Reiseabsichten der Europäer: Hoffnung für Tourismusjahr 2021

| Tourismus Tourismus

Die Reiseabsichten der Europäer für das Reisejahr 2021 bleiben trotz aktuell ansteigender Infektionszahlen unverändert stabil: 53,6 Prozent wollen in den nächsten sechs Monaten verreisen. Das Interesse an innereuropäischen Reisen ist dabei am stärksten ausgeprägt, das zeigt die jüngste Sentiment-Befragung der European Travel Commission (ETC) vom November 2020.

Die für das deutsche Incoming zuständige Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) sieht in dieser Entwicklung Chancen für den Tourismus nach Deutschland aus den wichtigen europäischen Quellmärkten für 2021. Petra Hedorfer, Vorsitzende des Vorstandes der DZT: „Das klar geäußerte Reiseinteresse ist ein positives Zeichen für das Deutschland-Incoming. Jetzt kommt es darauf an, auch weiterhin auf die veränderten Bedürfnisse der Kunden zu reagieren sowie aus der allgemeinen Reiselust eine nachhaltige Nachfrage für das Reiseland Deutschland zu generieren. Detaillierte Analysen der Märkte und Zielgruppen bilden dabei eine wichtige Basis für die Recovery-Strategie der DZT, die wir mithilfe dieser immer wieder nachjustieren.“

Erste Rückkehrer vor allem im städtischen Segment und bei naturnahen Reisen erwartet

Die ersten Reisenden werden laut den in zehn europäischen Ländern durchgeführten Interviews vor allem für den städtischen Bereich zurückkehren. Bei diesen stark wieder an Reisen Interessierten handelt es sich um Menschen, die Kulturerlebnisse und Genuss als einen wichtigen Teil ihres Lebensstils ansehen.

Die zweithäufigsten Nennungen in den Interviews kamen für Natur- und Outdoorangebote. Petra Hedorfer: „Ein wesentlicher Trend, der sich für die Recovery-Phase herauskristallisiert, ist ein Wandel in der Werteorientierung. Laut Untersuchungen von IPK International sind fast 30 Prozent der potenziellen Deutschlandreisenden aus
13 internationalen Quellmärkten davon überzeugt, dass die Corona-Pandemie zu mehr Nachhaltigkeit im Tourismus führen wird. Das Reiseland Deutschland ist dafür sehr gut aufgestellt: Rund ein Drittel der Festlandsfläche steht als Nationale Naturlandschaften unter besonderem Schutz, zahlreiche Destinationen, Unterkünfte und Gastronomiebetriebe sind als nachhaltig wirtschaftende Unternehmen zertifiziert.“

Fokussierung auf digitale Transformation entscheidender Faktor für die Recovery

In der Digitalisierung, die aufgrund der Corona-Pandemie schneller voranschreitet, sieht die DZT eine Perspektive für die erfolgreiche Wiederbelebung des internationalen Tourismus in der Post-Corona-Phase: „Die gemeinsame Klammer der Trends und Perspektiven für den Incoming-Tourismus ist die Dynamik in der digitalen Transformation - von Tools, die zur Reise inspirieren bis zu einheitlich strukturierten Daten, die dem Kunden ein planbares und sicheres Reiseerlebnis ermöglichen. Hier haben wir in den vergangenen ,Corona-Monaten‘ massiv gesehen, wie groß das Bedürfnis von Reisenden ist, hilfreiche Informationen im Netz zu finden und auch online direkt in Austausch treten zu können. Es wird entscheidend sein, dass das Reiseland Deutschland die Digitalisierung weiter fokussiert vorantreibt“, so Petra Hedorfer. Wichtiger Bestandteil eines effizienten Einsatzes von digitalen Technologien in der touristischen Vermarktung ist die Entwicklung und Implementierung übergreifender touristischer Datenstandards. Dazu koordiniert die DZT seit Ende 2018 das Open Data-/Knowledge Graph-Projekt der deutschen Tourismusbranche gemeinsam mit den Landesmarketingorganisationen und den Magic Cities, einer Marketingvereinigung von zehn der größten deutschen Städteziele.  


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Meta hat mit Muse einen persönlichen KI-Agenten gestartet, der in den USA unter anderem Reisen suchen und buchen kann. Für Flüge greift Muse über Duffel auf Angebote von mehr als 500 Fluggesellschaften zu, während Hotels bislang über den offenen Internetzugang gesucht werden.

Acht Schiffe sind bei den Kreuzfahrt Guide Awards 2026 ausgezeichnet worden. Der Sonderpreis geht an die Hamburger Reederei Sea Cloud Cruises. Mehr als 100 Vertreter der Kreuzfahrtbranche kamen zur Preisverleihung in den Altonaer Kaispeicher.

Die Beherbergungsbetriebe in Deutschland haben im Juli 2026 58,4 Millionen Übernachtungen verbucht. Das waren 3,2 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Auch von Januar bis Juli lagen die Übernachtungszahlen über dem Vorjahresniveau.

In Schweden sorgt eine Hütte mit Lärm-Limit für Aufsehen. Die PR-Aktion von Touristikern will auf die Dauerbeschallung des Alltags aufmerksam machen. Ist ruhiges Reisen der Schlüssel zum Abschalten?

Weniger USA-Reisen: In Deutschland und der Schweiz gehen die Buchungen deutlich zurück. An welcher Stelle die USA bei den beliebtesten Fernreisezielen in diesem Jahr voraussichtlich stehen werden.

Zum Oktoberfest erwartet die Bahn pro Tag etwa 100.000 Fahrgäste zusätzlich in München. Doch am Hauptbahnhof herrscht wegen Bauarbeiten ohnehin Platzmangel. Wie dieses Problem gelöst werden soll.

Der deutsche Sommer fand bei Airbnb vor allem in der Natur statt: Mehr als zwei Drittel (67,9 Prozent) der Buchungen in Deutschland entfielen im Sommer 2026 auf ländliche Regionen.

München führt ein Ranking von Fit Reisen zu 177 deutschen Reisezielen an. Auffällig schneiden mehrere kleinere Orte ab: Rottach-Egern und Ofterschwang erreichen die Plätze drei und vier, Bergisch Gladbach und Deidesheim folgen auf den Rängen fünf und sechs.

Die Züge der Deutschen Bahn waren im August zwar etwas pünktlicher unterwegs als zuletzt. Doch wetterbedingte Störungen bei Anlagen führten erneut zu erheblichen Verzögerungen für Fahrgäste.

Im Strandkorb über Sorgen sprechen, beim Spaziergang neue Gedanken fassen: Wie die Tourismusseelsorge Urlauber dabei unterstützen will, die Maske des Alltags abzulegen. Eine Sommerbilanz.