No-Show auf Hütten - Kein Schlafplatz trotz leerer Betten?

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Der Deutsche Alpenverein (DAV) mahnt angesichts begrenzter Schlafplätze auf Berghütten einen verantwortungsvollen Umgang mit Reservierungen an. Die Nachfrage nach Übernachtungen sei in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, erläutert der Bergsportverband. Gleichzeitig sei die Zahl der Schlafplätze begrenzt. 

No-Show und Mehrfachreservierung 

Zunehmend beschäftigen die Hüttenwirtinnen und -wirte sogenannte No-Shows – also Gäste, die einen Schlafplatz reservieren, aber dann nicht kommen und ihre Buchung auch nicht rechtzeitig stornieren. 

Hinzu kämen Mehrfachreservierungen, bei denen Wandernde vorsorglich mehrere Hütten parallel buchen und sich erst kurzfristig für eine Route entscheiden. Die reservierten Plätze stünden damit anderen Bergsportlern nicht zur Verfügung - und blieben bei späten Stornierungen oder Nichterscheinen häufig leer. 

Fast eine Million Übernachtungen

Auf den 325 Berg- und Schutzhütten des DAV gibt es rund 20.000 Übernachtungsplätze - die Zahl der Übernachtungen lag 2024 bei rund 930.000. Insbesondere an stark nachgefragten Sommerwochenenden und in beliebten Regionen stellten Mehrfachreservierungen und kurzfristige Absagen ein echtes Problem dar, erläutert der DAV. Denn vielfach sind die Plätze an begehrten Wegen und Gipfeln schon Wochen im Voraus ausgebucht. 

Kommen Wanderer wiederum unangemeldet, können sie weggeschickt werden, wenn es keinen Platz mehr gibt und der Weg ins Tal zumutbar ist. Ist das nicht der Fall, müssen sie teils auf dem Boden im Gastraum die Nacht verbringen - unbequem für sie selbst, aber auch für das Hüttenteam und andere Gäste.

Hüttenschlafplatz «begrenztes Gut»

«Die Schlafplätze auf Alpenvereinshütten sind ein begrenztes Gut. Wer einen Platz reserviert, sollte ihn auch nutzen – und wenn das nicht möglich ist, rechtzeitig stornieren», sagt Robert Kolbitsch, Ressortleiter Hütten und Wege im DAV. Damit helfe man nicht nur Wirtsleuten bei der Planung, sondern ermögliche auch anderen Wanderern eine Tour mit Hüttenübernachtung. 

Die Wirtinnen und Wirte müssen sich auf eine bestimmte Gästezahl vorbereiten - das reicht vom Einkauf im Tal über den Transport zur Hütte bis zum Zubereiten in der Küche. «Die Wirte müssen verlässlich planen können, was die Bevorratung von Getränken und Speisen angeht. Wenn ganze Gruppen reservieren und dann nicht erscheinen, müssen Wirte im Extremfall Speisen wegschmeißen», sagt Carolin Kalkbrenner, Ressortleiterin Hütten und Wege bei der DAV-Sektion München. 

«Wer Hüttenplätze reserviert und ohne Absage nicht erscheint, verhält sich rücksichtslos gegenüber anderen Bergsportlerinnen und Bergsportlern und missachtet die Solidarität am Berg», sagt Kalkbrenner. Auch die gleichzeitige Reservierung auf mehreren Hütten sei «absolut nicht in Ordnung».

Stornogebühren

Schon vor zehn Jahren hatten sich der Deutsche Alpenverein (DAV), der Österreichische Alpenverein (ÖAV) und der Alpenverein Südtirol (AVS) angesichts steigender Zahlen von nicht wahrgenommenen Reservierungen auf eine gemeinsame Empfehlung zur Erhebung von Stornogebühren verständigt. Die Regelung habe sich zunehmend etabliert. Nach Schätzungen des DAV erheben inzwischen rund drei Viertel der DAV-Hütten eine Stornogebühr - letztlich liege das aber in der Entscheidung der jeweiligen Wirtsleute. Eine Reservierungsgebühr wird auf DAV-Hütten hingegen nicht erhoben.

Mit der Einführung des Online-Reservierungssystems «Hut Reservation» wurde die Buchung eines Schlafplatzes deutlich einfacher. Gleichzeitig berichten viele Wirte, die Zahl der No-Shows habe über die Jahre zugenommen. Womöglich sei die Hemmschwelle für Doppelbuchungen durch die einfache Online-Reservierung gesunken. 

Zugleich aber zeigen die vor einigen Jahren eingeführten Storno- und No-Show-Gebühren Wirkung: No-Shows seien rückläufig, heißt es bei der Sektion München. 

Um die Gäste für die Besonderheiten des Hüttenlebens zu sensibilisieren, haben die Alpenvereine gerade auch die gemeinsame Kampagne «Hütten-Reality-Check» gestartet. Sie werben auch hier für ein verantwortungsvolles Reservierungsverhalten. (dpa)


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