesichts rasant steigender Spritpreise bleibt allerdings abzuwarten, ob Reiseziele, die mit Bus und Bahn angefahren werden können, nun stärker nachgefragt werden. „Schon jetzt verzeichnen wir beispielsweise ein großes Urlaubsinteresse an der niederländischen Provinz Nordholland“, so Wolfgang Pagl. „Viele Badeorte an der holländischen Küste sind hervorragend an das öffentliche Verkehrsnetz angeschlossen und auch ohne eigenes Auto erreichbar.“


Zurück

Vielleicht auch interessant

Eine Untersuchung belegt eine hohe Pünktlichkeits-Disziplin deutscher Reisender und zeigt deutliche Unterschiede beim Bedürfnis nach persönlichem Freiraum. Während Senioren die größte Gelassenheit an den Tag legen, fordert die jüngere Generation verstärkt Distanz.

Fit Reisen hat über 7,5 Millionen Google-Bewertungen analysiert, um die besten Stadtparks Europas zu ermitteln. Während Madrid den ersten Platz verteidigt, bleibt Hamburgs Planten un Blomen die bestbewertete Anlage in Deutschland.

In München entsteht mit der „Marina Monaco“ ein temporäres Freizeitareal auf einem ehemaligen Industriegelände. Die Eröffnung ist für Mai geplant, langfristig soll dort ein neues Stadtquartier entstehen.

Am Bodensee spitzt sich ein Streit zwischen deutschen und Schweizer Schifffahrtsunternehmen zu – mit spürbaren Folgen für Fahrgäste. Die Schweizerische Bodensee-Schifffahrt (SBS) fährt in dieser Saison den Konstanzer Hafen nicht an. Hintergrund ist ein Streit über Ticketgelder.

Trotz wirtschaftlicher Schwäche stiegen die Geschäftsreisen in Deutschland deutlich an. Die VDR-Analyse zeigt mehr Reisen, sinkende Kosten und veränderte Strukturen im Markt.

Die Deutsche Zentrale für Tourismus analysiert fortlaufend die Folgen des Iran-Konflikts für den Tourismus nach Deutschland. Berichte zeigen Auswirkungen auf Flugverkehr, Preise und Nachfrage.

Nach Wochen im Persischen Golf haben die «Mein Schiff 4» und «Mein Schiff 5» die Region verlassen können - zwei geplatzte Reisen können nun stattfinden. Auch andere Schiffe passierten die Meerenge.

In Rottweil wird am kommenden Freitag die neue Fußgänger-Hängebrücke „Neckarline“ eröffnet. Die Brücke überspannt das Neckartal auf einer Länge von 606 Metern und gilt damit als längste Hängebrücke ihrer Art in Baden-Württemberg.

Sylt, Usedom, Norderney: Mobiles Arbeiten mit Meerblick ist auch in SH, MV und Niedersachsen möglich. Neben strandnahen Coworking-Plätzen gibt es dafür mancherorts auch spezielle Strandkörbe.

Leere Betten in Wien, Stornowellen in Zürich, wenig Auswirkungen in Spanien und Italien: Warum der Iran-Krieg Asien-Reisende fernhält und welche Folgen das für Hotels und Händler in Europa hat.