Keine Ersatzansprüche bei verpasstem Boarding

| Tourismus Tourismus

Schon knapp am Flughafen angekommen und dann sind auch noch die Schlangen an Pass- und Sicherheitskontrollen lang? Wer aus diesem oder anderen Gründen das Boarding seines Urlaubsfliegers verpasst, hat Pech gehabt - und keine Ersatzansprüche. Das hat kürzlich das Amtsgericht München (Az.: 275 C 17530/19) entschieden.

In dem konkreten Fall hatten eine Klägerin und ihr Mitreisender eine Pauschalreise ins ägyptische Hurghada gebucht. Doch die auf dem Flugticket angegebene Boarding-Zeit um 16.55 Uhr verpassten die beiden. Das Boarding-Fenster endete dann tatsächlich um 17.13 Uhr, aber erst anschließend trafen die Reisenden am Gate ein.

Reiseveranstalter muss Ersatzflug nicht zahlen

Aus diesem Grund wurde der Klägerin und dem Mitreisenden der Zutritt zum Flugzeug verwehrt, obwohl der Flieger noch fast eine halbe Stunde lang am Gate stand. Die geplante Abflugzeit war 17.25 Uhr.

Um nicht auf ihren Urlaub verzichten zu müssen, buchten die Betroffenen auf eigene Kosten einen Ersatzflug, der zwei Tage später ging. Die entstandenen Kosten von 1220 Euro wollte die Klägerin vom Reiseveranstalter gerne ersetzt haben. Sie war der Auffassung, dass bis zum tatsächlichen Abflug genügend Zeit gewesen wäre, sie an Bord des Flugzeugs zu lassen.

Anspruch könnte Flugverkehr stören

Das Amtsgericht wies die Klage aber als unbegründet ab. In der Urteilsbegründung heißt es, die Annahme der Klägerin sei falsch. Keineswegs müsse die Airline einen Zustieg ins Flugzeug bis zum endgültigen Verlassen des Fliegers vom Gate gewährleisten. Gäbe es einen solchen generellen Anspruch, könnte der Flugverkehr erheblich gestört werden. Auf das Urteil weist der Verbraucherzentrale Bundesverband hin. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Schwarzwald Tourismus GmbH hat fünf Orte für ihr Projekt „Schwarzwald.Dorf.Hotel. – Albergo Diffuso“ ausgewählt. Die Modellorte sollen bis Ende 2026 bei der Umsetzung begleitet werden.

Air New Zealand führt ab November 2026 Schlafkabinen mit Etagenbetten in Langstreckenflugzeugen ein. Economy-Passagiere können die Plätze gegen Aufpreis buchen.

Die Wandersaison hat begonnen. Frische Luft, Ruhe, Hobbits, Weitblicke, Lacher, Betätigung in der Natur, Donald Trump, Bier. Wie schön! Genau das bieten Deutschlands kurioseste Wanderwege.

Fast zwei Drittel der von deutschen Gästen über Airbnb gebuchten Übernachtungen im Inland wurden im Jahr 2025 außerhalb von Städten verbracht. Doch in welchen Regionen war es dabei am günstigsten?

Die Nachfrage nach Campingurlaub zu Pfingsten steigt laut aktuellen Daten von PiNCAMP deutlich an und übertrifft das Wachstum der Sommersaison. Während beliebte Regionen bereits hohe Auslastungen melden, bleiben in vielen europäischen Destinationen noch Restkapazitäten.

Berlin-Touristen können sich künftig kleine Vorteile erarbeiten, wenn sie zum Beispiel Müll einsammeln oder sich anderweitig nachhaltig bei ihrer Reise verhalten. Noch diesen Sommer soll das Programm «BerlinPay» starten.

Der Münchner Flughafen leidet seit der Eröffnung 1992 an einem Geburtsfehler: Er ist mit Fernzügen nicht erreichbar. Bundesverkehrsminister Schnieder deutet an, dass das Manko behoben werden könnte.

Der Arbeitskampf bei der Lufthansa geht weiter. Nun streiken die Piloten. Welche Rechte haben betroffene Reisende - und was unternimmt Deutschlands größte Airline? Ein Überblick.

Eine aktuelle Analyse von Accor identifiziert das Mittelrheintal als die Region mit der höchsten Burgendichte in Deutschland. Das Ranking vergleicht zudem die Erreichbarkeit und Besichtigungsmöglichkeiten der historischen Anlagen.

Die Auslastung der Beherbergungsbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern lag zu Ostern 2026 laut Umfrage unter den Erwartungen. Als Gründe werden unter anderem gestiegene Kraftstoffpreise und wetterabhängige Reiseentscheidungen genannt.