Peter Kranz wird Chef der MV-Tourismus GmbH

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Der langjährige Chef des Landesmarketings Mecklenburg-Vorpommern, Peter Kranz, soll die noch zu gründende landeseigene MV-Tourismus GmbH führen. Sie soll den bisherigen Landestourismusverband ablösen, dessen Geschäftsführer Tobias Woitendorf im Frühjahr seinen Posten räumen musste. Die Staatsanwaltschaft Schwerin ermittelt gegen ihn wegen des Verdachts des Subventionsbetrugs und hat dazu im Mai die Geschäftsstelle des Verbandes in Rostock durchsucht. 

Die MV-Tourismus GmbH soll am 15. September eingetragen werden, wie Wirtschaftsminister Wolfgang Blank (parteilos) in Rostock sagte. Sie solle die erfolgreiche Tourismusbranche in Mecklenburg-Vorpommern stärken und den Tourismussektor strategisch weiterentwickeln. Kranz sei die richtige Person für den Posten des Geschäftsführers, da er ein Marketingexperte und im Land, in der Branche und in der Politik bestens vernetzt sei.

Dehoga: Erwartungen sind groß

Kranz sagte, er wolle schnell mit den Mitarbeitern des Landestourismusverbandes ins Gespräch kommen und damit zu Beginn der kommenden Woche beginnen. Seine Nachfolge an der Spitze des Landesmarketings ist demnach noch offen. 

Der MV-Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga, Lars Schwarz, sagte, vor der neuen Gesellschaft und ihrem Geschäftsführer lägen große Aufgaben. «Die Erwartungen sind groß», sagte Schwarz und nannte Stichworte wie Tourismusgesetz, Tourismusakademie und Tourismusbeauftragter.

Die CDU kritisierte die Art und Weise der Besetzung des Spitzenpostens. Der Fraktionsvorsitzende der Oppositionspartei im Landtag, Daniel Peters, äußerte auf der Plattform X: «Wichtige Stelle in MV neu besetzt - erneut nicht fürs Land, sondern fürs #SystemSchwesig. Kein Widerspruch, keine Kritik, dafür alles schön stromlinienförmig. Bestenauslese? Ausschreibungen? Abgeschafft.»

Wirtschaftsministerium hatte Anzeige erstattet

Das Schweriner Wirtschaftsministerium hatte im Februar Anzeige erstattet, nachdem eigenen Angaben zufolge beim Landestourismusverband Unregelmäßigkeiten bei der Abrechnung von Fördermitteln aufgefallen waren. Die Staatsanwaltschaft Schwerin hatte einen Anfangsverdacht geprüft und bejaht. Es geht dem Vernehmen nach um den Zeitraum 2019 bis 2024. Zwischenzeitlich wurden wegen mangelnder Zuverlässigkeit die Fördermittel geblockt, die aber mittlerweile wieder ausgezahlt werden. (dpa)


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