Krisenmanagement im Nahen Osten: Bundesregierung und Reisekonzerne planen Rückholung

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Nach der Eskalation des Konflikts im Nahen Osten und der damit verbundenen Sperrung zahlreicher Lufträume bemühen sich die Bundesregierung sowie große Reiseveranstalter um die Rückführung tausender gestrandeter Urlauber. Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, sitzen derzeit allein rund 30.000 Kunden deutscher Reiseunternehmen in der Region fest, da viele Flughäfen nicht mehr als Drehkreuze genutzt werden können. Bundesaußenminister Johann Wadephul äußerte sich im ZDF-heute journal zuversichtlich, dass die Rückholung nach und nach gelingen werde. Das Auswärtige Amt bereitet derzeit den Einsatz gecharterter Maschinen vor, um vorrangig kranke Personen, Kinder und Schwangere aus Städten wie Riad und Maskat auszufliegen.

Logistische Hürden und Kritik an der Krisenkommunikation

Die Komplexität der Lage verdeutlicht ein Vorfall am Flughafen München, wo am Montagabend eine Maschine der Lufthansa aus Abu Dhabi landete, die jedoch keine Passagiere an Bord hatte. Nach Angaben der Fluggesellschaft war eine Beförderung von Reisenden nicht möglich, da die vorgeschriebene Kabinenbesatzung von mindestens 17 Personen vor Ort fehlte und aufgrund der kriegsbedingten Einschränkungen nicht eingeflogen werden konnte. Zudem seien der Check-In und die Sicherheitskontrollen am Abflugort nicht gewährleistet gewesen.

Dieses Vorgehen sowie das generelle Krisenmanagement stoßen auf politische Kritik. Die Grünen-Außenpolitikerin Luise Amtsberg warf der Bundesregierung in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe vor, unvorbereitet und überfordert zu sein. Dass erst am dritten Tag nach Kriegsausbruch Evakuierungen für vulnerable Gruppen angekündigt wurden, reiche laut Amtsberg nicht aus. Auch Cansu Özdemir von der Linksfraktion kritisierte eine mangelhafte Krisenkommunikation, die zur Verunsicherung der Betroffenen beitrage. Außenminister Wadephul betonte hingegen, dass primär die Reiseunternehmen in der Pflicht stünden und staatliche Hilfe sowie der Einsatz der Bundeswehr erst als nachgelagerte Optionen vorgesehen seien.

Reiseveranstalter forcieren Rückkehrmöglichkeiten

Der Reisekonzern Tui plant unterdessen eine zeitnahe Rückführung seiner Kunden. Wie Vorstandschef Sebastian Ebel gegenüber dem Sender n-tv erklärte, wolle man die Urlauber mithilfe von Partnerunternehmen wie Emirates, Qatar Airways und Etihad nach Deutschland bringen. Erste Flüge seien bereits in Richtung München avisiert. Zusätzlich hält der Konzern eigene Flugzeuge der Tui Fly in Bereitschaft, deren Einsatz jedoch von der jeweiligen Sicherheitslage und den entsprechenden Fluggenehmigungen abhänge. Ebel geht davon aus, dass die gesamte Rückholaktion einige Tage in Anspruch nehmen wird.

Der Deutsche Reiseverband empfiehlt allen Urlaubern dringend, in ihren Unterkünften zu bleiben und auf offizielle Informationen zu warten, statt eigenständig die Reise zu Flughäfen oder in Nachbarländer anzutreten. Statistisch gesehen stellen die 30.000 organisierten Reisenden nur einen Teil der Betroffenen dar, da Zehntausende weitere Individualreisende oder Passagiere von Transitflügen in der Region feststecken. Die Situation bleibt insbesondere durch die gegenseitigen Angriffe zwischen dem Iran, Israel und den USA sowie die daraus resultierenden Sperrungen des Luftraums volatil.

Warnung vor kriminellen Trittbrettfahrern

Im Zuge der unsicheren Lage warnt das bayerische Landeskriminalamt vor Betrugsmaschen. In Niederbayern wurde bereits eine Frau um 2.500 Euro betrogen, nachdem sie eine gefälschte Hotline für Flugumbuchungen genutzt hatte. Die Polizei rät Reisenden, Kontaktnummern ausschließlich über die offiziellen Internetseiten der Fluggesellschaften zu beziehen und niemals auf unaufgeforderte Rückrufbitten oder Supportlinks zu reagieren. Sollten vermeintliche Dienstleister einen Fernzugriff auf technische Geräte fordern, müsse die Verbindung sofort getrennt und das Kreditinstitut informiert werden.


 

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