Reise-Chaos in Großbritannien: Regierung macht Unternehmen verantwortlich

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Reisende in Großbritannien müssen mit langen Wartezeiten und kurzfristigen Änderungen ihrer Pläne rechnen. Ein Vertreter der britischen Regierung, der Staatssekretär Stephen Parkinson, machte in einem Interview mit dem Sender Sky News die Unternehmen für das Chaos der laufenden Urlaubsphase verantwortlich, in der sich an mehreren englischen Flughäfen Schlangen bis nach draußen bildeten und viele Reisen gestrichen wurden.

«Wir haben der Branche gesagt, dass sie sich darauf vorbereiten und genug Leute einstellen müssen, so dass die Menschen verreisen und ihren Urlaub genießen können», sagte Parkinson. Die Unternehmen hätten mehr Mitarbeiter einstellen sollen.

Das Reiseunternehmen Tui streicht bis Ende Juni fast 200 Flüge am Flughafen Manchester. Auch die Billig-Airline Easyjet hat im Zeitraum bis zum 6. Juni mehr als 200 Flüge gestrichen. Passagiere mussten auch am Dienstag an mehreren Flughäfen lange warten, etwa in Bristol oder den Londoner Flughäfen Gatwick und Heathrow.

Dem «Guardian» zufolge sind viele der Verzögerungen oder kurzfristigen Streichungen von Flügen tatsächlich auf Personalengpässe zurückzuführen. Mehrere Unternehmen - so etwa der Manchester Airport - haben nach der Hochphase der Pandemie Hunderte neue Beschäftigte eingestellt, die aber zum Teil noch Trainings und Sicherheitschecks durchlaufen müssen und daher noch nicht einsatzfähig sind. Ein Vertreter der Gewerkschaft GMB sagte der BBC, es sei derzeit fast unmöglich, Personal in der Branche zu finden. Viele seien im Laufe der Pandemie in andere Bereiche abgewandert.

Branchenexperte Alex Macheras prognostizierte auf Twitter einen «Sommer des Chaos», auch mehrere britische Zeitungen widmeten den Turbulenzen am Dienstag ihre Titelseiten. Es wird damit gerechnet, dass das Chaos in den kommenden Tagen anhält: Am Donnerstag beginnen in Großbritannien die Feierlichkeiten zum Thronjubiläum der Queen sowie ein langes Wochenende für die meisten Britinnen und Briten. Außerdem sind in dieser Woche Schulferien in England. (dpa)


 

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