Reisebranche fürchtet Kollaps und Massenarbeitslosigkeit

| Tourismus Tourismus

Die Reisewirtschaft in Deutschland fürchtet in der Corona-Krise einen Kollaps und Massenarbeitslosigkeit in der Branche. Für konkrete Zahlen sei es wegen der aufgeschobenen Anmeldefrist für Insolvenzen noch zu früh, sagte der Präsident des Branchenverbandes BTW, Michael Frenzel, der «Welt am Sonntag». «Aber wir haben Umfragen unter den knapp 11.000 Reisebüros und rund 2.300 Veranstaltern gemacht. Danach sehen sich zwei Drittel der Unternehmen kurz- bis mittelfristig von Insolvenz bedroht.»

Nach Schätzung des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) sind in der Gesamtbranche inklusive des Gastgewerbes bis zu einer Million Menschen von Arbeitslosigkeit bedroht. «Rund 70 Prozent erhalten jetzt schon Kurzarbeitergeld», sagte Frenzel.

Die wirtschaftliche Lage der Branche habe sich katastrophal verschärft. «Nicht nur verlieren wir fast elf Milliarden Euro Umsatz bis Mitte Juni. Verschärfend kommt dazu, dass weitere drei bis vier Milliarden Euro Rückerstattungsansprüche von Kunden geltend gemacht werden», sagte Frenzel. «Wir dürfen den drohenden Kollaps der Branche nicht hinnehmen.» Er wies darauf hin, dass die Tourismusindustrie in Deutschland für drei Millionen Arbeitsplätze und vier Prozent der Wirtschaftsleistung stehe. «Damit stehen wir von der Bedeutung her auf Augenhöhe mit der Autoindustrie und den Maschinenbauern.»

(dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Rheinkirmes in Düsseldorf feiert mit Start in die Kirmessaison 125 Jahre Jubiläum auf der Rheinwiese. Das Volksfest bietet immer noch Neuheiten: Der Veranstalter verspricht in diesem Jahr rund 30 neue Angebote.

Vom Meeresrauschen in den Schlaf gewiegt werden und morgens den Sonnenaufgang über der See beobachten: Schlafstrandkörbe sind beliebt. Über eine Erfolgsgeschichte aus dem Norden.

Eine aktuelle Analyse untersucht die Beliebtheit von 30 Alpendestinationen anhand von Instagram-Followerzahlen und Gastronomiebewertungen. Die Ergebnisse zeigen regionale Unterschiede in Deutschland, Österreich, Italien und der Schweiz.

Eine Umfrage unter Ferienhausvermietern zeigt, dass neben klassischen Verboten auch kurios anmutende Regeln existieren. Diese spezifischen Vorgaben sollen meist die Unterkunft vor Schäden bewahren und den Aufenthalt für alle Gäste sichern.

Strand, Altstadt oder Sehenswürdigkeit: Im Urlaub ist das Smartphone schnell gezückt. Doch wer die Fotos anschließend in sozialen Medien oder in größeren Chatgruppen teilt, sollte vorher genau hinschauen.

Der Wildes-Wasser-Weg in Bodenmais ist zum schönsten Wanderweg Deutschlands 2026 in der Kategorie Tagestouren gewählt worden. Insgesamt beteiligten sich über 52.000 Personen an der Abstimmung des Wandermagazins.

Das Statistische Bundesamt registriert für das erste Halbjahr 2026 gestiegene Preise für Flugtickets und Pauschalreisen. Dabei zeigen sich je nach Destination teils deutliche regionale Unterschiede bei den Kosten.

Die anhaltende Trockenheit im Hochsommer lässt die Pegelstände des Rheins in Hessen und Rheinland-Pfalz fallen und fallen - für Kabinenschiffe könnte es demnächst eng werden.

Ein aktueller Bericht offenbart wachsende Unterschiede im Reiseverhalten europäischer Nationen. Während Reisende in Deutschland ihre Ausgaben pro Trip erhöhen, setzen britische Urlauber auf eine höhere Frequenz.

Der Deutsche Tourismusverband hat seinen Praxisleitfaden für nachhaltigen Tourismus aktualisiert. Eine Studie zeigt gleichzeitig, dass zwar ein hohes Bewusstsein herrscht, aber oft personelle und finanzielle Kapazitäten fehlen.