Luftfahrtindustrie-Präsident erneuert Kritik an Einreisebestimmungen

| Tourismus Tourismus

Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI), Dirk Hoke, hat die Kritik der Branche an den für Oktober geplanten neuen Reisebestimmungen erneuert. «Wenn Bund und Länder das erfolgreiche Testen durch eine pauschale Quarantänepflicht ersetzen, dann kommt das einer Stilllegung des Flugbetriebs gleich», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. «Sie sehen ja, in welchem Zustand die Airlines heute schon sind. Dann wird sich das noch mal verschärfen, und wir müssen damit rechnen, dass die Auswirkungen auf die Luft- und Raumfahrtindustrie als Konsequenz auch entsprechend schwer sind.»

Bund und Länder hatten sich darauf verständigt, dass sich Reiserückkehrer aus Risikogebieten ab Mitte Oktober mindestens fünf Tage in Quarantäne begeben müssen. Zudem sollen sich nach Deutschland einreisende Passagiere über ein Online-Portal anmelden. Wer das versäumt, dem drohen Bußgelder. «Wir verstehen auch nicht die Verhältnismäßigkeit», sagte Hoke. Inzwischen stünden ausreichend Schnelltests zur Verfügung, bei denen man schon nach ein oder zwei Stunden ein Ergebnis habe.

Die Corona-Krise und der deshalb einbrechende Reiseverkehr hat die Luftfahrtgesellschaften in eine schwere Krise gerissen. Die Nachfrage bei Flugzeugbauern wie Airbus brach entsprechend ein. Dass die Branche schon vor Corona vor Problemen gestanden habe, glaubt Hoke nicht. Damals sei es eher um einen technologisch bedingten Wandel der Nachfrage weg von großvolumigen Flugzeugen hin zu kleineren gegangen. Statt vier Turbinen sollten auch mit Blick auf die Klimadiskussion zunehmend Flugzeuge mit zwei Düsenstrahlern zum Einsatz kommen.

Doch gebaut wurde weiterhin. «Bis Anfang dieses Jahres galt eine einfache Daumenregel», sagte Hoke. «Alle 15 Jahre verdoppeln sich die Passagierzahlen.» Bis diese Regel wieder gelte, werde es nun einige Jahre dauern.

Kritik an den milliardenschweren Staatshilfen für Fluggesellschaften wie die Lufthansa wies Hoke zurück. «Ich habe von Anfang an den Aspekt der Souveränität betont, und dazu gehört auch eine nationale Airline», sagte er. Die Lufthansa sei vor der Corona-Pandemie kein Strukturierungsfall gewesen und habe viel geleistet, um die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu beleben. «Hier zu sagen, dass man das entsprechend stützt und sicherstellt, halte ich für absolut richtig.» Es sei kein Widerspruch, dass auch in anderen Branchen mehr getan werden müsse.

Hoke forderte zudem mehr staatliche Investitionen in Innovationen und technischen Fortschritt. «Wichtig ist, dass gerade jetzt der Staat in Forschung investiert, besonders zum klimaneutralen Fliegen inklusive synthetischer Kraftstoffe.» Das schließe auch Investitionen in den militärischen Bereich und die Raumfahrt nicht aus. Diese machen dem Verband zufolge rund 20 Prozent des Branchenumsatzes der Luft- und Raumfahrtindustrie aus. In der Krise, in der vor allem die Nachfrage aus dem zivilen Luftfahrtbereich einbreche, würde die geplante Vergabe öffentlicher Aufträge aber immer wichtiger, auch um Planungssicherheit zu erhalten.

Entsprechende Signale der Bundesregierung gab es Mitte September. Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und ihre französische Kollegin Florence Parly versprachen bei einem Besuch des Airbus-Werks in Manching bei Ingolstadt, die Entwicklung eines gemeinsamen europäischen Kampfflugzeugs sowie einer Aufklärungsdrohne weiter vorantreiben zu wollen. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Ist das Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern zu teuer geworden? Immer mehr Urlauber sind einer Umfrage zufolge unzufrieden mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis. Der Start ins Tourismusjahr 2026 ist trotzdem vielversprechend ausgefallen.

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass sieben von zehn Österreichern trotz wirtschaftlicher Unsicherheit eine Sommerreise planen. Die gestiegenen Lebenshaltungskosten führen jedoch zu reduzierten Budgets, vermehrten Urlauben im Inland und einer sensibleren Sicherheitsplanung.

Seit seiner Eröffnung 1992 fehlt dem Münchner Flughafen ein Fernbahnhof. Die Hoffnungen auf eine Behelfslösung haben sich zerschlagen. Eine Prüfung ergab, dass ICE-Züge nicht auf der bestehenden Trasse für S-Bahnen und Regionalzüge fahren können.

Der Reiseveranstalter Dertour verzeichnet für den Sommer 2026 eine starke Reiselust der Deutschen bei stabilen Preisen trotz gestiegener Kerosinkosten. Neben frühzeitigen Buchungen für klassische Sonnenziele und Fernreisen gewinnt das Last-Minute-Segment an Dynamik.

Eine Cover-Analyse zeigt die beliebtesten Urlaubsregionen deutscher Fachredaktionen über einen Zeitraum von drei Jahren. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass gedruckte Reisemagazine verstärkt auf naturnahe Rückzugsorte und Bergregionen abseits des Massentourismus setzen.

Das Städtische Klinikum Wolfenbüttel rät Allergikern mit Anaphylaxie-Risiko zur Mitnahme eines ärztlich verordneten Notfallsets im Reisegepäck. Für den Transport von Adrenalin im Flugzeughandgepäck ist eine mehrsprachige ärztliche Bescheinigung erforderlich.

Die DDR-Marineplattform Ostervilm vor Rügen wurde an ein österreichisches Fertighausunternehmen versteigert. Die neuen Eigentümer planen den Umbau der maroden Ostsee-Station zu einem exklusiven, ökologischen Hotel- und Veranstaltungsort.

Eine Untersuchung von Klarna belegt einen deutlichen Wandel im deutschen Urlaubsverhalten hin zu häufigeren und kürzeren Reisen im Jahr 2026. Dies bringt veränderte Anforderungen an die kontinuierliche Finanzplanung und das persönliche Reisebudget mit sich.

Millionen Fans werden zur Fußball-WM in Nordamerika erwartet. Die USA rechnen mit dem bestbesuchten Turnier der Geschichte. Für die Gastgeber geht es um weit mehr als Sport.

Fünf deutsche Gemeinden von den Alpen bis zur Ostsee bewerben sich bei der Welttourismusorganisation um die Auszeichnung als beste Tourismusdörfer der Welt. Die Orte folgen auf die Vorjahressieger Bad Hindelang und Schiltach.